Formel 1: Kritik und Lob von Ex-GP-Pilot Alan Jones

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Alan Jones: «Ich fürchte nur, dass die jungen Fahrer verheizt werden»

Alan Jones: «Ich fürchte nur, dass die jungen Fahrer verheizt werden»

Ex-GP-Pilot Alan Jones spricht über die Formel 1, junge Piloten und Bezahlfahrer – und spart nicht mit Kritik. Der Formel-1-Champion von 1980 betont aber auch: «Die Formel 1 ist immer noch die Spitze des Motorsports.»

116 Grands Prix bestritt Alan Jones in seiner GP-Karriere zwischen 1975 und 1986. Zwölf davon konnte der Australier für sich entscheiden.1980 durfte er sich nach fünf WM-Siegen in Buenos Aires, Le Castellet, Brands Hatch, Montréal und Watkins Glen die WM-Krone aufsetzen (seine Rennsiege in Spanien und Australien zählten nicht zur Meisterschaft). Damit bescherte er auch dem Williams-Team den ersten WM-Titel.

Der 69-Jährige ist dem Automobilsport bis heute treu geblieben und war zuletzt in Budapest als Rennkommissar im Fahrerlager der Königsklasse unterwegs. Entsprechend genau kennt er die neuen Formel 1 und ihre Protagonisten. In einem Interview mit dem Kollegen von F1i.com nach seiner Meinung zum modernen GP-Zirkus und dessen Aushängeschilder befragt, erklärte Jones: «Ich denke, die sind alle ein wenig gekünstelt. Viele Fahrer lesen einfach ab, was ihnen ihre PR-Verantwortlichen vorgeben.»

Jones betont aber auch: «Die Formel 1 ist immer noch die Formel 1 und sie ist immer noch die Spitze des Motorsports. 170 Meilen pro Stunde sind kein Kinderspiel und wenn man nicht viel drauf hat, dann kommt man da auch auf keinen grünen Zweig. Die guten Fahrer werden auch heute noch ausnahmslos von den guten Teams angezogen. So gesehen hat sich seit meiner Zeit nicht viel verändert.»

Der zwölffache Grand-Prix-Sieger fügt selbstbewusst an: «Ich bin sehr stolz, dass ich niemals Geld für meine Renneinsätze hinblättern musste. Ich habe niemals Geld investiert, um in einem Auto Rennen zu fahren. Und ich glaube, das wird heutzutage immer schwieriger. Mark musste es, und ich denke, Daniel auch. Er war ja in diesem Red Bull Junior Team.»

Und Jones schimpft: «Aber es gibt da auch die Jungs, die sich den Weg in die Formel 1 mit den Taschen voller Geld erkaufen. Ich weiss, das ist unausweichlich, aber ich zweifle daran, dass es fair ist oder ihrem Talent entspricht. Einige haben null Talent aber genug Geld, und das ist eine Schande.»

Dass die GP-Stars ihre GP-Karriere immer früher starten, sieht Jones nicht als Problem an. Er warnt aber: «Ich denke, was die Härte und das Talent angeht, geht das in Ordnung. Ich fürchte nur, dass die jungen Fahrer verheizt werden, denn man muss so viel Blödsinn neben der Strecke leisten – all' die PR-Termine für die Sponsoren, dieser Auftritt und jener, man muss da und dort hin und zu allem Übel ist da auch noch die Medien-Arbeit. Wenn man erst 17 oder 18 Jahre alt ist, dann kann es gut sein, dass man sich mit 23 wieder aus der Formel 1 verabschiedet.»

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