Verstappen zu Hamilton: Haben uns manchmal gehasst

Von Andreas Reiners
Lewis Hamilton und Max Verstappen

Lewis Hamilton und Max Verstappen

Max Verstappen und Lewis Hamilton haben sich 2021 im WM-Kampf auf der Strecke nichts geschenkt, weshalb das Verhältnis litt. Doch Verstappen blickt mit Stolz auf das Duell zurück.

Es war nur ein kurzer Moment, ein paar Worte bloß, Blicke, eine Umarmung. Es war ein Augenblick, besonders und wichtig in diesen sehr speziellen Minuten nach dem intensivsten WM-Duell, das die Formel 1 seit langem gesehen hat.

Da standen sich der neue Weltmeister Max Verstappen und der entthronte Champion Lewis Hamilton gegenüber – und ließen den Titelkampf ganz kurz gemeinsam sacken.

Das Adrenalin pumpte noch, beide wussten nicht wohin mit ihren sehr unterschiedlichen Gefühlen. Doch so ein Moment reicht manchmal, wenn man wie Verstappen und Hamilton monatelang am Limit war. Und auch öfter mal darüber hinaus. «Man sieht sich gegenseitig in die Augen», sagte Verstappen der BBC. «Man sagt nicht viel, aber man schätzt sich gegenseitig und auch den Kampf sehr.» Und beide wissen: Was auf der Strecke war, bleibt auf der Strecke.

Denn da ging es zur Sache, beide crashten, drängten sich ab, bremsten sich aus, schenkten sich nichts, warfen im engsten Titelkampf seit einer halben Ewigkeit alles in die Waagschale. Keine Frage ist, dass das Verhältnis der beiden Fahrer über die Monate gelitten hat. «Manchmal haben wir uns gehasst, aber das ist in Ordnung», sagte Verstappen. «Das ist der Wettbewerbsgeist von uns beiden. Er ist ein unglaublicher Fahrer.»

Stolzer Blick zurück auf ein Mega-Duell

Der Begriff Hass ist in diesem Zusammenhang natürlich ein großes Wort, schließlich geht es «nur» um Sport. Deshalb muss man das in Relation setzen, und deshalb reichte bei Verstappen und Hamilton dieser Moment nach dem Rennen, um das Verhältnis wieder auf einen normalen Status zu setzen. Verstappens Blick zurück ist daher milde, aber auch voller Stolz. «Wir haben uns gegenseitig bis ans Limit getrieben. Die meiste Zeit waren wir am Limit dessen, was wir tun konnten, was das Auto leisten konnte», sagte Verstappen.

Auch die Teams hätten unter Druck gestanden, die richtigen Entscheidungen zu treffen, so der Niederländer. Das war bei den Teamchefs Toto Wolff (Mercedes) und Christian Horner (Red Bull Racing) weitaus öfter zu spüren, denn die Bosse ließen verbal deutlich öfter Dampf ab als ihre Fahrer.

Die wiederum waren auf sich und den anderen konzentriert. «Wir mussten immer unser Bestes geben, denn wir wussten, dass der andere uns schlagen würde. Darauf können wir zurückblicken und das wirklich zu schätzen wissen», sagte Verstappen.

Hamilton: Viele Sympathien gewonnen

Hamilton hat viele Sympathien gewonnen, als er Verstappen ohne zu zögern zum Titelgewinn gratulierte. Es sei schön gewesen, dass Hamilton unmittelbar nach dem Rennen auf ihn zugekommen sei, bestätigt Verstappen: «Wir hatten das ganze Jahr über unsere Momente, in denen wir aneinandergeraten sind, aber wir respektieren uns wirklich gegenseitig.»

Verstappen weiter: «Für Lewis und das Team muss es unglaublich hart gewesen sein, aber er hat sieben Titel gewonnen, vielleicht tröstet ihn das in gewisser Weise», meinte er: «Ich bin sicher, dass er nächstes Jahr sein Bestes geben wird, und das ist ein sehr, sehr hohes Niveau», sagte der 24-Jährige. Bei ServusTV meinte er zudem, dass Hamilton «normalerweise» weitermache: «Ich persönlich hoffe, dass die Rivalität weitergeht. Er ist ein erstaunlicher Konkurrent. Es war eine wahre Freude, gegen ihn zu fahren.»

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