Halbzeit in der Rallye-WM

Von Toni Hoffmann
Hirvonen - der Jäger des «verlorenen Schatzes»

Hirvonen - der Jäger des «verlorenen Schatzes»

Beim Ausklang der ersten Saisonhälfte auf Sardinien steht Sébastien Loeb schon als Halbzeitmeister fest. Vor dem sechsten Lauf führt er mit 19 Punkten vor seinem Teampartner Daniel Sordo.

Titelherausforderer Ford ist in der Rallye-WM stark ins Hintertreffen geraten. Vor dem sechsten Lauf auf der italienischen Mittelmeerinsel liegt der Vize-Champion schon 39 Punkte hinter dem Weltmeister und Titelverteidiger Citroën. Das sind drei Zähler mehr als die Maximalpunktzahl von zwei Doppelsiegen. Um zu retten, was noch zu retten ist, hat Team-Direktor Malcolm seinen beiden Piloten Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala einen zusätzlichen Test auf Sardinien verordnet. «Um sicherzustellen, dass wir das Bestmögliche aus dem Ford Focus WRC herausholen, testen Mikko und Jari-Matti noch bis Sonntag gemeinsam mit unserem ehemaligen Werksfahrer Markko Märtin auf der Insel», verrät Wilson. «So gewinnen wir nicht nur neue Erkenntnisse, sondern profitieren zusätzlich auch von Markkos Erfahrung.»

Nach dem Pech in Argentinien, als am Ende der zweiten Etappe der Focus-Motor überhitzte, hofft Vize-Weltmeister Hirvonen wieder auf ein Duell mit Sébastien Loeb. Hirvonen ist wegen seines Ausfalls in Südamerika mit einem Abstand von 20 Punkten zu Loeb auf den dritten Tabellenplatz zurückgefallen. Hirvonen belegte auf Sardinien in den vergangenen drei Jahren jeweils den zweiten Platz, während sein Teamkollege Latvala im Vorjahr auf Rang drei fuhr und 2007 auf Sardinien erstmalig einen WM-Lauf anführte. «Bei Trockenheit ist die Startreihenfolge ausschlaggebend“, erklärt Hirvonen. «Die ersten Teilnehmer fahren die Strecke vom Sand frei und ebnen die Piste so buchstäblich für die anderen Teams. Am Freitag werde ich als Dritter losfahren – das ist eine gute Ausgangsposition. Für die zweite Etappe am Samstag hoffe ich, etwas weiter hinten zu stehen, denn bei dieser Rallye könnte der Schlüssel zum Erfolg darin liegen, das Feld von hinten aufzurollen», erklärt Hirvonen seine Italien-Strategie.

Dreh- und Angelpunkt der Rallye ist das im Nordosten der Insel gelegene Olbia. Der Grossteil der Wertungsprüfungen verläuft allerdings durch die Wälder und Berge südlich der Stadt. Die Streckenführung entspricht größtenteils der Vorjahres-Route, beinhaltet am zweiten Tag aber zwei vollkommen neue WP und eine Prüfung, die seit 2006 nicht mehr gefahren wurde. Die Prüfungen sind zumeist sehr schnell, können aber auch recht eng werden, was eine besonders präzise Vorbereitung des Aufschriebs erfordert. Zusätzliche Schwierigkeit: Die Pisten sind zunächst von einer losen Sandschicht oder feinem Schotter bedeckt – spätestens beim zweiten Durchgang aber wird der harte Untergrund zum Vorschein kommen.

Rekordsammler Loeb kann am vierten Mai-Wochenende mit seinem möglichen 53. Laufsieg seiner einzigartigen Bilanz eine weitere Bestmarke hinzufügen. Er wäre dann der einzige Pilot, der sieben Rallyes in Folge, inklusive dem WM-Finale 2008 in Wales, gewinnen könnte. «Mein Wunsch ist es immer, bei jeder Rallye zu gewinnen», zeigt Loeb, wie siegeshungrig er weiterhin noch ist. «Ich hasse es, zu verlieren. Ich freue mich, wie sich die diesjährige Saison so positiv und erfolgreich für uns gestaltet hat. Und das wollen wir auch fortführen», ergänzte der Vorjahressieger. So ganz lupenrein ist allerdings seine Sardinien-Bilanz nicht. Nachdem er 2007 die zweite Etappe als Spitzenreiter beendet hatte, fiel er auf der ersten Sonntag-Prüfung aus, weil an seinem Citroën C4 nach einem Dreher in einem Graben das linke Vorderrad abgerissen wurde.

Der fünffache Rekord-Champion stuft seine Position am ersten Tag als Strassensäuberer etwas kritisch ein: «Die Beschaffenheit der Pisten wird eine grosse Rolle spielen. Der Untergrund ist zwar hart, aber darüber liegt eine Schicht mit feinem Sand. Daher müssen wir sehen, dass wir am Freitag nicht allzu viel Zeit verlieren und uns eine gute Ausgangsposition für den Samstag erarbeiten.»

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