Motoren für Red Bull: Renault würde liefern

Von Adam Cooper
Formel 1
Renault-Teamchef Cyril Abiteboul

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul weiss, dass der Motorenhersteller mit den wenigsten Triebwerken im Formel-1-Feld verpflichtet ist, ein Team auf Anfrage zu beliefern. Er betont: «Wir wollen uns an die Regeln halten.»

Jahrelang belieferte Renault das Red Bull Racing Team, mit dem die Franzosen viele Triumphe feiern konnten. In den zwölf gemeinsamen Jahren von 2007 bis Ende 2018 wurden vier Fahrer-WM-Titel und vier Konstrukteurs-Pokale gewonnen. Doch trotz aller Erfolge wurde der Ton zwischen den beiden Parteien zum Ende der Zusammenarbeit rauer, obwohl das Bündnis intensiviert wurde und Renault von 2014 bis 2017 auch das Schwesternteam Toro Rosso (heute AlphaTauri) mit Antriebseinheiten ausstattete.

Aber mit dem Wechsel von den 2,4-Liter-V8-Motoren zu den 1,6-Liter-Turbohybrid-Triebwerken zum Saisonstart 2014 begannen die Probleme, weder bei der Standfestigkeit noch bei der Leistung kamen die Antriebseinheiten von Renault, die Red Bull teuer bezahlte, an die Motoren der Konkurrenz heran. Der Ärger darüber war gross und die Kritik am verschlafenen Start in die Turbohybrid-Ära wurde auch öffentlich geäussert, worauf die Franzosen gekränkt reagierten.

Trotz der unschönen Trennung bleibt Renault keine Wahl, sollte Red Bull beim früheren Partner anklopfen, denn im Appendix 9 des sportlichen Reglements der Königsklasse wird festgehalten, dass der Hersteller mit den wenigsten Motoren im Feld zur Lieferung verpflichtet ist. Und das ist derzeit Renault, denn ab nächstem Jahr sind nur die Werksfahrer mit den Aggregaten aus Viry-Châtillon unterwegs.

Das weiss auch Teamchef Cyril Abiteboul, der festhält: «Ich kann bestätigen, dass es bis jetzt keine Gespräche darüber gab. Wir alle kennen die Regeln und wir wollen uns auch daran halten und unsere Verpflichtungen erfüllen. Aber das Ganze ist natürlich etwas komplizierter. Wir müssen angefragt werden und das ist bisher nicht passiert. Auch müssen bestimmte Bedingungen, wie etwa der richtige Zeitrahmen, gegeben sein, damit das passiert. Und wir sind noch ein ganzes Stück von diesem Zeitfenster entfernt, das sich wohl im Frühjahr 2021 öffnet.»

«Bis dahin kann noch viel passieren, denn wir wissen, dass sich die Dinge in der Formel 1 schnell ändern können», ist sich der Ingenieur sicher. Auf die Frage, ob eine erneute Zusammenarbeit angesichts der Vorgeschichte nicht unangenehm wäre, antwortet er: «Ich denke schon, aber wir müssen den Sport im Auge behalten. Und ich denke, wir sind noch weit davon entfernt, ich kann mir nicht vorstellen, dass Red Bull keinen Plan in der Hinterhand hat. Sie müssen sich dessen bewusst gewesen sein, und Helmut Marko und Christian Horner haben sicherlich ihre eigenen Vorstellungen, wie die Lösung aussehen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ihr Plan A sind.»

Der Ausstieg von Honda auf Ende 2021 sei nicht völlig überraschend erfolgt, sagt Abiteboul. «Wir wissen, dass dies immer passieren kann. Ich wusste, dass sie ihre WM-Teilnahme nach 2021 noch bestätigen mussten und dass dies nicht erfolgt ist, war bereits ein Hinweis auf das, was folgen würde.»

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