Timo Glock: «Ein großes Lob, das Druck aufbaut»

Von Andreas Reiners
DTM
Timo Glock bei seinem Sieg in Hockenheim

Timo Glock bei seinem Sieg in Hockenheim

DTM-Legende Bernd Schneider glaubt, dass Timo Glock 2014 um den Titel mitfahren kann. Der BMW-Pilot selbst ist von dem Lob beeindruckt.

Bernd Schneider muss es ja eigentlich wissen. Schließlich ist er mit fünf Titeln der erfolgreichste DTM-Fahrer aller Zeiten. Und so ist es auch ein kleiner Ritterschlag, als Schneider SPEEDWEEK.com zuletzt erklärte, Timo Glock könne um den Titel mitfahren.

«Ich glaube, dass er das Zeug dazu hat. Aber in der DTM gehört mehr dazu als nur ein Fahrer, der das Zeug dazu hat. Es muss einfach alles passen. Wenn es bei Timo Glock so zusammenspielen sollte – warum sollte er dann nicht Meister werden? Ich würde mich freuen, wenn er im nächsten Jahr um die Meisterschaft mitfahren kann. Denn so einen Mann braucht die DTM.»

SPEEDWEEK.com hat bei Timo Glock am Rande der Testfahrten in Ungarn nachgefragt. Und Glock ist beeindruckt. Dem BMW-Piloten fehlen dann zunächst auch die Worte. «Das ist ein großes Lob, das direkt Druck aufbaut», sagt Glock und lacht. «Das ehrt mich, wenn das jemand sagt wie Bernd Schneider, der in meinen Augen der Michael Schumacher des Tourenwagensports ist. Das ist schön, so etwas zu hören. Ich hoffe, dass er Recht behält. Das wäre schön», so der 31-Jährige.

Natürlich weiß aber auch Glock, dass mehr dazu gehört, als bloß das Zeug dazu zu haben. Der Odenwälder war 2013 mit 40 Punkten Gesamtneunter. Und das mit nur zwei Rennen, in denen er punkten konnte: Ein dritter Platz in Spielberg und schließlich der Sieg zum Abschluss in Hockenheim. Wie es dank Konstanz zum Titel reicht, zeigten Mike Rockenfeller und sein Team Phoenix 2013, als der Audi-Pilot in neun von zehn Rennen punktete und zwei gewann. «Wenn Fahrer und Team nicht zu einhundert Prozent harmoniert, sieht ein Fahrer schlechter aus, als er eigentlich ist», sagt auch Schneider.

Ergo: «Ich muss schauen, konstanter in die Punkte zu fahren. Bei manchen Rennen waren wir ein wenig vom Pech verfolgt. Es ist aber ein Ding der Unmöglichkeit, Siege vorauszusagen. Ich möchte mich einfach noch einen Schritt verbessern», bleibt Glock zurückhaltend. Von Rückschlüssen, durch den Erfolg beim Saisonfinale sei er automatisch ein Favorit für den Saisonauftakt 2014 an gleicher Stelle, will er nichts hören.

«Von uns Ex-Formel-1-Fahrern wird immer erwartet: ‚Spätestens im zweiten Jahr.‘ Aber drei, vier Zehntel sind in der DTM zehn Plätze. Wenn du Fünfter bist, bist du der Chef. Machst du einen Fehler und verlierst eine Zehntel, bist du 15. und es wird gesagt, der kann es nicht mehr», so Glock über die Erwartungen an Piloten wie ihn, die aus der Formel 1 in die DTM kommen.

Glocks großes Problem war vor allem die letztjährige Reduzierung des freien Trainings auf nur noch 90 Minuten. «Wenn du dann als Neuling in so eine enge Serie kommst und musst die Strecken in 90 Minuten kennenlernen, die du seit zehn Jahren nicht mehr gefahren bist. In der Zeit musst du das Auto entwickeln und gehst unter Umständen in die falsche Richtung und drehst dich im Kreis und weißt nicht mehr, wo du bist», so Glock. « Bei so einem kurzen Wochenende das auf den Punkt zu bringen, ist entscheidend. Alle haben ihre Zeit gebraucht.»

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