Bilanz Dirk von Zitzewitz: Zweimal top, viermal Flop

Von Toni Hoffmann
Bei der 43. Rallye Dakar gab es Etappensiege und Rückschläge für Dirk von Zitzewitz, dem Sieger von 2009, Kardanwelle gebrochen statt möglichem Etappensieg für ihn und Yazeed Al Rajhi.

Der Abschluss passte zum Verlauf der 43. Rallye Dakar: Yazeed Al-Rajhi und Dirk von Zitzewitz mussten bei der Rallye Dakar zum Abschluss noch einmal kämpfen. Dennoch zeigte das Duo bei der ersten gemeinsamen Rallye Dakar sein volles Potenzial: Zwei Tagessiege gingen insgesamt an Al-Rajhi/von Zitzewitz. Auch wenn ihm ein positiver Abschluss verwehrt blieb: Das saudi-arabisch–ostholsteinische Gespann lag auf der Schlussetappe zwischen Yanbu und Dschidda 13 Kilometer vor dem Ziel bereits auf Kurs Top-Resultat, als eine Kettenreaktion aufgrund einer gebrochenen Kardanwelle sie bremste.

Insgesamt verlief die Dakar durch Saudi-Arabien für die lokale Instanz des Marathon-Rallye-Sports und den Sieger von 2009 ähnlich enttäuschend. Gleich zweimal erlebten Al-Rajhi/von Zitzewitz mehr Reifenschäden als sie Ersatzräder mitnehmen durften, Wartezeit auf Spender inklusive. Einmal streikte das Getriebe am von Overdrive privat eingesetzten Toyota Hilux. Die zwei Tagessiege entschädigten aber für die harten Zeiten.

«Ein Comeback mit zwei Etappensiegen, ich kann es also noch! Die Rallye Dakar war eine große Herausforderung für Fahrer und Beifahrer, und ich bin stolz, wie gut wir sie gemeistert haben. Die Technik hat leider nicht so mitgespielt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Aber wir haben unser Potenzial gezeigt! Ich denke, dass mit uns im Weltcup 2021 und bei der Dakar 2022 zu rechnen ist. Wir haben noch Großes vor, da bin ich mir jetzt sicher», berichtet Dirk von Zitzewitz.

Hart, härter, anspruchsvoller Wüstenklassiker für Fahrer und Beifahrer

4.588 Kilometer gegen die Uhr, 8.070 insgesamt: Die Rallye Dakar führte 2021 in einer Schleife von und nach Dschidda (Jeddah) durch Saudi-Aarabien. Und dabei über schwer zu bezwingende Dünen, über temporeiche Sand- und Schotterpisten, durch enge, verwundene Canyons und über zahllose spitze Steine und unnachgiebiges Geröll. Vor allem der steinige Untergrund machte den Allradlern zu schaffen. Reihenweise gaben die reglementsbedingt kleiner als bei der Buggy-Konkurrenz bemessenen Reifen auf.

Zweimal reichte für Al-Rajhi/von Zitzewitz der maximale Vorrat von Ersatzrädern, drei an der Zahl, nicht aus, um über die Prüfungsdistanz zu kommen. Zweimal mussten sie entsprechend zeitraubend auf Hilfe warten, etwa auf Reifenspender aus dem Overdrive-Team. Neben einem Getriebeschaden kostete am letzten Tag eine gebrochene Kardanwelle den möglichen Etappensieg. Die Kardanwelle zerstörte eine Ölleitung des Motors, das Öl lief aus. Al-Rajhi/von Zitzewitz beendeten die Rallye Dakar deshalb am Abschleppseil eines Teamkollegen.

Dennoch gab es für das saudi-arabisch–ostholsteinische Duo Grund zur Freude. Auf dem siebten Teilstück von Ha’il nach Sakaka, dem ersten Teil einer Marathon-Etappe ohne abendlichen Service, zeigten sie ihr fahrerisches und navigatorisches Können. Und das, nachdem sie als zweite und damit auf einer ungünstigen Startposition ins Rennen gingen. Auch am zehnten Tag und dem Teilstück zwischen Neom und al-‘Ula waren sie nicht zu schlagen.

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