Kroatien: Doppelsieg im Foto-Finish stärkt Toyota

Von Toni Hoffmann
WRC
Mit einem echten Foto-Finish endet die dritte Runde zur Rallye-Weltmeisterschaft in Kroatien, auf den letzten Metern schnappt Sébastien Ogier seinem Toyota-Partner Elfyn Evans den nahen Sieg weg und ist wieder WM-Leader.

Um sechs Zehntelsekunden schlug der siebenfache Champion und Titelverteidiger Sébastien Ogier im Toyota Yaris WRC seinen zuvor führenden Stallgefährten Elfyn Evans, der mit einem Vorsprung von 3,9 Sekunden in die letzte Entscheidung der ersten Asphaltrallye seit August 2019 gestartet war. Auf der abschließenden Power Stage mit den Bonuspunkten riskierte Ogier alles und schnappte Evans den nahen Sieg weg. Damit und mit den fünf Bonuspunkten für die Bestzeit auf der Power Stage übernahm Ogier mit seinem zweiten Saisonsieg und dem 51. Gesamttriumph wieder die Tabellenspitze. Toyota konnte mit dem 62. Sieg seine Führung in der Herstellerwertung ausbauen.

Die ersten Teams lagen zu Beginn des Kroatien-Finales mit vier Prüfungen innerhalb von nur 10,4 Sekunden. Auf der drittletzten Entscheidung wechselte die Führung von Ogier, der am Morgen in einen Verkehrsunfall verwickelt war, bei dem die Beifahrerseite stark beschädigt wurde, zu Evans, der vor der Power Stage 3,9 Sekunden vor Ogier lag. Am Ende war Ogier dort am schnellsten und holte damit den Sieg, der in der WRC-Chronik die drittknappste Entscheidung war. Evans hat schon einmal die bittere Erfahrung machen müssen, als ihm 2017 in Argentinien der so nahe Sieg um sieben Zehntelsekunden durch Thierry Neuville entrissen wurde.

Takamoto Katsuta ging erreichte zum dritten Mal aufeinander den sechsten Platz im Toyota Yaris WRC, den er als Teil des TGR-WRC-Förderungsprogramms fährt. Katsuta beeindruckte mit seinem Tempo und seinen ersten zwei Bestzeiten am Samstag.

Teamchef Jari-Matti Latvala: «Es ist so angespannt und aufregend, nach der Aktion auf den Pisten, auf denen unsere Fahrer für den Sieg, wie sie heute waren, kämpfen. Ich tut mir sehr leid für Elfyn, er war in der letzten Kurve ein bisschen zu weit außen und hat im Grunde dort verloren, aber beide mussten pushen, und Sébastien hatte eine brillante Endphase. Wir sind glücklich, wir müssen stolz darauf sein, was diese Jungs dieses Wochenende getan haben, und auf ein weiteres Eins-Zwei-Finish, das ein erstaunliches Ergebnis für das Team ist.»

Sieger Sébastien Ogier: «Es war an diesem Wochenende eine echte Achterbahn der Emotionen. Das Wichtigste ist, dass jeder nach dem, was heute Morgen auf dem Straßenabschnitt geschah, sicher ist;: Dies war mein Hauptanliegen, als es passierte. Ich dachte auch, meine Rallye könnte vorbei sein, aber das Auto war nicht zu sehr beschädigt und wir konnten weitermachen. Ich bin nicht sicher, ob ich glaubte, dass es möglich war, immer noch nach allem zu gewinnen, was passiert ist, aber ich glaube, jeder weiß, dass ich niemals aufgab, und ich habe versucht, bis zum Ende weiter zu kämpfen. Ich fühle mit Elfyn, der an diesem Wochenende einen tollen Job gemacht hat und heute morgen besonders stark war. Aber wir hatten dieses Wochenende gutes Tempo und hatten einfach einige Probleme, die uns manchmal verlangsamten. Es ist schön, das Podium in einem anderen eins-zwei für das Team zu teilen.»

Pechvogel Elfyn Evans: «Man darf sich als Führender bei einer Rallye nie zu früh freuen. Offensichtlich hatte Sébastien eine sehr, sehr starke letzte Etappe, und leider haben wir für uns einen Fehler in der letzten Kurve gemacht. Es ist frustrierend, aber gleichzeitig ist es ein solides Ergebnis und ein sehr gutes Ergebnis für das Team. Sie haben einen tollen Job gemacht, um beide, Sébastien als auch ich ein fantastisches Auto an diesem Wochenende zu geben. Wir kämpften Rad an Rad den ganzen Weg durch und es war ein großartiger Kampf.»

 

Endstand nach 20 Prüfungen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Zeit/Differenz

1

Ogier/Ingrassia (F), Toyota

2:51:22,9

2

Evans/Martin (GB), Toyota

+ 0,6

3

Neuville/Wydaeghe (B), Hyundai

+ 8,1

4

Tänak/Järveoja (EE), Hyundai

+ 1:25,1

5

Fourmaux/Jamoul (F/B), Ford

+ 3:09,7

6

Katsuta/Barritt (JP/GB), Toyota

+ 3:31,9

7

Greensmith/Patterson (GB/IRL), Ford

+ 3:58,8

8

Breen/Nagle (IRL), Hyundai

+ 4:28,2

9

Östberg/Eriksen (N), Citroën R5

+ 10:00,8

10

Suninen/Markkula (FIN), Ford MKII

+ 10:29,3

                                                          

 

Fahrer-WM nach 3 von 12 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Sébastien Ogier (F), Toyota

61

2

Thierry Neuville (B), Hyundai

53

3

Elfyn Evans (GB), Toyota

51

4

Ott Tänak (EE), Hyundai

40

5

Kalle Rovanperä (FIN), Toyota

39

6

Craig Breen (IRL), Hyundai

24

7

Takamoto Katsuta (JP), Toyota

24

8

Adrien Fourmaux (F), Ford

12

9

Gus Greensmith (GB), Ford

12

10

Dani Sordo (E), Hyundai

11

                                                                      

 

Hersteller-WM nach 3 von 12 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Toyota Gazoo Racing WRT

138

2

Hyundai Shell Mobis WRT

111

3

M-Sport Ford WRT

42

4

Hyundai 2C Competition

28

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