Olympia Rallye '72: Das große Revival 50 Jahre später
Die Olympia Rallye 1972, die im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele (26.8– 1.9. 1972) die beiden Austragungsstädte Kiel und München verband, war und ist mit 300 Startern der bislang größte deutsche Motorsport-Event.
50 Jahre später soll an diese Rallye mit der damaligen Weltelite mit der "Olympia Rallye `72 – Revival 2022" erinnert werden. Im Fokus:
Die Idee
Aus einer verrückten Idee wird eine Vision – und geboren worden ist diese 2019 am Start der Bayerwald Rallye Classic. Nach einem halben Jahr Überlegungen wurde sie fortgesetzt in einem Meetingraum im Werbemittel-Unternehmen von Michael Hagemann im bayerischen Eichenau. Mit ein paar Motorsportverrückten lässt ihn ein Datum nicht los: Das Jahr 1972. Im Schatten der Olympischen Spiele in München starten in Kiel 300 Teams zur Olympia Rallye. Es ist die sportliche Geburtsstunde eines Regensburgers namens
Rallye-Ikone Röhrl macht mit
"Die legendäre Olympia-Rallye war ein Meilenstein in der deutschen Rallye-Geschichte", erinnert sich Röhrl, der mit etlichen seiner Rallye-Autos von einst an den Start geht – und mit denen er zum vierfachen Monte Carlo-Champion und Doppel-Weltmeister driftete. Trotz all seiner Erfolge sagt Röhrl: "Die Olympia-Rallye hat mein Leben entscheidend geprägt und in eine besondere Richtung verändert. Nach dieser Rallye war nichts mehr so wie vorher."
Kein Wunder, dass Hagemann in Röhrl den prominentesten, jedoch in der Szene noch unzählige weitere Mitstreiter für sein Projekt fand. Die Helden von einst sind fast alle dabei: Sieger Jean-Pierre Nicolas, der von einem technischen Defekt kurz vorm Ziel an Röhrls Ford Capri profitierte. Sein Co-Pilot einst und jetzt: Ex-FIA-Präsident Jean Todt. Oder die beiden Söhne der Rallye-Ikone Hannu Mikkola. Sie fahren die gesamte Strecke im Gedenken an ihren 2021 verstorbenen Vater mit und bewegen ein Werksauto von Audi, mit dem schon ihr Vater erfolgreich war.
"Die Integration von möglichen Original-WPs ist uns ebenso wichtig wie Geselligkeit und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm", sagt Hagemann, vielen Fans als Sprecher bei Rallyes bekannt. "Wir wollen bewusst den Spagat zwischen dem historischen Erbe der Olympia-Rallye von 1972 und einer modernen Gleichmäßigkeits-Rallye für Oldtimer umsetzen", fügt der Rallyeleiter Fabian Mohr noch hinzu. Am Start sind 197 Teams mit 44 verschiedenen Fahrzeug-Marken und 175 unterschiedlichen Fahrzeugtypen – aus 6 Nationen. Eine solche Vielfalt hat es in Deutschland noch nie gegeben. Im Feld der rund 200 Teams gibt es kaum zwei Autos gleichen Typs.
Übrigens: Das Revival 2022 fährt komplett klimaneutral. Mit dem Ausgleichsbetrag wird ein ganz konkretes Projekt im Harz zur Aufforstung von gesundem Mischwald unterstützt.
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