Lance Stroll (Williams): «Ich verdiene mein Cockpit»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der 18jährige Kanadier Lance Stroll beteuert, dass Kritik an ihm abpralle. «Ich lese nicht, was über mich geschrieben wird. Aber eines steht fest – ich verdiene mein Cockpit in der Formel 1.»

Williams hat das Testprogramm umgekrempelt, erneut sass am Mittwochmorgen Veteran Felipe Massa im Auto – nachdem der drittälteste Rennstall der Formel 1 (nach Ferrari und McLaren) in der ersten Woche viel Zeit verloren hatte. Wegen Lance Stroll. Der 18jährige GP-Neuling erlaubte sich in der vergangenen Testwoche drei Fehler, beim letzten wurde das Chassis so beschädigt, dass Williams früher aufhören musste.

Der Milliardärs-Sohn wirkt uneinsichtig. Auf sachte Fragen nach Fehlern reagiert er pampig. Die Journalisten im Fahrerlager des Circuit de Barcelona-Catalunya mehr als eine Stunde warten zu lassen, hat ihn nicht beliebter gemacht.

Immerhin gibt der Formel-3-Europameister von 2016 zu: «Die erste Testwoche ist nicht gut zu Ende gegangen.» Vor seinem Abflug hatte der junge Pilot aus Montreal fast hundert Runden zurückgelegt. «Ich fühlte mich im Wagen immer mehr zuhause», lässt er im Journal de Montreal wissen. «Von der Piste zu rutschen, das gibt’s nun mal. Das passiert anderen Fahrern auch. Ich bin weit davon entfernt, entmutigt zu sein. Man darf den Kopf nicht verlieren. So etwas musst du abhaken, du musst dich aufs Positive konzentrieren. Ich will nur so schnell als möglich wieder ins Auto.»

Der Vorwurf, er sei mit seinen 18 Jahren zu jung für die Formel 1, lässt Lance Stroll kalt. «Ich weiss, dass sich bereit bin», beteuert der Nordamerikaner. «Ich habe Meisterschaften gewonnen. Ich habe die von der FIA vorgeschriebenen Punkte erreicht, welche du für den Formel-1-Führerschein namens Superlizenz brauchst. Ich verdiene mein Cockpit in der Formel 1. Die Leute können sagen, was immer sie wollen. Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Ich lese nicht, was über mich geschrieben wird. Meine Aufgabe besteht darin, einen Rennwagen zu fahren.»

«Ich habe geschuftet, um in die Formel 1 zu kommen. Das ist keine Frucht des Zufalls. Aber wie überall im Leben musst du geduldig sein, um Erfolg zu haben.»

Formel-1-Champion Lewis Hamilton hat in den Raum gestellt, der Zeitpunkt des Einstiegs von Lance Stroll sei denkbar ungünstig. Weil diese neue Generation von Rennwagen so schwer zu bändigen sei. Und auch Strolls Williams-Stallgefährte Felipe Massa liess wissen: «Der hohe Abtrieb und die körperliche Belastung sind happig. Und ich weiss, wie viele Fehler ich als 18-Jähriger gemacht habe.»

Aber Stroll lässt das alles nicht gelten: «So denke ich nicht. Gewiss, mir fehlt Erfahrung. Aber ich fühle mich nicht verloren. Selbst wenn die Autos schneller denn je durch die Kurven pfeifen. Die Formel 1 ist die Königsklasse, auf dieses Ziel habe ich mich jahrelang vorbereitet. Ich bin nicht im Geringsten in Sorge, dass ich mich in diesem Umfeld nicht zurechtfinden kann.»

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