Absage der ADAC Rallye Deutschland: Die Hintergründe

Von Toni Hoffmann
WRC
Die Absage der ADAC Rallye Deutschland kam nicht überraschend, diese hatte sich schon länger angebahnt, offiziell wurde die Absage des geplanten sechsten Laufes zur Rallye-Weltmeisterschaft am Mittwoch.

Die Absage der ADAC Rallye Deutschland war in dieser Saison nach Argentinien, Portugal, Kenia, Finnland, Neuseeland, Großbritannien und Japan die achte von 14 geplanten WM-Rallyes, die 2020 nicht durchführbar waren respektive sind. Die Ursache hierfür liegt eindeutig in der Corona-Pandemie und in den erfolgten nationalen Restriktionen.

Der Knackpunkt: In Deutschland wurde das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober erlassen. Eine solche war auch die ADAC Rallye Deutschland, die 2019 noch 220.000 Zuschauer zählte. Und sie sollte am dritten Oktober-Wochenende stattfinden. Der ADAC als Veranstalter suchte angesichts dieser Situation zu retten, was noch zu retten war.

Es zeichnete sich ab, dass die Nutzung der bekannten Prüfungen in den Mosel-Weinbergen und auch auf den Landstraßen sowie Feldwirtschaftswege im Saarland wegen der «COVID 19»-Auflagen nicht durchführbar waren. Eine Kontrolle der Zuschauer so gut wie unmöglich. Die Lösung, den deutschen WM-Lauf zu retten, schien der Nato-Übungsplatz Baumholder zu sein.

Die Lösung war pragmatisch, aber notwendig. Während die 12.000 Hektar von Baumholder weitläufig sind, war ein in sich geschlossenes Militärgebiet der beste Versuch zur Rettung der Rallye, die Zuschauer zu überwachen. Ob dies allerdings sicherstellt, dass jemand daran gehindert wird, in diese Bereiche einzudringen, in denen er nicht sein sollte, war nicht gewährleistet.

Auf Bauholder nur 350 Personen erlaubt

Eine Route zu haben, die sich fast ausschließlich auf die legendäre Panzerplatte stützte, wäre zwar alles andere als ideal, hätte aber dennoch ein charakteristisches Merkmal der Rallye Deutschland gezeigt: Die Betonpisten mit den gefürchteten Hinkelsteinen.

Letztendlich ist auch dieser Plan gescheitert. Die Gespräche mit den regionalen Behörden verliefen nicht wie erhofft. Es wurden keine Ausnahmen ausgeteilt, so dass die Organisatoren der Rallye auf 350 Personen für Baumholder beschränkt waren - einschließlich der Fahrer, Teams und des Rallyepersonals - und keinen Platz für Zuschauer ließen. Diese Vorgabe wäre nicht zu erfüllen gewesen. Im Saarland, dort sollte am Bostalsee wieder zentrale Service-Park sein, waren Veranstaltungen bis zu 900 Personen erlaubt.

Die Rallye hätte quasi hinter verschlossenen Türen stattfinden können, aber zu welchem Preis? ADAC hat dieses Jahr auch ein Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring, ebenfalls hinter verschlossenen Türen. Beides ohne Zuschauereinnahmen zu betreiben, wäre steuerlich unverantwortlich gewesen.

Das letzte Wort war der Schlüsselfaktor: Zuschauer. Die Rallye Deutschland brauchte sie dort, damit die Veranstaltung stattfinden konnte. Tickets für die Ausgabe 2020 waren bereits im November 2019 in den Verkauf gegangen, bevor die Welt den gefürchteten Satz «COVID-19» in ihr Lexikon aufgenommen hatte.

Deutschland wird auch nächstes Jahr vorerst nicht wieder im WM-Kalender stehen und soll wie Spanien wegen der wieder eingeführten Rotation 2021 pausieren. Doch scheint hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Hoffnung für 2021 ist da.

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