Kopfsache im Yamaha-Cup

Von Thomas Kohler und Esther Babel
Yamaha R6 Cup
Alain Bonnet, Lucy Glöckner und Jesko Raffin (v.l.)

Alain Bonnet, Lucy Glöckner und Jesko Raffin (v.l.)

Lucy Glöckner ist zurück auf der Siegerstrasse und gewinnt das Rennen in der Motorsport Arena Oschersleben.

Deutschland vor Frankreich und der Schweiz lautete die Reihung auf dem Podest beim zweiten Lauf zum Yamaha-R6-Dunlop-Cup in Oschersleben. Lucy Glöckner (Krumhermersdorf, Petzold-Mierisch-Cupteam) sorgte für den ersten deutschen Sieg in dieser Saison. Dies war zugleich ihr zweiter, nachdem sie im Vorjahr am EuroSpeedway als erste Frau ein Cup-Rennen gewonnen hatte. Glöckner siegte nach einem spannenden Rennen knapp vor Alain Bonnet (Barr, Team Rubin Endurance 67) und Auftaktsieger Jesko Raffin (CH,Zürich, Romero/24-7 GP), der als Dritter die Tabellenführung verteidigte.

Im Gegensatz zum EuroSpeedway, wo sie in der letzten Runde in Führung liegend gestürzt war, brachte Lucy Glöckner den Sieg diesmal nach Hause. «So etwas muss man ausblenden, alles Kopfsache», lachte die Ergebirgerin verschmitzt, nachdem sie in Runde fünf die Führung übernommen und diese erfolgreich bis ins Ziel verteidigt hatte. «Vorne fahren ist natürlich anstrengender, deshalb wollte ich eigentlich länger hinter Jesko Raffin bleiben, aber als Robin von hinten Druck machte, bin ich eben in die Offensive gegangen.»

Für Robin Mulhauser (Chésopelloz, Harder RRT Racing Team), den Zweiten des ersten Rennens, war wenig später Schluss: «Ich war mit Lucy im Clinch, dabei habe ich mich verbremst und bin zurückgefallen. Und als ich wieder aufholen wollte, habe ich beim Schalten den Leerlauf erwischt und bin gestürzt», berichtete der Schweizer.

An seiner Stelle mischte sich mit Alain Bonnet ein neuer Kandidat in den Kampf um den Sieg ein. «Alain musste man auf der Rechnung haben, der war schon im Training schnell», zeigte sich Glöckner nicht überrascht. Der Franzose selbst war vor dem Rennen eher skeptisch. «Ich wusste nicht, ob ich mit Jesko und Lucy mithalten kann», überlegte er, «denn die beiden waren beim ersten Rennen verdammt schnell. Aber ich hatte hier von Anfang an ein perfektes Setting, wir haben am Wochenende lediglich die Position des Schalthebels geändert.» Der Franzose hatte die erste Runde als Fünfter passiert, fünf Umläufe später war er schon auf Platz zwei. «Lucy konnte ich zwar folgen, aber für einen Angriff reichte es nicht, dafür hatte ich auch genug mit Jesko zu tun», räumte der Elsässer ein.

Der Auftaktsieger vom EuroSpeedway, der anfangs in Führung gelegen hatte, konnte Bonnet auch zwei Mal überholen, fing sich aber jedes Mal wieder einen Konter ein. «In der letzten Kurve wollte ich erneut attackieren, aber es klappte leider nicht», ärgerte sich der ehrgeizige Jesko Raffin. Sein Plan, hinter Lucy zu bleiben und erst zwei Runden vor Schluss in die Offensive zu gehen, ging diesmal nicht auf. Dafür kann sich der 14-jährige Züricher weiterhin mit der Führung in der Meisterschaft trösten.

Für einen Podestrang reichte es bei Patrick Vincon (Knittlingen, team romero) diesmal nicht und der 18-jährige Nordbadener, der wie die drei Podiumskandidaten seine zweite Cup-Saison bestreitet, nannte auch den Grund dafür. «Wir haben im Training viel am Fahrwerk probiert», verriet er, «das hat Zeit gekostet und die erste Startreihe. Nach vier, fünf Runden habe ich zwar den Anschluss an die Spitze herstellen können, aber als Lucy vorne war, wurde das Tempo höher und ich musste wieder abreissen lassen, denn ich wollte den sicheren vierten Platz nicht auf Spiel setzen.»
 

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