Fernando Alonso resigniert: Vettel-Dominanz zu groß

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Fernando Alonso sieht Sebastian Vettel auch 2014 vorne

Fernando Alonso sieht Sebastian Vettel auch 2014 vorne

Ferrari-Pilot Fernando Alonso fürchtet, dass der Vorsprung von Red Bull Racing so groß ist, dass es auch nächstes Jahr schwer werden wird, Sebastian Vettel und sein Team zu schlagen.

Man kann Fernando Alonsos Frust schon verstehen. Seit vier Jahren versucht der Weltmeister von 2005 und 2006 vergeblich, einen dritten Titel einzufahren und muss sich jedes Mal Sebastian Vettel geschlagen geben. Drei Mal hatte der Spanier als Zweiter das Nachsehen und glaubt kaum noch daran, dass sich das nächstes Jahr entscheidend ändern wird. Man könne nur hoffen, dass der Ferrari ein Siegerauto werde, sagt Alonso.

«Red Bull Racing hat eine Sekunde Vorsprung, sie können also die Auspuffgase hinleiten, wo sie wollen oder welchen Motor auch immer in ihr Auto bauen und werden immer noch auf der Pole Position stehen», sagte der Asturier bei der BBC in Anspielung auf die Technologie, mit der Red Bull Racing die Auspuffgase als aerodynamisches Hilfsmittel einsetzt. Das Weltmeisterteam nutzt dies besser als alle Anderen und auch Ferrari hat in diesem Punkt Probleme. Nächstes Jahr wird dieser Pluspunkt bei Red Bull Racing allerdings wegfallen, da die Auspuffanlagen anders sein werden und die Abgase nicht mehr auf diese Art genutzt werden können.

Alonsos Hoffnung ruht nun auf dem neuen Technischen Direktor James Allison, der im September von Lotus zu Ferrari gestoßen ist und bereits sagte, dass die Scuderia nächstes Jahr wieder «in normaler Form» zurückkommen sollte. Bis Mitte der laufenden Saison sah es auch noch so aus, als könnte Fernando Alonso den Titelkampf bis zum Ende offen halten, wie schon 2010 und 2012, als Vettel erst im letzten Rennen den Titel sicherte. Seit der Sommerpause ist Red Bull Racing jedoch eine Klasse für sich und Sebastian Vettel wurde schon in Indien zum vierten Mal Weltmeister.

Das Rennen in Austin, wo Alonso als Fünfter ins Ziel kam, sei ein Beispiel für den mangelnden Speed, unter dem Ferrari leide, erklärte der 32-Jährige. «Es wird immer frustrierender, denn aus irgendeinem Grund werden wir immer langsamer. Jetzt ist es schon schwer, in Q3 zu kommen, in die Punkte zu fahren ist schwer. Für nächstes Jahr müssen wir gewaltig Gas geben.»

Teamchef Stefano Domenicali kann seinen Fahrer verstehen. «Sein Frust ist unser Frust. Wenn man nicht in der Lage ist, einem Fahrer, der immer bis zum Ende kämpft wie ein Löwe, ein Auto zu geben, das schnell genug ist, dann ist es wichtig, dass wir uns darauf konzentrieren, wie wir das neue Auto entwickeln. Das ist das Allerwichtigste», erklärte der Italiener.

James Allison ist guter Dinge, dass er dazu beitragen kann, den lahmenden Ackergaul wieder zum «Springenden Pferd» zu machen. «Ferrari ist ein extrem renommiertes Team mit großen Ressourcen und hohen Erwartungen», sagt Allison, der bereits bei den Roten war, als Michael Schumacher mit dem Team aus Maranello fünf WM-Titel in Folge holte. «Kein anderes Resultat als ein Sieg ist bei Ferrari gut genug. Daher ist der Druck natürlich groß und ich werde alles geben, damit ich meinen Beitrag dazu leiste, das zu erreichen. Es ist ein absolut realistisches Ziel.»

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