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Aeroscreen: Über Umweg IndyCar zurück in Formel 1?

​2017 beschloss der Autosport-Weltverband FIA: Ab 2018 müssen Formel-1-Autos mit dem Kopfschutz Halo ausgerüstet werden. Die Alternative Aeroscreen wurde verworfen. Sie bewährt sich derzeit im IndyCar-Sport.

Formel 1

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Jahrelang experimentieren die Sicherheitsexperten des Autosport-Weltverbands FIA mit Schutzvorrichtungen, welche den Kopf des Einsitzerpiloten vor schlimmen Verletzungen bewahren sollen. Ausprobiert wurden zunächst geschlossene Kanzeln wie bei einem Jagdflugzeug, dann der so genannte Halo (Heiligenschein). Es folgte der Aeroscreen von "Red Bull Advanced Technologies" (RBAT), eine Schutzscheibe.

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Die Formel-1-Fahrer wollten vom Halo zunächst überhaupt nichts wissen. Der Aeroscreen (von Einigen auch "Shield" genannt), eine Scheibe aus Polyvinylchlorid (PVC), wurde im Rahmen des Russland-GP 2016 von Daniel Ricciardo (Red Bull Racing) und beim britischen Grand Prix in Silverstone von Sebastian Vettel ausprobiert. Der Ferrari-Star hatte Mühe mit der Krümmung der Scheibe.

Letztlich entschied sich die FIA für die Einführung des von Fans und Fahrern ungeliebten Halo auf Anfang 2018, inzwischen werden schrittweise alle weiteren Einsitzerserien mit diesem Titanbügel ausgestattet. Die Entwicklung des Aeroscreens stand aber nie still, und auch der Autoverband FIA beteuerte – wenn die Entwicklung weiter fortgeschritten ist, wird das System erneut für einen Einsatz in der Formel 1 begutachtet.

An diesem Punkt sind wir jetzt, denn der Aeroscreen hat sich bei IndyCar-Rennen gewährt, beim Rennen auf dem Texas Motor Speedway vom 6. Juni. Der fünffache IndyCar-Champion Scott Dixon aus Neuseeland sagt: "Der Aeroscreen ist hinsichtlich Sicherheit und Design besser. Klar, über das Aussehen lässt sich jeweils streiten, aber in Sachen Sicherheit ist das ein grosser Fortschritt. Ich habe in Sachen Kopfschutz immer gesagt – wenn man das richtigmachen will, dann muss man es von Anfang an gut hinbekommen. Ich glaube, der Halo wurde sehr schnell konstruiert. Es ist cool, dass Red Bull Advanced Technologies diesen Aufwand betreibt."

Beim Aeroscreen für die IndyCar-Serie handelt es sich um eine Weiterentwicklung mit Titanrahmen und einem Schirm aus Polycarbonat-Laminat. Kein Teil des damals in Sotschi 2016 ausprobierten Prototypen entspricht dem Aeroscreen von heute. Die anfänglichen Probleme mit Verzerrung sind längst gelöst.

Andy Damerum von Red Bull Advanced Technologies ist zufrieden: "Das System hat sich bewährt. Bei statischer Belastung und ballistischen Tests schneidet der Aeroscreen mindestens so gut ab wie der Halo. Die Scheibe bietet einfach mehr Schutz vor kleineren Trümmerteilen. Ein ganzes Feld von Rennwagen mit dem Aeroscreen zu sehen, das hat uns mit Stolz erfüllt."

Josef Newgarden, IndyCar-Champion von 2019: "Das Handling ist ein wenig anders, weil sich die Luftströmung ums Auto verändert hat, sonst aber vergisst du beim Fahren, dass du einen Schirm vor dir hast. Die Sicht ist sehr gut, ich könnte nichts daran aussetzen."

Die Sicherheitsfachleute der FIA arbeiten in enger Zusammenarbeit mit IndyCar und RBAT, um den Einsatz in der Formel 1 zu prüfen.

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