Formel 1: Hamilton über Kampf mit Verstappen

McLaren und Lando Norris: Immer wieder Fehler

Von Mathias Brunner
​Überschäumende Freude bei Mercedes nach dem Silverstone-Sieg von Lewis Hamilton. Gedrückte Stimmung bei McLaren und Lando Norris – denn ein möglicher Sieg ist ihnen durch die Lappen gegangen. Erneut.

Selten haben wir einen Formel-1-Fahrer erlebt, der sich über einen Podestplatz beim Heim-GP in Silverstone weniger gefreut hat. Lando Norris war mit sich und der McLaren-Rennstrategie beim britischen Grand Prix sichtlich unzufrieden.

Der Miami-GP-Sieger knirschte: «Ich muss mir vorwerfen, heute nicht die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Und ich hasse es, mich immer wieder in der gleichen Situation wiederzufinden, nach einem Einsatz sagen zu müssen, dass ich nicht gut genug gewesen bin. Wir haben auch in Silverstone zeigen können, dass der McLaren ein tolles Auto ist. Aber wir konnten das nicht in ein perfektes Ergebnis umsetzen.»

Der langjährige Formel-1-Fahrer und heutige Sky-GP-Experte Martin Brundle legt den Finger dorthin, wo es wehtut: «McLaren und Norris haben die Strategie gleich aus zwei Gründen versemmelt. Als Lando in Runde 39 hereinkam, eine Runde später als Hamilton, Verstappen und Piastri, da konnte er auf feuchtem Platz an der Box nicht punktgenau anhalten, daraus resultierte ein langsamerer Halt.» So ging die Führung verloren an Hamilton.

Brundle weiter: «Um die Dinge noch schlimmer zu machen, fragte ihn das Team, ob er sich gegen Max Verstappen auf frischen harten Reifen absichern wolle oder gegen Lewis auf gebrauchten weichen Walzen.»

«Das fand ich höchst merkwürdig, wo doch McLaren für beide Fahrer zwei frische Sätze der mittelharten Pirelli bereitgelegt hatte. Norris entschied sich letztlich für die weichen Reifen, aber bei der Faktenlage dürfte das gar nicht seine Entscheidung sein.» Mit den harten Reifen konnte Verstappen dann an Norris vorbeigehen.

McLaren patzte auch mit Piastri: Der junge Australier wurde im ersten Teil des Rennens eine Runde zu lange auf der Bahn gelassen. Im letzten Teil des spannenden WM-Laufs zeigte er auf den mittelharten Reifen eindrucksvollen Speed.

McLaren-CEO Zak Brown fasst zusammen: «Rückblickend sind alle immer die Superschlauen, aber Tatsache ist – wir hätten mit beiden Piloten dieses Rennen gewinnen können.»


Grossbritannien-GP, Silverstone Circuit

01. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:22:27,095 h
02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing,+1,465 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren, +7,547
04. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +12,429
05. Carlos Sainz (E), Ferrari, +47,318
06. Nico Hülkenberg (D), Haas, +55,722
07. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +56,569
08. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +1:03,577 min
09. Alex Albon (T), Williams, +1:08,387
10. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +1:19,303
11. Logan Sargeant (USA), Williams, +1:28,960
12. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1:30,153
13. Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, +1 Runde
14. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1 Runde
15. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, +1 Runde
16. Esteban Ocon (F), Alpine, +1 Runde
17. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +1 Runde
18. Guanyu Zhou (RCH), Sauber, +1 Runde
Out
George Russell (GB), Mercedes, Wasser-Kreislauf
Pierre Gasly (F), Alpine, Getriebe

WM-Stand (nach 12 von 24 Grands Prix und 3 von 6 Sprints)

Fahrer
01. Verstappen 255 Punkte
02. Norris 171
03. Leclerc 150
04. Sainz 146
05. Piastri 124
06. Pérez 118
07. Russell 111
08. Hamilton 110
09. Alonso 45
10. Stroll 23
11. Hülkenberg 22
12. Tsunoda 20
13. Ricciardo 11
14. Oliver Bearman (GB) 6
15. Gasly 6
16. Magnussen 5
14. Albon 4
18. Ocon 3
19. Zhou 0
20. Sargeant 0
21. Bottas 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 373 Punkte
02. Ferrari 302
03. McLaren 295
04. Mercedes 221
05. Aston Martin 68
06. Racing Bulls 31
07. Haas 27
08. Alpine 9
09. Williams 4
10. Sauber 0

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