Toto Wolff: Die Mercedes-DNA muss wichtig sein

Von Andreas Reiners
Formel 1
Toto Wolff

Toto Wolff

Toto Wolff beneidet den Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft um die Identifikation der Fans mit dem DFB-Team. Mercedes braucht in der F1 dafür vor allem Nachhaltigkeit.

Mercedes und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gehen ab 2019 getrennte Wege, und das nach 45 Jahren. Ab dann wird VW Sponsor des DFB-Teams.

In den vergangenen Jahren haben sich trotz der unterschiedlichen Welten, aber eben auch ähnlichen Themen, Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff immer wieder ausgetauscht. «Wir wollen voneinander lernen», sagte Wolff in einem Doppelinterview mit Bierhoff in der FAZ.

Dabei verriet der Österreicher auch, um was er Bierhoff beneidet: «Er hat es geschafft, dass sich ganz Deutschland mit der Nationalelf identifiziert. Die Heim-WM und die Erfolge haben natürlich geholfen. Das bindet natürlich Menschen auch gerade in Zeiten, in denen es vielen nicht ganz so gut geht», sagte Wolff und zog den Vergleich zur Formel 1.

Denn daraus sei eine Marke entstanden, die so etwas sei, wie in der Formel 1 Ferrari für die Italiener, so Wolff: «Das fehlt uns bei Mercedes noch. Aber das braucht Zeit. Ich mache mir keine Illusionen, dass nach drei Jahren Erfolg ganz Deutschland einen WM-Titel von Mercedes feiert.»

Der berechtigte Einwand von Bierhoff: Bei der Nationalmannschaft habe das auch zehn Jahre gedauert. «Das ist intern genau meine Message: Wir brauchen zehn Jahre Nachhaltigkeit», so Wolff. Allerdings ist Mercedes erst seit 2010 wieder in der Formel 1. «Ferrari macht das schon 50 Jahre. Aber mit jedem Jahr länger in der Formel 1 schüren wir das Bewusstsein und den Stolz auf dieses Team: Wir sind Mercedes!»

Zudem will der Österreicher den Fokus auf die beiden Fahrer reduzieren. Auch wenn Mercedes in Lewis Hamilton einen globalen Superstar in seinen Reihen hat. «Wir werben bei Mercedes gerade mit einem Sujet, bei dem alle Leute in einem Stern zusammenstehen. Wir sind mittlerweile fast 1600 Leute, die für die zwei Fahrer und die zwei Autos da draußen arbeiten», so Wolff.

Ferrari pushe ausschließlich das Image der Scuderia Ferrari, nicht das seiner Fahrer, so Wolff. «Niki Lauda hat mir zuletzt gesagt, dass Enzo Ferrari persönlich das Image der einzelnen Fahrer selbst immer begrenzt hat. Schon ihm ging es ausschließlich um den Erfolg der Marke Ferrari. Wir sind bei Mercedes jetzt in einer Phase, in der wir stark von Lewis’ Image profitieren. Aber in der weiteren Entwicklung muss unsere eigene Identität, die DNA von Mercedes wichtig sein.»

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