Valtteri Bottas: «Hamilton hat mich nicht überrascht»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Valtteri Bottas

Valtteri Bottas

​Nico-Rosberg-Nachfolger Valtteri Bottas hat sich bei seinem Debüt für Mercedes-Benz überaus beachtlich aus der Affäre gezogen: Rang 3. So schätzt der Finne selber seine Leistung in Australien ein.

Drei Zehntelsekunden hinter Lewis Hamilton im Qualifying, nur wenige Sekunden Rückstand im Rennen und ein Podestplatz beim Saisoneröffnungsrennen – Valtteri Bottas muss sich für sein Debüt bei Weltmeister Mercedes-Benz wahrlich nicht schämen.

Aber typisch Bottas, wenn er trocken festhält: «Du kannst dich immer verbessern. Ich selber setze mir extrem hohe Ziele, und im Qualifying fand ich selber, die habe ich verpasst.»

«Was das Rennen angeht, so bin ich mit der ersten Hälfte nicht so zufrieden, mit dem Speed im zweiten Rennteil aber sehr. Ich kam mit dem weichen Reifen viel besser zurecht als mit der ultraweichen Mischung. Nun müssen wir herausfinden, wieso der Mercedes mit der weichsten Reifenmischung zu stark rutschte und die Walzen nicht die normale Haftung aufbauten. Alles in allem aber ein solider Start, auch wenn ich daran denke, wie spät ich zum Team gekommen bin. Darauf lässt sich aufbauen.»

Niki Lauda liess nach dem Rennen wissen, Bottas fahre schon auf Rosberg-Niveau. Valtteri wird sichtlich verlegen: «Also ich weiss nicht. Ich finde den Vergleich ein wenig schwierig. Aber wenn er das gesagt hat, dann ist das natürlich auch nett. Ich selber weiss einfach – das ist jetzt eine Standortbestimmung, aber da kommt noch viel mehr. Ich weiss, ich kann mich erheblich steigern.»

Nach einem Wochenende an der Seite von Lewis Hamilton meint der Finne: «Lewis Hamilton hat mich nicht überrascht. Ich hatte erwartet, dass er sauschnell ist, er gibt dem Team reiches Feedback übers Auto, ich meine, es ist ja kein Zufall, dass er dreifacher Weltmeister ist und so viele Rennen gewonnen hat. Wir haben an diesem Wochenende gut zusammengearbeitet, und das hatte ich nach den ersten Eindrücken aus den Testfahrten auch so erwartet.»

Zum Schluss des Rennens rückte Bottas näher an Hamilton heran. Hand aufs Herz: Hat Valtteri nicht daran gedacht, dass er ihn vielleicht schnappen könnte? Bottas: «Ich kam Lewis immer näher, das ist wahr. Aber wenn du mit dieser Generation Autos auf dieser Strecke mit dem gleichen Rennwagen auf fast identischen Reifen ankommst, dann ist es mindestens schwierig, einen erfolgverheissenden Angriff zu starten. Schon beim Abstand von gut zwei Sekunden verlierst du Anpressdruck. Eine Chance hast du nur, wenn dein Auto markant schneller wäre. Also habe ich gewusst – ich habe gegen Lewis nur eine Möglichkeit, wenn er sich einen Fehler erlaubt.»

«Ich hoffe, auf Piste mit längeren Geraden ist mehr möglich, wie etwa in China. Aber auf Strecken wie Barcelona werden wir wohl nicht viele Überholmanöver zu sehen bekommen.»

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