Kroatien: Ogier mit Wimpernschlag-Sieg Tabellenführer

Von Toni Hoffmann
WRC
Der dritte Saisonlauf, das Debüt von Kroatien in der Rallye-Weltmeisterschaft, endet mit einem Foto-Finish, Sébastien Ogier entreißt kurz vor dem Ziel seinem Toyota-Partner Elfyn Evans um 0,6 Sekunden den Sieg.

«Es war ein Kampf auf der letzten Rille. Welch ein Ende!» freute sich der neue Tabellenführer Ogier. «Die Rallye begann nicht gut für uns und endet mit einem Sieg.» Ogier hatte sich auf der ersten Prüfung einen Reifenschaden eingefangen. Es war für ihn der zweite Saisonsieg und sein 51. Gesamttriumph, für Toyota der 62. Erfolg.

Sébastien Ogier wurde auf dem Weg zur ersten Sonntag-Prüfung in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem die rechte Seite seines Toyota Yaris WRC stark beschädigt wurde. Ogier konnte weiterfahren, die Leistung seines Toyota war wohl nicht beeinträchtigt. Ogier musste auf der zweiten Finalprüfung seine Führung um 2,8 Sekunden an den Stallgefährten Evans abgeben. Ogier hierzu: «Es kommt viel Luft in der Beifahrerseite rein.»  Er blieb weiter im Kampf um den ersten Asphalt-Sieg seit der Rallye Deutschland im August 2019. Und er besiegte auf der letzten Entscheidung, in die er mit 3,9 Sekunden Rückstand auf Evans gestartet war, seinen britischen Teamkollegen und Vizechampion.

«Ich habe die Rallye in der letzten Kurve verloren. Es ist wirklich eine Schande. Wir hatten das ganze Wochenende einen großen Kampf, den dann Sébastien auf den letzten Metern gewinnt», sagte ein etwas frustrierter Evans.

Der Teampartner Kalle Rovanperä durfte immerhin für 5,6 km seine Rolle als mit 20 jüngster Tabellenführer genießen, dann wurde sein WM-Höhenflug durch eine mehrfache Rolle in der ersten Prüfung abrupt gestoppt. In der Fahrerwertung rutschte er mit 39 Punkten auf den fünften Rang ab.

«Ich war immer am Limit. Ich tat, was ich konnte», merkte Neuville an. «Martjin hat hier einen sehr guten Job gemacht. Es war nicht leicht für einen Beifahrer.»

Die beiden Teamkollegen Ott Tänak, Sieger zuvor in Lappland, und Craig Breen, im finnischen Winter noch Vierter, waren diesmal nur Mittelmaß. Tänak, immerhin dreifacher Gewinner der Rallye Deutschland, wurde mit einem Rückstand von 1:25,1 Minuten auf der vierten Position geführt. «Wir hätten es besser machen können», war der kurze Kommentar von Tänak. Breen wurde zwar durch einen Reifenschaden am Freitag gebremst, fand aber später nicht zur alten Asphaltform zurück und kam auf Rang acht (+ 4:28,2) ins Ziel.

Der Franzose Adrien Fourmaux kann auf eine gelungene Jungfernfahrt im Ford Fiesta WRC zurückblicken. Mit dem fünften Platz (+ 3:09,7) sorgte er bei seinem Einstand in WRC-Klasse für das bisher beste Saisonresultat von M-Sport. «Was für ein unglaubliches Wochenende», freute sich Fourmaux. Sein Teampartner Gus Greensmith, der die komplette Saison bestreitet, schaffte dank des neuen Beifahrers Chris Patterson, der schon Petter Solberg vorbetete, mit dem siebten Rang (+ 3:58,8) seines Jahresbestleitung. In der Tabelle teilen sie sich mit zwölf Punkten den achten Rang.

Für etwas Aufmerksamkeit sorgte der Japaner Takamoto Katsuta nicht nur wegen seiner ersten zwei Bestzeiten in der Rallye-Weltmeisterschaft im Yaris WRC des Toyota-Förderungsprogramm, sondern er schaffte es bei allen drei Läufen immer den sechsten Platz (+ ) zu belegen und mit 24 Punkten auch den sechsten Tabellenplatz zusammen mit Craig Breen zu erreichen. «Wir hatten einige gute Zeiten hier», meinte Katsuta.

Mads Östberg hat im Citroën C3 R5 den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung in der WRC2-Kategorie gelegt. Er siegte trotz Bremsprobleme als Gesamtneunter 28,5 Sekunden vor Teemu Suninen in Ford Fiesta MKII.

Bester Österreicher wurde auf Rang 21 (+ 24:53,0) Johannes Keferböck, der in Skoda Fabia Rally2 auf die Ansagen von Ilka Minor hörte. Kevin Rath beendete im Ford Fiesta MKII sein WRC-Debüt auf dem 27. Platz (+ 29:08,2).

Der Veranstalter hat seinen Einstand in der Weltmeisterschaft ohne Störungen und Probleme reibungslos durchgezogen. Die sehr unterschiedlichen Asphaltstrecken fanden nicht unbedingt den Beifall der Aktiven, die sich oft über den Dreck speziell in den Kurven, ein von Korsika bekanntes Merkmal, beklagten.

 

Endstand nach 20 Prüfungen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Zeit/Differenz

1

Ogier/Ingrassia (F), Toyota

2:51:22,9

2

Evans/Martin (GB), Toyota

+ 0,6

3

Neuville/Wydaeghe (B), Hyundai

+ 8,1

4

Tänak/Järveoja (EE), Hyundai

+ 1:25,1

5

Fourmaux/Jamoul (F/B), Ford

+ 3:09,7

6

Katsuta/Barritt (JP/GB), Toyota

+ 3:31,9

7

Greensmith/Patterson (GB/IRL), Ford

+ 3:58,8

8

Breen/Nagle (IRL), Hyundai

+ 4:28,2

9

Östberg/Eriksen (N), Citroën R5

+ 10:00,8

10

Suninen/Markkula (FIN), Ford MKII

+ 10:29,3

                                                                      

 

Fahrer-WM nach 3 von 12 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Sébastien Ogier (F), Toyota

61

2

Thierry Neuville (B), Hyundai

53

3

Elfyn Evans (GB), Toyota

51

4

Ott Tänak (EE), Hyundai

40

5

Kalle Rovanperä (FIN), Toyota

39

6

Craig Breen (IRL), Hyundai

24

7

Takamoto Katsuta (JP), Toyota

24

8

Adrien Fourmaux (F), Ford

12

9

Gus Greensmith (GB), Ford

12

10

Dani Sordo (E), Hyundai

11

                                                                                 

 

Hersteller-WM nach 3 von 12 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Toyota Gazoo Racing WRT

138

2

Hyundai Shell Mobis WRT

111

3

M-Sport Ford WRT

42

4

Hyundai 2C Competition

28

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