Adrian Newey: «Sollten Nachrüsten beim V6 erlauben»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Red Bull Racing-Technikchef Adrian Newey: «Aus meinen Gesprächen mit Fans und Journalisten weiss ich, dass sich die Leute sehr wohl für die Veränderungen an den Autos interessieren»

Red Bull Racing-Technikchef Adrian Newey: «Aus meinen Gesprächen mit Fans und Journalisten weiss ich, dass sich die Leute sehr wohl für die Veränderungen an den Autos interessieren»

Red Bull Racing-Technikchef Adrian Newey räumt ein, dass die Wunschvorstellung aller Ingenieure wohl zu langweiligen Rennen führen würde und warnt davor, das Kräfteverhältnis der Motoren reglementarisch einzufrieren.

Adrian Newey nutzte seinen Auftritt bei der offiziellen Freitags-Pressekonferenz am Silverstone Circuit, um das aktuelle Reglement zu kritisieren. Der Aerodynamik-Spezialist, der sich künftig auch Herausforderungen ausserhalb der Formel 1 widmen will, erklärte auf Nachfrage: «Wenn man die Aerodynamik der Autos mehr und mehr einfriert, dann verkommt die Formel 1 zu einer Art GP1-Serie – zumindest, was das Chassis angeht. Meines Erachtens befinden wir uns jetzt schon in grosser Gefahr, denn die Regeln definieren einen Grossteil der Autos, die sich immer ähnlicher sehen.»

Der 55-jährige Brite erklärt weiter: «Aus meinen Gesprächen mit Fans und Journalisten weiss ich, dass sich die Leute sehr wohl für die Veränderungen an den Autos interessieren. Das macht die Formel 1 doch auch so besonders im Vergleich zu anderen Sportarten. Wir haben hier die Kombination verschiedener Faktoren. Einerseits gibt es da den Fahrer, dann das Chassis, das zu grossen Teilen von der Aerodynamik bestimmt wird, und die Antriebsstränge. Das macht die Formel 1 so spannend und interessant.»

Newey warnt: «Wenn man etwa die IndyCar-Serie anschaut, dann sieht man, dass die Zuschauerzahlen gesunken sind, seit das Einheitschassis eingeführt wurde.» Deshalb ist er überzeugt: «Ich plädiere für eine Lockerung der aerodynamischen Regeln. Die Kosten sind durch das Resource Restriction Agreement schon eingedämmt, weil die Windkanal-Tests und der Einsatz von CFD klar geregelt sind.»

Newey weiss aber auch: «Als Ingenieure würden wir am liebsten eine Art CanAm-Reglement haben, bei dem die Länge und Breite vorgegeben werden und innerhalb dieser Rahmenbedingungen ist man frei. Doch das würde wohl zu einer Dominanz eines Wettbewerbers und somit zu langweiligen Grands Prix führen. Wir müssen also einen Kompromiss finden, um die Entwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig sicherzustellen, dass keine Dominanz entsteht.»

Die Gefahr, ein Kräfteverhältnis einzufrieren, sieht Newey etwa im Motorenreglement, das eine schrittweise Einfrierung der V6-Turbos in den nächsten 18 Monaten vorsieht. Er warnt: «Durch das schrittweise Einfrieren der Motorenentwicklung in den besteht eine grosse Gefahr, da es nicht abzuschätzen ist, was passiert, wenn ein Hersteller zu dem Zeitpunkt einen klaren Vorteil hat. Der Benachteiligte wäre so für lange Zeit zum Hinterherfahren verdammt. Aber diese Probleme lassen sich sicher diskutieren, zumal alle Triebwerke mit den entsprechenden Sensoren ausgestattet sind und die FIA-Regelhüter so verlässliche Daten über die Leistungsfähigkeit zur Hand haben. Diese könnten die Grundlage bilden, um die Leistung der V6-Turbos anzugleichen, bevor die Entwicklung eingefroren wird. Das Nachrüsten sollte erlaubt sein.»

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