Marcel Dachs operiert: Trümmerbruch – Saison beendet?

Von Ivo Schützbach
Grasbahn
Nach seinem Sturz in Landshut wurde Marcel Dachs vergangene Woche in Weingarten an der linken Schulter operiert. Zwei Bahnsport-Highlights hat der Oberschwabe bereits abgesagt.

Die Verletzung hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Marcel Dachs brach sich am 29. Juli beim Speedway-Team-Cup in Landshut das linke Schlüsselbein, am 3. August wurde er in seiner Heimatstadt Weingarten operiert.

Das Grasbahn-EM-Finale am kommenden Samstag in Hertingen sowie das Langbahn-DM-Finale am Wochenende darauf in Bad Hersfeld hat Dachs bereits abgesagt. Dass er am letzten August-Wochenende beim Langbahn-GP-Challenge in Berghaupten fahren kann, ist angesichts seiner Verletzung unwahrscheinlich.

Besonders schmerzlich für den Schwaben, der am kommenden Freitag seinen 30. Geburtstag feiert: Er fuhr noch nie eine so gute Saison, zuletzt stand er bei den Rennen in Angenrod und Osnabrück auf dem Podest.

SPEEDWEEK.com traf sich mit Marcel Dachs zum Interview.

Marcel, Hertingen und Bad Hersfeld hast du abgesagt. Wie steht es um deinen Start in Berghaupten?

Ich hoffe, dass ich da fahren kann. Ich muss abwarten, es sind ja noch zweieinhalb Wochen bis dahin. Am Freitag habe ich den nächsten Arzttermin. Dann darf ich hoffentlich ab nächste Woche zur Physiotherapie.

Was genau wurde bei der Operation gemacht?

Der Chirurg hat mir eine Titanplatte und sieben Schrauben eingesetzt. Während der OP stellte er fest, dass ich mir einen Trümmerbruch zuzog, das hat man auf den Röntgenbildern nicht gesehen. Er erzählte mir danach, dass er erst mal aufräumen musste. Das Metall bleibt mindestens ein Jahr lang drin, auch zwei schaden nichts.

Deine Saison ist möglicherweise zu Ende?

Ich muss abwarten, wie die Schulter heilt und wie ich sie bewegen kann.

Du hast dich noch nie für das EM-Finale und den GP-Challenge qualifiziert?

Richtig.

Wieso hat das früher nie geklappt?

Einmal bin ich für das EM-Finale als Reservist nachgerückt. Dieses Jahr wäre mein erstes Finale gewesen. Die letzten Jahre fuhr ich die EM nicht mit, das ist auch eine Geldfrage. Dieses Jahr sind das EM-Finale und der GP-Challenge in Deutschland, deshalb habe ich es probiert. Dass es geklappt hat, war super. Dann hatte ich leider den Sturz in Landshut.

Dein größtes Manko sind deine Starts: Warum bekommst du die nicht besser hin?

Das ist ein Mix aus allem. Es gibt Momente, da schlafe ich am Start. Manchmal weiß ich auch nicht, wo ich mich hinstellen soll, wie ich die Rille präparieren soll. Ich habe da schon so viel probiert – manchmal klappt es, dann wieder nicht. Ich fahre schon lange, ich weiß eigentlich, was ich am Start zu tun habe.

Schnell bin ich, mein Material von Robert Barth ist auch super.

Wir sehen dieses Jahr einige gute Speedway-Fahrer neu auf der Langbahn: Harris, Kennett, Stichauer, Alden, Mellgren. Was machen sie auf dich für einen Eindruck?

Die sind alle schnell. Motorradfahren kann eh jeder in der I-Lizenz, da gibt es keine Schlechten.

Wenn ich die Jungs mit mir vergleiche: Ich bin Hobbyfahrer. Einige von denen sind Profis, sie bringen die Erfahrung von der Speedwaybahn mit. Schon allein die Starts.

Warum hast du dich dein ganzes Leben auf Sand- und Grasbahnen konzentriert und nie auf Speedway?

Das geht auf die Schülerklassen zurück. Da fuhr ich noch alles, aber ich komme aus einer Grasbahn-Region. Bei uns gab es viele Grasbahnen, Speedway trainieren hätte ich nur in Olching und Landshut können. Die Trainings sind am Mittwoch und Donnerstag. Ich ging zur Schule, dann in die Ausbildung und dann zum Arbeiten. Nach Olching fahre ich von mir daheim zwei Stunden, nach Landshut drei. Da hätten wir schon am Nachmittag losfahren müssen, meine Eltern waren beim Arbeiten, die hätte freinehmen müssen.

Bis auf wenige Ausnahmen waren alle Weltklasse-Langbahnfahrer der letzten 30 Jahre auch ordentliche Speedway-Fahrer. Stimmst du zu, dass wenn du auf der Langbahn besser werden willst, du mehr Speedway fahren musst?

Ja. Drum bin ich dieses Jahr wieder Team-Cup gefahren, um mehr Routine zu bekommen. Auch die Fahrtechnik. Auf dem Speedwaybike musst du viel mehr arbeiten. Im Frühjahr habe ich Speedway trainiert, das habe ich beim ersten Mal auf dem Langbahnmotorrad sofort gemerkt, ich ging mit dem Bike ganz anders um.

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