Yamaha R6 Dunlop Cup: Favoriten am Boden

Von Andreas Gemeinhardt
Yamaha R6 Cup
Sieger Danny Märtz mit seiner lädierten Yamaha R6

Sieger Danny Märtz mit seiner lädierten Yamaha R6

Ein Siegerpodest ohne die Hauptdarsteller - Zu dieser kuriosen Situation wäre es in Schleiz beim sechsten Lauf des Yamaha R6 Dunlop Cups beinahe gekommen.

Was war passiert? Lucy Glöckner war in der zwölften Runde an dritter Position gestürzt. Da sie und ihr Motorrad nicht problemlos geborgen werden konnten, entschloss sich die Rennleitung das Rennen abzubrechen. Als die beiden Erstplatzierten Danny Märtz und Matthew Binns wenig später an die Unfallstelle kamen, stürzten beide auf der im Regen nicht erkennbaren Ölspur, die das Unfallmotorrad dort hinterlassen hatte. Märtz konnte als Einziger weiter fahren und traf nach einigen Minuten mit seinem havarierten Motorrad in der Boxengasse ein.

Nach zwei sommerlichen Trainingstagen, hatte es am Sonntagmorgen zu regnen begonnen. Vor dem Start wurde deshalb ein kurzes Regentraining angesetzt. Zu Beginn des Rennens hatten die Zuschauer in der ersten Kurve einmal mehr die gelbrote Yamaha des Meisterschaftsleaders Jesko Raffin in Führung gesehen. Doch schon wenige Meter später stürmte Danny Märtz vorbei und zu einem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg. «Das Wochenende hat eigentlich nicht gut begonnen, im ersten Quali hatte ich einen leichten Sturz, im zweiten eine Kollision in der Boxenausfahrt, die mich eine bessere Zeit und damit auch die begehrte Quali-Uhr gekostet hat», erklärte der 23-Jährige.

Der nassen Piste hatte März gelassen entgegen gesehen: «Ich wusste, dass ich auch im Regen zügig unterwegs bin. Wir haben das Fahrwerk einen Tick weicher abgestimmt und angefahrene Regenreifen aufgezogen. Den Start habe ich perfekt erwischt und bin dann einfach so schnell gefahren, wie es ging, aber ich war schon überrascht, als mir nach zwei Runden drei Sekunden Vorsprung angezeigt wurden. Als die Verfolger näher kamen, habe ich das Tempo noch einmal angezogen. Wie wir zu dritt neben der Strecke lagen, dachte schon, das war's, weil ich nicht realisiert hatte, dass beim Abbruch die Runde zuvor gewertet wird und ich damit gewonnen hatte», beschrieb «Dandy» sein Wechselbad der Gefühle.

Während Märtz seine lädierte R6 aus eigener Kraft an die Boxen zurückgebracht hatte, wurde Matt Binns eiligst mit dem «Lumpensammler» zum Podium chauffiert. «Ein grosses Dankeschön an Lothar Neukirchner und mein ganzes Team. Sie haben mir ein perfektes Setup gemacht. Ich habe mich richtig gut gefühlt auf dem Bike. Lothar sagte mir vor dem Rennen, ich solle es ruhig angehen und meine Pace finden. Ich konnte dann von Runde zu Runde forcieren und schliesslich die Lücke zu Danny schliessen. Es war schon verrückt, dass wir beide noch abgeflogen sind», lachte Binns mit dem Pokal für Rang zwei, der ersten Podestplatzierung eines Kanadiers im Yamaha-Cup.

Lucy Glöckner verpasste die Zeremonie. Sie war zu dem Zeitpunkt auf dem Weg zur Untersuchung ins Schleizer Krankenhaus, kehrte aber zwei Stunden später auf Krücken ins Fahrerlager zurück und gab Entwarnung: «Nichts gebrochen, nur Prellungen an der Hüfte und am Bein», freute sich die Sächsin über den dritten Platz. «Ich habe das Rennen verhalten begonnen, nachdem gleich in der ersten Runde Koen und Alain direkt vor mir gestürzt waren. Wenig später ist dann Marc an der gleichen Stelle gerade ausgefahren. Ich war richtig erschrocken, als er mich später wieder überholt hat. Ich habe gleich gekontert, um an Matt dran zu bleiben. Dann habe ich in der schnellen Links das Hinterrad verloren.»
 

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