Yamaha-Cup: Schleizer Dreieck mit Kult-Status

Von Andreas Gemeinhardt
Vor einem Jahr: Der Yamaha Cup auf dem Schleizer Dreieck 2010

Vor einem Jahr: Der Yamaha Cup auf dem Schleizer Dreieck 2010

Der sechste Saisonlauf um den Yamaha R6 Dunlop wird auf dem Schleizer Dreieck, Deutschlands ältester Naturrennstrecke, ausgetragen.

Bei den IDM-Fans steht das Schleizer Dreieck ganz weit vorne. Rund 40.000 Zuschauer säumten im Vorjahr die traditionsreiche Thüringer Naturrennstrecke. Dies hat zum einen mit der Motorsportbegeisterung dieser Region zu tun, aber auch mit der besonderen Atmosphäre und dem Kult-Status, den «Das Dreieck» bei Zuschauern und Fahrern geniest.

Mit Sebastian Frotscher geht ein echter Local-Hero an den Start. Er ist in Schleiz-Oettersdorf zuhause und hofft vor eigenem Publikum auf ein gutes Ergebnis. Auf den Heimvorteil könnte dagegen Lucy Glöckner leicht verzichten. «Je weiter weg von zu Hause, umso lockerer bin ich», verriet die 20-jährige, nachdem sie sich vor fünf Wochen am Salzburgring mit ihrem zweiten Saisonsieg im Titelkampf zurückgemeldet hatte. Anders in heimischen Gefilden. Am Sachsenring stürzte sie in Führung liegend, wie schon im Jahr zuvor. Und in Schleiz passierte ihr 2010 dasselbe Missgeschick. Vor zwei Jahren kletterte Lucy allerdings als Dritte erstmals auf ein Cup-Podium. Am Wochenende sicher das Minimalziel der ehrgeizigen jungen Dame und das beste Rezept gegen ihren «Heimfluch».

Der Schweizer Jesko Raffin macht sich über Entfernungen keinerlei Gedanken. Auf das Schleizer Dreieck freut sich der Meisterschaftsleader. Der Kurs zählt zu seinen Lieblingsstrecken. Im Vorjahr feierte er hier als 14-jähriger Rookie mit Rang sieben sein erstes Top-Ten-Resultat. Inzwischen Stammgast auf dem Podium, hat sich der Sieger vom EuroSpeedway und Nürburgring auch verinnerlicht, dass man nicht immer gewinnen muss, um Meister zu werden. Salzburg liegt ihm überhaupt nicht, den siebten Platz dort bezeichnete er als Schadensbegrenzung. Mit Blick auf die Meisterschaft verzichtet der junge Schweizer am Wochenende sogar auf den ursprünglich geplanten Gaststart in der Supersport-IDM. Diese Option bietet Yamaha in Abstimmung mit dem DMSB allen Cup-Fahrern, die in der laufenden Saison mindestens 30 oder im Vorjahr 50 Punkte erreicht haben.

Fast unauffällig hat sich Alain Bonnet in eine aussichtsreiche Position gebracht. Der Franzose ist zweifellos der konstanteste der Titelkandidaten. Immer Top-Five und drei Mal auf dem Podest, damit liegt der 23-jährige Elsässer, der vor zwei Jahren aus der 125er-Klasse kam, in der Gesamtwertung schon auf Rang zwei. Etwas grössere Schwankungen zeigt die Ergebniskurve von Patrick Vincon. Mit seinem Sieg am Sachsenring unterstrich der Nordbadener sein fahrerisches Potential, doch zuletzt kostete ihn ein sechster Rang wieder Tabellenplatz zwei.

Apropos Sachsenring: Das hohe Niveau von Fahrer und Material im Yamaha-Cup dokumentiert ein indirekter Vergleich. Lucy Glöckners Bestzeit war dort nur 4,8 Sekunden langsamer als die Pole-Zeit von Marc Marquez vier Wochen später beim Deutschland Grand Prix. Und weitere zwölf Cup-Fahrer lagen innerhalb der Moto2-Qualifikationszeit - mit R6-Serientechnik und Dunlop-Serienreifen!

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