Formel 1: Urteil zur Ferrari-Kollision

Lewis Hamilton (Mercedes): «Also müssen wir reden»

Von Rob La Salle
Lewis Hamilton 2019 in China

Lewis Hamilton 2019 in China

​Mit der mageren Zwischenbilanz von zehn WM-Punkten aus vier Grands Prix geht Lewis Hamilton ins China-Wochenende. Seine Situation bei Mercedes ist auch aus anderer Perspektive ungemütlich.

Das haben wir in der Formel 1 in den vergangenen Jahren eher selten erlebt: Noch vor Beginn einer GP-Saison wird klar, welcher Star sensationell das Team wechselt. Am 1. Februar wurde bekannt: Lewis Hamilton bestreitet 2024 seine letzte Saison in Diensten von Mercedes und wechselt dann zu Ferrari.

Nach den ersten Momenten der Verblüffung ging mir damals durch den Kopf: «Dann kann sich Lewis nun ein Jahr lang nicht nur Fragen zu Mercedes anhören, sondern auch zu Ferrari.» Genau in dieser Phase befinden wir uns jetzt, und längst ist Hamilton sichtlich genervt.

Nach dem enttäuschenden neunten Platz beim Grand Prix von Japan in Suzuka und der unvermeidlichen weiteren Frage über Ferrari knurrte der siebenfache Champion «Habt ihr keine besseren Fragen?» – und ging.

Noch nicht gehen kann Hamilton bei Mercedes. Für ihn und Teamchef Toto Wolff stellt sich die Frage: Wie soll die Zusammenarbeit aussehen, wo doch feststeht, dass der 103-fache GP-Sieger zu Ferrari zieht? Wann und in welcher Form wird er vom Informationsfluss abgenabelt?

Lewis Hamilton hat zu diesem Thema zugegeben: «Ich war noch nie in dieser Situation so früh in einer Saison, also müssen wir reden, Toto und ich. Ich habe zuvor ja nur einmal das Team gewechselt, von McLaren zu Mercedes, aber diese Entscheidung damals 2012 kam recht spät.»

Der damalige Mercedes-Mitarbeiter Niki Lauda konnte Hamilton in einem Hotelzimmer in Singapur davon überzeugen, dass Lewis zur Marke mit dem Stern wechseln soll.

Lewis Hamilton sagt ehrlich: «Ich weiß noch nicht genau, wie ich mit dieser Situation umgehen soll.»

«Was ich aber weiß – ich will mich so erfolgreich wie möglich bei Mercedes verabschieden. Darauf verwende ich meine ganze Energie. Niemand kann schönreden, dass wir in einer schwierigen Lage stecken, aber nun ist es halt meine Aufgabe, mich daraus frei zu arbeiten.»

«Ich bin und bleibe Racer, und ich will wieder in die Situation kommen, Rennen zu gewinnen. Nur an die kommende Saison zu denken, das wird mir dabei nichts helfen.»

Der letzte GP-Sieg von Lewis Hamilton liegt inzwischen unfassbare 866 Tage zurück, mit dem Triumph in Saudi-Arabien am 5. Dezember 2021.

In China hat Hamilton sechs Mal siegen können, 2008 und 2011 mit McLaren, 2014/2015 sowie 2017 und 2019 mit Mercedes-Benz.

Japan-GP, Suzuka Circuit

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:54:23,566 h
02. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +12,535 sec
03. Carlos Sainz (E), Ferrari, +20,866
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +26,522
05. Lando Norris (GB), McLaren, +29,700
06. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +44,272
07. George Russell (GB), Mercedes, +45,951
08. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +47,525
09. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +48,626
10. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +1 Runde
11. Nico Hülkenberg (D), Haas, +1 Runde
12. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1 Runde
13. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
14. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, +1 Runde
15. Esteban Ocon (F), Alpine, +1 Runde
16. Pierre Gasly (F), Alpine, +1 Runde
17. Logan Sargeant (USA), Williams, +1 Runde
Out
Guanyu Zhou (RCH), Sauber, Elektrik
Alex Albon (T), Williams, Crash
Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, Crash

WM-Stand (nach 4 von 24 Grands Prix)

Fahrer
01. Verstappen 77 Punkte
02. Pérez 64
03. Leclerc 59
04. Sainz 55
05. Norris 37
06. Piastri 32
07. Russell 24
08. Alonso 24
09. Hamilton 10
10. Stroll 7
11. Tsunoda 7
12. Oliver Bearman (GB) 6
13. Hülkenberg 3
14. Magnussen 1
15. Albon 0
16. Zhou 0
17. Ricciardo 0
18. Ocon 0
19. Gasly 0
20. Bottas 0
21. Sargeant 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 141 Punkte
02. Ferrari 120
03. McLaren 69
04. Mercedes 34
05. Aston Martin 33
06. Racing Bulls 7
07. Haas 4
08. Williams 0
09. Sauber 0
10. Alpine 0

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