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Fifty Shades of Green: Geheimnisse der Rennfarbe

​Eine 123 Jahre alte Tradition im Motorsport wird von Aston Martin in der Formel 1 weitergeführt – British Racing Green. Die Geschichte der berühmten Rennfarbe steckt voller Geheimnisse.

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Fernando Alonso hat die Formel-1-Fans 2023 mit seinen Auftritten verzückt: Er fuhr im Aston Martin acht Podestplatzierungen ein und wurde toller WM-Vierter.

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Alonso führt damit eine schöne Renntradition weiter: Aston Martin tritt mit einer Metallic-Schattierung der berühmten Rennfarbe "British Racing Green" an. Aber woher kommt diese Farbe eigentlich?

Der englische Rennhistorik-Experte David Venables hat dazu festgehalten: "Die meisten älteren Rennfans identifizieren ‘British Racing Green’ mit dem Lotus von Jim Clark oder davor mit den Le-Mans-Siegerautos von Jaguar und Bentley. Die Wahrheit aber ist – eine ganz bestimmte Schattierung gibt es nicht. Und keine dieser Firmen hat die Farbe salonfähig gemacht."

Die Grundfarbe geht vielmehr zurück auf den Londoner Charles Jarrott, doch das erste Rennauto in Renngrün war mitnichten ein britisches, sondern – oh, shocking! – ein französisches.

Charles Jarrott wurde 1901 vom französischen Automobil-Hersteller Panhard verpflichtet. Als Jarrott ins Pariser Werk kam, musste ihm mitgeteilt werden, dass er Startnummer 13 anzutreten habe. Die 13 galt schon damals nicht unbedingt als Glücksbringer.

Um den Briten etwas zu besänftigen, lackierten die Franzosen den Rennwagen in Grün, einer Farbe, die in Frankreich Glück bringen soll (in anderen Ländern steht sie auch als Farbe der Hoffnung).

Jarrott wurde in seinem ersten Rennen für die Franzosen Zehnter, ein Unfall, bei dem sein Mechaniker aus dem Wagen geschleudert wurde, endete glimpflich. Vielleicht hatte das Grün ja doch etwas bewirkt.

1902 trat der englische Hersteller Napier mit olive-grünen Rennwagen an. Einigen Quellen zufolge war Jarrott der Impulsgeber dafür, aber damals wurden viele Napier-Autos in dieser Farbe ausgeliefert.

S.F. Edge gewann den "Gordon Bennett Cup" 1902, damit sicherten sich die Briten – gemäss Reglement– das Recht, das Rennen im folgenden Jahr auszutragen.

Da Motorsport damals in England untersagt war, wichen die Briten auf Irland aus. Großbritannien wurde dabei erneut von Napier repräsentiert, dieses Mal mit drei Smaragd-grünen Rennwagen. Viele sahen das auch als Knicks vor dem traditionellen Grün der Irländer.

Bei der 1903er Ausgabe wurde den verschiedenen Landesvertretern dann erstmals Farben zugeordnet, obschon das nicht im Reglement verankert war – grün den Briten, weiß den Deutschen (ein Mercedes mit dem Belgier Camille Jenatzy siegte), blau den Franzosen.

Damit war der Weg vorgegeben: Autohersteller aus England brachten ihre Renner künftig (nicht immer, aber immer öfter) in Grün zu den Veranstaltungen – Sunbeam, Bentley, Vauxhall, Jaguar, Vanwall, Lotus. Eine entsprechende Vorschrift gab es aber nicht.

In jüngerer Vergangenheit haben einige Briten mit unterschiedlichen Schattierungen die Tradition von "British Racing Green" bewahrt: Bentley (mit dem Le-Mans-Sieg 2003), Jaguar (von 2000 bis 2004 erfolglos in der Formel 1), Caterham (zuvor Team Lotus, 2010–2014), der gescheiterte GP-Rennstall von AirAsia-Flugunternehmer Tony Fernandes aus Malaysia, seit 2021 nun Aston Martin.

British Racing Green lebt.

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