Ove Ledström: Probleme mit Augen & Armen, aber EM-5!

Von Thorsten Horn
Eisspeedway-EM
Ove Ledström

Ove Ledström

Mehr oder weniger erwartungsgemäß gingen bei der Eisspeedway-EM am vergangenen Sonntag in Polen die ersten drei Plätze an russische Fahrer. Die Überraschung des Tages war der Schwede Ove Ledström.

Mit dem Gedanken, dass die ersten drei Plätze bei der Eisspeedway-Europameisterschaft 2020 im polnischen Tomaszow Mazowieki an die drei nominierten Russen Dmitri Solyannikov, Konstantin Kolenkin und Nikita Toloknov gehen könnten, durfte man schon im Vorfeld spielen.

In den obligatorischen 20 Heats bestätigte sich das: Während Solyannikov mit Punktemaximum 15 direkt ins Finale einzog, war für den zweiten Fixplatz Heat 7 ausschlaggebend. Denn Kolenkin und Toloknov hatten am Ende jeweils 13 Zähler auf dem Konto und Kolenkin besiegte seinen Widersacher im direkten Vergleich. Damit war er ebenfalls ohne Umweg für den Kampf um die Medaillen qualifiziert.

Toloknov gewann später den Last-Chance-Heat und stand damit ebenfalls im Finale. So auch Altmeister Stefan Svensson, der nach Hans Webers Sturz im Re-run vor Ove Ledström Zweiter wurde.

Im Finale einigten sich Solyannikov, Kolenkin und Toloknov auf diese Reihenfolge. Dem 62-jährigen Dauerbrenner Stefan Svensson blieb EM-Rang 4: «Von diesem Ausgang bin ich total überrascht. Mein letztes Rennen habe ich Anfang März bei der Team-WM in Berlin bestritten. In diesem Winter ist es bei uns in Schweden bis jetzt unnormal warm, sodass sich mir noch keine Trainingsmöglichkeit bot. Deshalb bin ich nach Polen gefahren und wollte einen Platz in den Top-10. Dass es Platz 4 wurde, ist für mich fantastisch und macht mich ein bisschen stolz.»

Dessen 23-jähriger Landsmann Ove Ledström wurde EM-Fünfter, was in doppelter Hinsicht einer kleinen Sensation gleichkam. Zum einen tauchte er im ursprünglichen Line-up gar nicht und in Tomaszow Mazowieki lediglich als Mechaniker und Helfer von Martin Haarahiltunen auf. Nachdem dieser im Training am Samstag einen eigentlich harmlosen Sturz hatte und sich dabei den rechten Ellenbogen brach, wurde Ledström ersucht, das 16er-Feld zu komplettieren. Reservefahrer Jiri Wildt aus Tschechien war zuvor schon für den nicht angereisten Österreicher Philip Lageder ins reguläre Feld aufgerückt.

«Ich wollte in diesem Winter pausieren, denn ich bin im vorigen Winter einige Mal ziemlich schwer gestürzt und habe mir dabei den Kopf so angeschlagen, dass ich bis heute nicht richtig sehe. Dann hat sich Martin leider verletzt und ich bin eingesprungen», sagte der zweifache Vizeweltmeister mit dem Team Schweden, Ove Ledström, zu seinem Blitz-Comeback.

Nach vier individuellen Übungsrunden, und einem kurzen Startband-Training unmittelbar vor der offiziellen Eröffnung der EM, durfte Ledström mit dem von Haarahiltunen übernommenen Startplatz 1 sowie im von Luca Bauer geborgten Ersatzanzug gleich im Opener ran. Dabei war sein Sehvermögen, möglicherweise nur temporär, gut genug, um Kolenkin (!) und Bauer zu bezwingen und den ersten Dreier einzufahren. Dieses Kunststück wiederholte er in seinem zweiten Heat und hatte am Ende genauso elf Punkte eingefahren wie Hans Weber. Als Dritter des Last-Chance-Heats landete er im Ranking vor dem Bayer auf Rang 5. «Weder, dass ich so gut gefahren bin, noch mit dem Ergebnis habe ich gerechnet. Am Ende hatte ich harte Unterarme, weil ich mich nicht körperlich vorbereitet hatte. Ich will den Mund nicht zu voll nehmen, aber vielleicht wäre sogar noch etwas mehr gegangen. Aber egal, es hat viel Spaß gemacht. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Derzeit ist auch bei uns in Schweden nicht viel los in Sachen Eisspeedway. Die Schwedische Meisterschaft und auch die Liga sind abgesagt. Bei uns bekomme ich nichts mit von Corona und kann den ganzen Hype irgendwie nicht verstehen.»

Ergebnisse Eisspeedway-EM-Finale:

1. Dmitri Solyannikov (RUS), 15+3 Punkte
2. Konstantin Kolenkin (RUS), 13+2
3. Nikita Toloknov (RUS), 13+1
4. Stefan Svensson (S), 10+0
5. Ove Ledström (S), 11
6. Johann Weber (D), 11
7. Franz Zorn (A), 9
8. Andrej Divis (CZ), 7
9. Jasper Iwema (NL), 6
10. Aki Ala-Riihimäki (FIN),5
11. Luca Bauer (D), 5
12. Jiri Wildt (CZ), 4
13. Michal Knapp (PL), 4
14. Benedikt Monn (D), 3
15. Lukas Hutla (CZ), 2
16. Atte Suolammi (FIN), 1

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