Ekström-Kritik: Große Egos wollen Machtkampf gewinnen

Von Andreas Reiners
DTM
Mattias Ekström

Mattias Ekström

Die DTM startet in eine neue GT3-Ära. Mattias Ekström kritisiert dabei vor allem die Tatsache, dass die DTM und das GT Masters nicht zusammenarbeiten.

Die schlechte Nachricht: Mattias Ekström wird nicht in die DTM zurückkehren, weder als Fahrer, noch als Teamchef. Die gute Nachricht: Der Schwede hat trotzdem eine wie gewohnt klare Meinung zur Lage der Rennserie, die er von 2001 bis 2017 maßgeblich geprägt hat.

Die DTM startet am Wochenende 18. bis 20. Juni in Monza nicht nur in eine neue Saison, sondern nach dem Ausstieg von Audi und BMW auch in eine neue Ära mit GT3-Autos und Privatteams. Für Ekström ein Schritt, der zu spät kommt.

«Ich habe schon früher immer gehofft, dass die GT3-Autos kommen. Die Class-1-Autos waren cool, aber sie waren extrem teuer bei relativ wenig Gegenwert. Hätte man die GT-Autos früher an den Start gebracht, hätte man richtig etwas aufstellen können», sagte Ekström SPEEDWEEK.com. Was der Schwede meint: «Mit den Budgets aus den früheren DTM-Jahren hätte jeder Hersteller wahrscheinlich 20 GT3-Autos an den Start bringen können. Dann hätte man ein Starterfeld mit 60 Autos und damit eine ganz andere DTM gehabt.»

Stattdessen gibt es zwar teilweise eine Hersteller-Unterstützung für diverse Teams, doch die Coronakrise trifft nicht nur die Hersteller, sondern auch Teams und auch die ITR. «Ich glaube, dass es jetzt sehr schwer werden wird, die Serie für den Neustart so zu pushen, wie es früher der Fall war», sagte Ekström: «Es kann cool werden, aber ob es reicht, die Fans zu begeistern und einzufangen – das wird spannend zu beobachten.»

Elf Teams sind 2021 permanent am Start, sie setzen 18 Autos der Marken Audi, BMW, Mercedes, Ferrari und Lamborghini ein. Hinzu kommt JP Motorsport als Gaststarter mit einem McLaren.

Was sagt Ekström zum DTM-Feld? «Fünf bis zehn Top-Fahrer gibt es. Dann gibt es aber auch Fahrer, von denen man weiß, dass die mit dem Sieg nichts zu tun haben werden. Früher hatte die DTM die besten Fahrer, die es auf dem Markt gab. Jetzt besteht ein Teil des Feldes aus Pay-Drivern», so Ekström. Das sei nicht verkehrt, so Ekström, «die müssen ja auch lernen. Aber dafür gibt es theoretisch eine Plattform wie das ADAC GT Masters».

Einige Motorsport-Größen wie zum Beispiel Hans-Joachim Stuck oder auch Manuel Reuter hatten schon länger gefordert, dass die beiden Serien enger zusammenarbeiten sollten, vor allem in so schwierigen Zeiten wie der Coronakrise.

Auch Ekströms Hoffnung ist es, «dass die DTM und das ADAC GT Masters zusammenarbeiten. Das wäre die beste Lösung».

Das Problem: Die Verantwortlichen sehen die Sache anders. «Ich weiß, dass es nie so leicht ist, wenn sich zwei Könige einigen sollen. Aber dass Verantwortliche sich in einer Krise einigen und zusammenarbeiten, gehört zu den größten Herausforderungen der Zukunft, denn im Fall von DTM und GT Masters splittet man dadurch die Zuschauer», so Ekström.

Der Schwede weiter: «Man stelle sich ein gemeinsames Rennwochenende von DTM und GT Masters auf dem Norisring vor: Fahrer, Teams und Autos alle an einem Platz, die Tribünen pickepackevoll. So ein Mega-Event ist es, was die Fans wollen, das wäre ein Mehrwert für alle. Leider wird das oft durch persönlichen Stolz verhindert. Die großen Egos wollen den Machtkampf gewinnen, doch unter dem Strich verliert der Motorsport und andere Sportarten gewinnen. Das wäre mein Wunsch für den Motorsport: Weniger ‚Ich, ich ich‘, dafür mehr miteinander.»


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