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Fernando Alonso: Keine Reue wegen Rückschlägen

Formel-1-Sportchef Ross Brawn findet es «frustrierend, dass ein so überaus talentierter Racer wie Fernando Alonso nicht mehr als zwei F1-WM-Titel geholt hat». Der Spanier selber bleibt da ganz entspannt.

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Am meisten Applaus nach dem Premieren-GP von Katar am 21. November 2021 erhielt nicht Sieger Lewis Hamilton oder der zweitplatzierte Max Verstappen, sondern der Mann auf Rang 3 – Alpine-Pilot Fernando Alonso. Der Asturier hatte eben seinen 98. Podestplatz in der Königsklasse erkämpft, den ersten seit Ungarn 2014!

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Danach sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn über Alonso: "Seine Fahrfreude ist offensichtlich. Ich war schon immer ein grosser Fan von Fernando und finde es frustrierend, dass ein so überaus talentierter Racer nicht mehr als zwei Titel geholt hat. Sein Feuer für den Sport brennt lichterloh."

Viele Formel-1-Fans sind davon überzeugt – Alonso muss sich doch verzehren vor Reue, dass er keine klügeren Entscheidungen getroffen hat, was seine Rennställe angeht. Ein Beispiel: Nach seinen beiden WM-Titeln 2005 und 2006 mit Renault wechselte Alonso zu McLaren.

Doch 2007 liess der damalige McLaren-Teamchef Ron Dennis Neuverpflichtung Alonso und den jungen Lewis Hamilton so lange gegeneinander raufen, bis beim WM-Finale von Brasilien Kimi Räikkönen (Ferrari) den Titel abstaubte.

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Während seiner fünf Jahre bei Ferrari schrammte Alonso zwei Mal knapp am Titel vorbei, 2010 und 2012. Mit etwas Glück hätte er dort die Titel 4 und 5 geholt.

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Unglaublich: Nur ein Punkt Rückstand auf den Weltmeister 2007, nur vier Punkte fehlten 2010, nur drei im Jahre 2012 – knapp zehn Punkte in diesen drei Saisons hätten also zu drei Titeln mehr gereicht! Aber auch für Alonso gilt: Mit Hätte, Wenn und Aber gewinnt keiner, und so ist Fernando eben nicht fünffacher Weltmeister.

Hand aufs Herz: Hat Alonso das alles nicht bereut? Fernando sagte in einer Medienrunde: "Gewiss, in einigen Rennen hatte ich einfach kein Glück. Und rückblickend ist es immer leicht zu sagen, man hätte etwas anders machen sollen. Als ich 2010 zu Ferrari ging, hätte jeder andere Formel-1-Pilot ebenfalls dort unterzeichnet. Als ich zu McLaren-Honda wechselte, glaubten alle, ich hätte das Richtige getan. Der Turbo-Motor von Ferrari war nicht so gut, und Honda konnte sich in Ruhe auf die Formel-1-Rückkehr vorbereiten. Neun von zehn Fahrern hätten ebenfalls bei McLaren-Honda unterschrieben."

Der Asturier blickt ohne Reue zurück. "Letztlich ist es doch so: Es kann immer nur einer gewinnen, in einem Rennen, auf der Jagd um den WM-Titel. Und ob du dann Zweiter wirst oder Zwölfter – welche Rolle spielt das? Ich durfte zwei Mal Weltmeister werden, ich konnte all diese Rennen gewinnen und so oft auf dem Siegerpodest stehen. Talent alleine genügt in der Formel 1 oft nicht. Schaut euch Nico Hülkenberg an, der nie einen Podestplatz errungen hat; oder Sebastian Vettel, der seit 2013 ohne Titel ist. Ich war ein Junge aus Nordspanien, der es vom Kart-Knirps zum Weltmeister gebracht hat. Ich weiss wirklich nicht, warum ich da etwas bereuen sollte."

Nach seinem Formel-1-Abschied bei McLaren verwirklichte Alonso den Traum vom Le-Mans-Sieg und wurde zudem mit Toyota Langstrecken-Weltmeister. Er siegte auf den traditionsreichen US-Rennstrecken Sebring und Daytona. Auf Anfang 2021 kehrte er in die Königsklasse zurück, zu Alpine.

Im Hinblick auf 2022 sagt der 32-fache GP-Sieger: "Das wird ein grosses Jahr mit diesen Regeländerungen, und natürlich hoffen wir, dass wir davon profitieren und konkurrenzfähiger sein können. Es ist schwer vorhersehbar, wie das Kräfteverhältnis aussehen wird. Wir können uns nur so gut wie möglich darauf vorbereiten. Wir haben viel Arbeit ins neue Auto gesteckt, mal schauen, wo wir beim ersten Test stehen."

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