ADAC GT Masters

Carrie Schreiner: «Hockenheim war mein schönster Tag»

Von Felix Schmucker - 11.12.2019 12:52

Neueinsteigerin Carrie Schreiner lässt ihr erstes Jahr im ADAC GT Masters noch einmal Revue passieren. In Lauf eins am Hockenheimring fuhr sie mit Teamkollege Dennis Marschall sogar auf das Podium der Gesamtwertung.

22 Punkte, ein Podium und ein Sieg in der Junior-Wertung: Das ist die Bilanz von Carrie Schreiner nach ihrem ersten Jahr im ADAC GT Masters. Bei ihrer Premiere in der Serie ging die junge Deutsche für HCB-Rutronik Racing an den Start. «Für mich war es ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Als ich in die Serie eingestiegen bin, war es klar, dass es nicht einfach wird. Im ADAC GT Masters fahren eben die Besten der Besten. Aber ich habe für mich persönlich vor allem in den Rennen eine klare Steigerung erkennen können», so Schreiners Fazit.

Als einzige Frau im Startfeld traf sie auf die etablierten ADAC GT Masters-Stars. Viel Zeit, sich zurechtzufinden und zu lernen, blieb da nicht. «Nach dem Motto 'Friss oder stirb' musst du mit jeder Situation so schnell wie möglich zurechtkommen. Das ist das extrem charakterbildend, aber genau dadurch lernt man«, so die 21-Jährige.

Ihren Audi R8 LMS teilte sie sich mit einem alten Bekannten: Dennis Marschall, gegen den sie schon im Kart antrat. «Wir haben uns extrem gut verstanden», so Schreiner. «Die Zusammenarbeit war sehr harmonisch, wir haben uns immer gegenseitig unterstützt, gemeinsam die Daten analysiert und besprochen, was wir noch verbessern können.» Das beste Ergebnis der Saison fuhren Schreiner und Marschall in Hockenheim ein. Die Pole-Position am Samstag wandelten Marschall und Schreiner in Platz drei um.

Ein Podiumsplatz am eigenen Geburtstag - das Highlight schlechthin für Schreiner: «Ohne zu übertreiben, das war wirklich der schönste Tag in meinem Leben. Dieses Jahr war teilweise sehr hart. Doch da hat alles zusammengepasst. Ich wusste nicht, wohin mit meinen Emotionen. Da ist die eine oder andere Träne geflossen.»

Auch ihren Rennstall HCB-Rutronik Racing kannte Schreiner schon vor dem Aufstieg in die Liga der Supersportwagen. Bereits 2018 arbeiteten sie in anderen Serien zusammen. Auf die Unterstützung des Teams konnte Schreiner immer zählen. «Man hat wirklich gemerkt, dass jeder alles für den anderen machen würde. Wir sind nicht einfach nur ein Team, sondern wir sind richtige Freunde geworden, wie eine kleine Familie. Und wenn es mal nicht so gut lief, hat das Team immer versucht, mir beispielsweise mit Tests oder durch gemeinsames Daten-Analysieren mit meinen Teamkollegen zu helfen. Obwohl es das erste Jahr in der Serie war, hat das Team extrem viel Erfahrung. Wir haben von Anfang an aneinander geglaubt, deswegen sind wir den Schritt ins ADAC GT Masters auch gemeinsam gegangen.»

Als eine Schlüsselfigur verpflichtete HCB-Rutronik Racing - der Rennstall war ebenfalls neu im ADAC GT Masters - keinen geringeren als den zweifachen Le-Mans-Sieger sowie ITC-Meister Manuel Reuter. In seiner Funktion stand er Schreiner während der gesamten Saison als Mentor zur Seite. «Manuel ist hochprofessionell und ein richtiger Racer. Er sagt dir immer genau, was Sache ist und was er denkt. Es ist superhilfreich, wenn man jemanden hat, der nicht alles schönredet.»

Das zahlte sich aus: Für die Mannschaft rund um Teamchef Fabian Plentz war die Debütsaison eine überaus erfolgreiche. Schreiners Teamkollegen Kelvin van der Linde und Patric Niederhauser holten auf Anhieb den Fahrertitel, zudem holte HCB-Rutronik Racing den Teamtitel. Ein Erfolg, zu dem auch Schreiner und Marschall mit ihren Punkten beitrugen.

Bevor es im April 2020 beim Saisonauftakt in Oschersleben wieder losgeht, stehen für Schreiner nun Fitnesseinheiten und Runden im Simulator auf dem Programm. Auch die Rennen der vergangenen Saison werden noch einmal durchgegangen. Aber auch die Zeit zu Hause mit Familie und Freunden soll nicht zu kurz kommen. «Ich bin dieses Jahr 22 Rennen gefahren, da ist es ganz schön, wenn ich etwas mit meinen Freunden unternehme und einfach ein bisschen abschalten kann.»

Ein wichtiger Punkt, bei dem Schreiner noch Verbesserungspotenzial für 2020 sieht, ist das Qualifying: «Das ist eigentlich die größte Hürde für die nächste Saison. Wenn ich hier bessere Leistungen zeigen kann, sehe ich eigentlich positiv in die Zukunft.» Ihre Ziele für ihre zweite ADAC GT Masters-Saison sind bereits gesteckt: «Weitere Punkte einfahren und so weit wie möglich vorn stehen.»

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