Formel 1: Mercedes-Ärger über Dummheit

Ross Brawn verteidigt Speed-Ranking der Formel-1-Asse

Von Rob La Salle
Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn

Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn

Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn verteidigt die datenbasierte Methode, mit der das umstrittene Speed-Ranking der Formel-1-Asse erstellt wurde.

Die Frage, wer im generationenübergreifenden Vergleich der schnellste GP-Pilot aller Zeiten ist, wird immer wieder heiss diskutiert. Ihren Beitrag dazu lieferten die Formel-1-Verantwortlichen unlängst, indem sie in einer datenbasierten Studie über die Qualifying-Leistungen der Rennfahrer ein Top-20-Ranking der schnellsten GP-Stars seit 1983 erstellten und veröffentlichten.

Zum Einsatz kam dabei ein Verfahren des Sponsors Amazon Web Services (AWS), die sogenannte «Machine Learning Technology», um mit Hilfe eines Algorithmus einen objektiven Vergleich ziehen zu können. Die Spitze der Rangliste belegt der grosse Ayrton Senna vor Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und Mercedes-Star Lewis Hamilton.

Dass es auch Fahrer wie Jarno Trulli und Heikki Kovalainen in die Top-10 schafften und sogar besser als Ferrari-Star Sebastian Vettel auf Platz 10 klassiert waren, hat die Gemüter vieler Fans erregt. Auch dass Grössen wie Nigel Mansell oder Mika Häkkinen in den Top-20 fehlen, hat für viele hochgezogene Augenbrauen gesorgt.

Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn hat auf die Kritik der Fans reagiert. In einer Video-Presserunde erklärte er: «Wir haben versucht, die schnellsten Fahrer auszumachen, die über eine Runde ihren Speed bewiesen haben, dabei aber nicht zwangsläufig auch mit ihrem Rennverhalten und den Ergebnissen glänzten. Es gab die eine oder andere Überraschung, aber wenn man genauer hinschaut, dann macht das bis zu einem gewissen Grad auch Sinn.»

Und der Brite, der weder mit Trulli noch mit Kovalainen zusammengearbeitet hat, offenbarte: «Jemand, der mit Jarno gearbeitet hat und den ich sehr gut kenne, sagte mir einst, wenn die Rennen nur fünf Runden dauern würden, dann würde Jarno jeden GP gewinnen, denn über kurze Distanzen zeigte er einen phänomenalen Speed.»

Brawn ist überzeugt, dass jeder generationenübergreifende Vergleich Kontroversen auslösen würde, denn es ist schwierig, die Autos und unterschiedlichen Strecken aus verschiedenen Epochen zu vergleichen. Dass die Fans sich über das Ranking lustig machen, glaubt er nicht. «Wenn sie erst einmal die Methodik verstehen, werden sie auch Verständnis für die Rangliste aufbringen», ist er sich sicher.

Spanien-GP 2020, Barcelona

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:19:44,062h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +24,177 sec
3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +44,752
4. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1 Runde
5. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +1 Runde
6. Carlos Sainz (E), McLaren, +1 Runde
7. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
8. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1 Runde
9. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
10. Lando Norris (GB), McLaren, +1 Runde
11. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
13. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
15. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
17. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +2 Runden
19. Romain Grosjean (F), Haas, +2 Runden      
      Charles Leclerc (MC), Ferrari, DNF

WM-Stand Fahrer nach 6 von 13 Rennen

1. Hamilton 132 Punkte
2. Verstappen 95
3. Bottas 89
4. Leclerc 45
5. Stroll 40
6. Albon 40
7. Norris 39
8. Pérez 32
9. Sainz 23
10. Ricciardo 20
11. Vettel 16
12. Ocon 16
13. Gasly 14
14. Nico Hülkenberg (D) 6
15. Giovinazzi 2
16. Kvyat 2
17. Magnussen 1
18. Räikkönen 0
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken
1. Mercedes 221
2. Red Bull Racing 135
3. Racing Point 63 (78)*
4. McLaren 62
5. Ferrari 61
6. Renault 36
7. AlphaTauri 16
8. Alfa Romeo 2
9. Haas 1
10. Williams 0

* 15 Punkte Abzug wegen Einsatzes illegal kopierter Bremsbelüfung

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