Sebastian Vettel bei Ferrari: Besser als Schumacher?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ferrari-Stars: Sebastian Vettel und Michael Schumacher

Ferrari-Stars: Sebastian Vettel und Michael Schumacher

​Sebastian Vettel hört die Vergleiche mit seinem Idol und Freund Michael Schumacher nicht gerne, aber natürlich wird er bei Ferrari an den Erfolgen des grossen Schumi gemessen. Und Seb ist auf Kurs.

Manchmal muss sich Sebastian Vettel noch immer in den Arm kneifen: Passiert das alles wirklich? Vom Kart-Knirps mit Schumacher-Postern im Kinderzimmer ist Vettel zum vierfachen Formel-1-Champion geworden (mit Red Bull Racing-Renault von 2010 bis 2013), nun fährt er seine erste Saison für den grössten Rennstall der Welt, für Ferrari.

Die Erwartungen waren hoch, jene der Tifosi, jene der Vettel-Anhänger, jene von Sebastian selber. Eine kleine Statistik zeigt: Sebastian Vettel kann nicht alle Rekorde von Schumacher auslöschen, aber er ist in seiner ersten Saison in Rot hervorragend unterwegs, teilweise sogar besser als sein Idol, der zum Freund geworden ist.

Der vierfache Weltmeister Vettel hat die Öffentlichkeit immer um Geduld gebeten, was die Renaissance von Ferrari angeht. Er hat dabei fast die gleichen Sätze verwendet wie Schumi vor der Saison 1996. Aber Fakt ist: Ferrari hat mehr erreicht als erhofft, «wir haben die Erwartungen teilweise übertroffen», stellt der 42fache GP-Sieger Vettel fest. Und unsere kleine Statistik untermauert diese Tatsache.

Premiere in der ersten Startreihe
Zum dritten WM-Lauf der Saison 1996 (Argentinien-GP) ging Michael Schumacher aus Startreihe 1 ins Rennen, als Zweiter hinter Damon Hill im Williams. Vettel schaffte das schon im zweiten Qualifying der Saison in Malaysia (als Zweiter hinter Lewis Hamilton).

Erste Pole-Position
Mit der ersten Bestzeit im Abschlusstraining klappte es damals bei Michael Schumacher passenderweise zum San-Marino-GP in Imola, im fünften Qualifying in Diensten der Roten. Vettel musste ein wenig länger warten: Erst vor Lauf 13 in Singapur konnte er seine erste Pole für Ferrari erringen.

Erster Podestplatz
Im zweiten Rennen für Ferrari guckte Michael Schumacher mal auf dem Siegerpodest nach dem Rechten – als Dritter im Brasilien-GP hinter Damon Hill (Williams) und Jean Alesi (Benetton). Vettel hakte das bereits im ersten Rennen ab: Rang 3 in Australien hinter Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Sebastian Vettel steht inzwischen bei zehn Podestplätzen, damit hat er Schumacher in dessen erster Ferrari-Saison (8) längst abgehängt. Vettel kann sogar den Rekord von Kimi Räikkönen übertreffen, der in seiner ersten Ferrari-Saison 2007 zwölf Mal aufs Siegerpodest stieg.

Erste schnellste Rennrunde
Es dauerte bis zum siebten WM-Lauf der Saison 1996 in Barcelona, bis Michael Schumacher die schnellste Rennrunde fuhr. Verblüffend: Kimi Räikkönen hat 2015 zwei beste Rennrunden erreicht, Sebastian Vettel aber bislang noch keine.

Erster Sieg
Im gleichen Spanien-GP 1996 fuhr Michael Schumacher im Regen zu einem seiner grössten Erfolge – dem ersten Triumph für Ferrari. Vettel war schneller: Sieg schon in seinem zweiten Grand Prix für Ferrari, in Malaysia.

Die erste Saison
Michael Schumacher schloss seine erste Saison auf WM-Rang 3 hinter den überlegenen Williams von Damon Hill und Jacques Villeneuve ab. Die 59 Punkte von damals sind nicht eins zu eins umsetzbar, weil es damals nur für die ersten Sechs Punkte gab und nach einem anderen Schlüssel. Im 2015er Punktesystem eroberte Schumi damals 173 Zähler. Zum Vergleich: Vettel holte in der abgelaufenen Saison 2014 deren 167. Derzeit steht Vettel auf WM-Rang 3, mit 218 Punkten. Nico Rosberg ist mit 229 Zählern in Reichweite, Lewis Hamilton ist mit 277 Punkten auf dem Weg zum dritten Titel. Nach hinten hat Vettel reichlich Luft, 99 Punkte auf Kimi Räikkönen. Vettel wird also mindestens WM-Dritter, möglicherweise sogar Zweiter.

Der erste WM-Titel
Schon im zweiten Jahr mit Ferrari hätte es für Michael Schumacher klappen können, aber der Rammstoss gegen Jacques Villeneuve in Jerez machte alles zunichte. 1998 unterlag Schumi knapp gegen Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes). 1999 zog sich Michael in Silverstone Beinbrüche zu. Erst 2000 klappte es endlich mit dem Titel und Ferrari – in der fünften Saison. Wenn das bei Vettel so lange dauert, müssten sich die Ferrari- und Vettel-Fans bis 2019 gedulden! Aber Ferrari-Chef Sergio Marchionne sagt: «Wir sollten 2016 stark genug sein, um ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können.»

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