Hans Weber: «Nicht mit der Brechstange versuchen»

Von Thorsten Horn
Eisspeedway-EM
Hans Weber

Hans Weber

Viel Vorbereitungszeit auf die am kommenden Sonntag im polnischen Tomaszow Mazowieki anstehende Eisspeedway-Europameisterschaft blieb den Akteuren nicht. Nach zwei Tagen Eis-Training ist Hans Weber aber guter Dinge.

«Da man lange überhaupt nicht wusste, ob in diesem Winter noch was geht, habe ich mich natürlich auch nicht mit der größten Intensität um die Vorbereitung gekümmert. Ich hatte zwar gewisse Pläne, doch musste ich die immer wieder anpassen. Daher habe ich mich hauptsächlich um meine Technik gekümmert», meinte der 36-jährige Bayer und fügt kleinlaut an: «Eigentlich bin ich derzeit auch etwas zu schwer.»

Trotz allem hat er zusammen mit ein paar Fahrerkollegen kurz vor dem EM-Rennen den «Sommerrost» abgeschüttelt. Zusammen mit seinem Teamkollegen, Newcomer Benedikt Monn, war er letzten Freitag im Freistaat Richtung Schweden aufgebrochen und nach über 24 Stunden Fahrt in Strömsund angekommen. Da auf Grund zu milder Temperatur dort nichts ging, reiste man weiter nach Funäsdalen.

«Nach Russland konnten wir wegen Corona nicht rüber, sodass wir uns für die Variante Schweden entschieden haben», begründete Weber im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Nun sind wir beide froh, dass wir am Montag und Dienstag wenigstens ein bisschen fahren konnten. Es waren zwar nur zwei Tage Training, doch die sind zufriedenstellend verlaufen. Ich habe eine neue Gabel und darüber einige Erkenntnisse ziehen können. Eine richtige Aussage kann man aber noch nicht treffen. Das wird sich dann in Polen herausstellen. Natürlich werde ich mein Bestes geben. Es wäre schön gewesen, wenn wir ein intensiveres Training gehabt hätten, aber ich löse so etwas meistens ohnehin eher situativ.»

Dass der «Eishans» überhaupt Eiszeit bekam, hat er letzten Endes Franky Zorn zu verdanken, der schon ein paar Tage länger in Schweden weilte und auf einem zugefrorenen See eine Bahn vom Schnee freigeschoben hatte. «Diese war nach dem ersten Tag ziemlich kaputt. Da wurde die nächste Bahn ausgeschoben – fertig. Das macht der Franky immer sehr gut. Er ist mit Räumfahrzeug und Startmaschine brutal gut organisiert. Das habe ich schon einmal vor zwei oder drei Jahren mitgemacht und war total begeistert», lobte der Deutsche Meister einen seiner Hauptkonkurrenten bei der Ein-Tages-EM am Sonntag, 13. Dezember.

Neben Franky Zorn, Hans Weber und Benedikt Monn hatte sich auch der ehemalige Moto3-WM-Pilot Jasper Iwema der Trainingsgruppe angeschlossen. Mehr Fahrer wollte man wegen Corona nicht dabei haben. «Wir sind aktuell zu dritt Richtung Polen unterwegs. Der Jasper fährt vor», erklärte Weber am Telefon. «Wenn wir nicht direkt nach Polen kommen, machen wir einen Umweg über Dänemark und Deutschland nach Polen. Die Grenzen sind bisher alle offen gewesen, derzeit gibt es nur Reisewarnungen.»

Und was meint er zu seinem ersten Auftritt bei der Europameisterschaft? «Zur EM habe ich gemeint, wenn ein Platz übrig ist, soll der Verband diesen Benedikt geben. Ich hätte halt seinen Mechaniker gemacht. Nachdem dann sogar zwei Plätze frei waren, haben wir uns gesagt, dass wir das zusammen machen. Es kommt natürlich auch auf die Bahn an, ob diese den Russen oder eher uns Europäern entgegenkommt. Ich möchte mich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, aber klar ist, dass ich nicht zum Verlieren dorthin fahre. Da ich die EM eigentlich nicht auf dem Plan hatte, hat sie für mich nicht die höchste Priorität. Wenn ich aber den Helm aufhabe und gut drauf bin, werde ich natürlich nicht zurückstecken. Sollte aus irgendeinem Grund gar nichts gehen und ich irgendwelche Probleme bekommen, werde ich es nicht mit der Brechstange probieren.»

Wie es nach Tomaszow Mazowieki weitergeht, kann auch Hans Weber nicht sagen. «Ob der WM-Lauf in Togliatti (derzeit das einzige geplante WM-Rennen in Russland – Anm. d. Red.) stattfindet, steht in den Sternen. Genauso Berlin, wobei das echt schade wäre, denn das ist immer eine schöne Veranstaltung.»

Dazu sein angemerkt, dass sich die Eisspeedwayunion Berlin nach wie vor um eine Austragung vom 4. bis 7. März 2021 inklusive der DM am Donnerstag bemüht und inzwischen ein entsprechendes Konzept eingereicht hat. «Unser Ticketbestellsystem ist startbereit und wartet aufs Freischalten», erklärte Bernd Sagert, der stellvertretende Vorsitzende der ESU.

Das Startfeld der Eisspeedway-EM:

1 Martin HAARAHILTUNEN (S)
2 Luca BAUER (D)
3 Konstantin KOLENKIN (RUS)
4 Lukas HUTLA (CZ)
5 Michal KNAPP (PL)
6 Johann WEBER (D)
7 Franz ZORN (A)
8 Dmitrij SOLIANNIKOV (RUS)
9 Jasper IWEMA (NL)
10 Benedikt MONN (D)
11 Andrej DIVIS (CZ)
12 Stefan SVENSSON (S)
13 Atte SUOLAMMI (FIN)
14 Philip LAGEDER (A)
15 Nikita TOLOKNOV (RUS)
16 Aki ALA-RIIHIMÄKI (FIN)
Reserve:
17 Jiri WILDT (CZ)

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