DTM: Warum gab es in der Not keine Hilfe aus Japan?

Von Andreas Reiners
DTM
Super-GT-Chef Masaaki Bandoh mit Gerhard Berger

Super-GT-Chef Masaaki Bandoh mit Gerhard Berger

Die DTM kämpft nach dem Audi-Ausstieg um eine Zukunft. Rettungsanker hätten die Japaner sein können, doch die bewiesen sich als unflexibel. Was DTM-Chef Berger ärgert.

Im Kampf um die Zukunft der Plattform DTM bringt es nicht viel, zurückzuschauen. Trotzdem fragen sich viele: Warum gab es aus Japan keine Hilfe?

Immerhin hat die Super GT gemeinsam mit der DTM jahrelang an einem Class-1-Reglement gearbeitet, um das zu praktizieren, was die DTM nun möglicherweise gerettet hätte: Ein Austausch der Autos untereinander.Das Show Event «Dream Race» in Fuji im vergangenen November sollte schließlich keine Eintagsfliege bleiben.

Doch trotz der Ausstiege von Aston Martin und Audi blieben Toyota, Nissan und Honda hart. Das Vorziehen des Plans, Autos untereinander zu tauschen, kam nicht in Frage.

«Das ärgert mich schon, keine Frage», sagte DTM-Chef Gerhard Berger SPEEDWEEK.com. «Ich bin mir nicht sicher, ob die Japaner das Thema nicht auch unterschätzt haben. Die Strategie war klar: Der Austausch von Autos hätte frühestens 2022 stattfinden sollen. Ich hatte vorgeschlagen zu überlegen, den Austausch der Fahrzeuge um ein Jahr vorzuziehen», so Berger.

Er verrät, dass es keine einseitige Sache gewesen wäre: «Wir hätten auch von europäischen Herstellern die Zusage gehabt, zwei Autos in Japan einzusetzen.»

Aber bei den Verhandlungen habe die Mentalität, die auf viel Vertrauen basiere, eine große Rolle gespielt, so Berger: «Deshalb dauert auch alles etwas länger als man es in Europa gewöhnt ist. Letztendlich sind die Japaner bei ihrer Timeline geblieben. »

Was am Ende das große Problem war, den Schritt ein Jahr vorzuziehen, kann auch Berger nicht beantworten. «Gute Frage. Ein japanischer Hersteller hätte zum Beispiel zwei Autos in Europa einsetzen können. Leider haben wir den Schritt nicht rechtzeitig hinbekommen.»

Was doppelt ärgerlich ist, denn die Entwicklung des Vierzylinder-Turbomotors hat Millionensummen verschlungen, bei Audi sollen es zum Beispiel 80 bis 100 Millionen Euro gewesen sein, die dafür draufgegangen sind. Für unter dem Strich zwei Saisons wohlgemerkt.

Die Super GT setzt unabhängig von der Zukunft der DTM bis Ende 2022 auf das aktuelle Class-1-Reglement. Komplett für die Katz sei das Class-1-Reglement nicht gewesen, so Berger. «Nein, denn wir haben den Fans hervorragenden Motorsport geboten. Die DTM ist auch dank des Reglements ein besonderer Stern am Motorsport-Himmel. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass professioneller Motorsport, der kostenmäßig einigermaßen zu stemmen ist und ohne BOP funktioniert, nur über ein Einheitsbauteile-Reglement funktioniert», sagte er.

Deshalb bleibt Class 1 bei den Planungen für die Zukunft neben einem GT3-Reglement auch erst einmal an Bord. Berger: «Ich würde die Tür gerne so lange wie möglich offenhalten. Am Ende entscheidet der Markt, ob es gewollt ist.»

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