Asch über Schumacher: «Bekomme heute noch Gänsehaut»

Von Andreas Reiners
DTM

Roland Asch hat die kurze DTM-Karriere von Michael Schumacher als dessen Teamkollege miterlebt. Denkt er daran zurück, bekommt er heute noch Gänsehaut, wie er verrät.

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre waren es noch andere Zeiten in der DTM. Die goldene Ära, wie viele Beobachter von damals heute noch schwärmen.

Mittendrin war damals auch Roland Asch, der sich einen Mercedes 190 2.3-16 zulegte und als Privatmann mitmischte. 1988 wurde er im 190E des Berliner BMK-Teams Vizemeister.

Er schraubte auch selbst am Auto herum, zusamen mit Freunden, die keine Kfz-Mechaniker, sondern Dachdecker, Steuerberater und Metzger waren. Alles sehr hemdsärmelig, eine besondere Zeit. Asch fuhr 175 DTM-Rennen und gewann sechs davon. Zweimal wurde er Vizemeister, nach 1988 auch 1993.

Eine besondere Episode: 1991 hatte er im Zakspeed-Team einen neuen, sehr jungen Teamkollegen: Michael Schumacher, damals 21 Jahre alt.

«Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut», erinnert sich Asch beim Schwäbischen Tagblatt. «Erst fuhr Fabien Giroix, der war nicht gut genug, und dann kam Michael. Wir hatten so ein super Verhältnis. Ich war damals schon über 40. Wenn wir auch sonst uns später mal getroffen haben, der hat mich immer wieder gekannt.»

Das Talent habe er damals schon erkannt, so Asch: «Aber er war halt für mich mehr der Typ für Formel-Autos, für offene.» Das stimmt, denn Schumachers Intermezzo in der DTM 1990/91 war kurz, und es war vor allem nicht von Erfolg geprägt. «Es war irgendwie nicht so mein Ding, in einem Auto mit Dach zu sitzen», sagte er später mal. Insgesamt vier Mal mischte er in der DTM mit.

Die berühmteste DTM-Episode des Rekord-Weltmeisters: Schumacher spielte im Titelrennen 1990 eine Hauptrolle. Johnny Cecotto ging als Spitzenreiter in die letzten beiden Rennen in Hockenheim. Den großen Traum vom Titel zerstörte ihm ausgerechnet Schumacher: Im ersten Lauf dauert es bis zur ersten Kurve, ehe Schumacher den Venezolaner abräumte: Neustart.

Mit einem Ersatzauto war Cecotto chancenlos. Beide Rennen gewann schließlich Hans-Joachim Stuck, der im Premierenjahr von Audi auch gleich den Titel holte. «Dieses schmutzige Spiel hat mit Sport nichts zu tun», schimpfte Cecotto anschließend.

Asch ist bekennender Schumacher-Fan. «Wie der Kerle mit seinem Talent groß geworden ist, das ist faszinierend. Er hatte ja nicht groß Kohle gehabt. Mir erzählte er damals, wie er kaum das Geld zusammengebracht hat für Rennen und Tanken. Das war nicht so einfach, wie er groß geworden ist. Und das hat mir sehr imponiert.»

Beide liefen sich später hin und wieder noch über den Weg. «Ich bin später auch mal nach Italien eingeladen worden zum Moto-GP, da war der Michael auch. Der hat dann gleich nach mir geschrien und mich zu sich geholt. Wie früher. In Australien, in Melbourne, fuhr ich nach der DTM-Zeit mal Supercup mit dem Porsche. Da war auch das Formel 1-Rennen. Dann musste ich zur Rennleitung, weil ich irgend einen überholt habe bei Gelb oder weiß der Teufel. Und da stand der Michael plötzlich da. Nach Jahren später kam der einfach auf mich zu, fragte: „Roland, wie geht es dir, was machst du?“ Einfach schön!»


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