«Nocken-Paul» Rosche: Immer für eine Patentlösung gut

Kolumne von Uwe Mahla
Paul Rosche

Paul Rosche

In der heutigen Kolumne geht es um eine Begegnung mit Paul Rosche, der bewies, dass er auch in anderen Lebensfragen als dem Motorsport Patentlösungen parat hatte.

Zum heutigen Geburtstag meiner Tochter kommt mir eine Geschichte in den Sinn, die so bezeichnend ist für Paul Rosche, der ja bekanntermaßen nicht nur für Jahrzehnte DER Rennmotoren-Guru von BMW war, sondern in erster Linie Mensch.

An einem wunderschönen Grand-Prix-freien Wochenende im Sommer 1983, als die BMW-Motoren für den Endspurt noch mal einen richtigen Leistungsschub gekriegt hatten, sah ich Rosche im Biergarten unter der Kastanie sitzen.

Mutterseelenallein, er hatte jenen Ausdruck im Gesicht, den nur Menschen haben, die eben jetzt mit sich und der Welt in völligem Einklang sind. Als wir an ihm vorübergingen, meine damals einjährige Tochter im Schlepptau, grüßten wir ihn höflich, ich hatte dabei aber das Gefühl, als sollte ich ihn nicht stören in seiner gemütlichen Einsamkeit.

Eine Dreiviertelstunde später saß er noch genauso zufrieden und noch genauso allein da, nur sein Masskrug war nicht mehr so voll.

Da dachte ich mir, gehst doch mal hin und nahm meine Anika mit. Wir begannen über Gott und die Motorsportwelt im Allgemeinen zu ratschen.

Amüsiert beobachtete er, selbst Vater einer damals 13jährigen Tochter, die Manöver meiner Kleinen. Wir redeten so ein Viertelstündchen, schließlich wurde mein Spross unruhig (wahrscheinlich war die Hose voll).

Da schaute Rosche zu meiner Frau herüber, dann empfahl er mit feinem, wissenden Grinsen: «Jetzt dat i´s abgebm.»

Der Mann war Techniker durch und durch. Und auch in anderen Lebensfragen hatte er immer einfache Patentlösungen parat.

Uwe Mahla hat als Reporter, Pressesprecher und Buchautor vieles erlebt, was bisher nicht erzählt wurde. Der aus Marburg/Lahn stammende 76-Jährige hat für Fachmagazine wie «Sportfahrer» und «rallye racing» über den Motorsport und Autos berichtet, ehe er 1981 zu BMW wechselte und dort zunächst die Motorsport- und später die Inlandspresse betreute. Er erlebte die Erfolge in der Tourenwagenszene mit und in der Formel 1. Als SPEEDWEEK.com-Kolumnist meldet sich Uwe Mahla mit lesenswerten Storys aus seinem Blickwinkel zu Wort.


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