Karthin: «IDM Naked Bikes sind auf dem Vormarsch»

Von Esther Babel
IDM
Kjel Karthin wünscht sich mehr Konkurrenz

Kjel Karthin wünscht sich mehr Konkurrenz

Erstmals in diesem Jahr wurde die IDM SuperNaked ausgetragen. Viel los war in der neuen Klasse noch nicht. Doch der Gesamtsieger Kjel Karthin sieht viel Potential.

Nach seinem Sieg in der Suzuki GSX-R750 Challenge 2014 wagte sich Kjel Karthin in diesem Jahr in die neue Klasse SuperNaked der IDM. Hinter ihm liegt eine erfoglreiche Saison. So stand er bereits vor dem Finale als Meister fest. Mit seiner Suzuki GSR750 hat er sowohl bei den Rennveranstaltungen als auch in seinem Motorradgeschäft in Duisburg jede Menge Aufsehen erregt. Im Interview spricht er über die Meisterschaft sowie die Zukunft der Klasse SuperNaked und er verrät, wie es bei ihm selbst nächstes Jahr weitergeht.

Wie kam es zu Deinem Einstieg in die neue Klasse SuperNaked?

Kjel Karthin: Wir hatten eigentlich schon angefangen, ein Motorrad für die Supersport 600 aufzubauen. Dann kam von Suzuki die Anfrage, ob wir uns vorstellen könnten, die SuperNaked-Klasse zu fahren. Für Hersteller ist das sehr interessant, denn die Bikes sind nah dran am Zuschauer. Nur schade, dass alles erst so spät ins Rollen kam. Viele unserer Partner und auch andere Händler hatten großes Interesse an einer Teilnahme, aber das Reglement kam einfach zu spät.

Wie hast Du die Saison erlebt?

Ich war sehr positiv überrascht. Die Eingewöhnungsphase hatte ich mir wesentlich länger vorgestellt. Aber das Bike war leicht zu handeln und wirklich schön zu fahren. Dass Michael Galinski mitgefahren ist, war ein echter Gute-Laune-Faktor. Wir wurden oft mehr beobachtet als die Supersportler. Denn unsere Motorräder sind eben auch die, die auf der Straße immer mehr gefahren werden. Es haben die Starter gefehlt, dann wäre es noch interessanter geworden.

Dafür hast Du bei den Rennen teilweise mit den Supersport 600-Fahrern mitgehalten.

Ja, im Regen war die Leistung nicht so entscheidend, da sind wir ins Supersportfeld reingefahren. Das hat mich selbst überrascht. Es zeigt, dass wir eine Klasse sind, die man ernst nehmen kann. Denn die Leistung bei der SuperNaked ist deutlich geringer gegenüber der Supersport.

Was hat dir gefehlt?

Die teils fehlende Konkurrenz war der größte Wermutstropfen. Und bei meiner Suzuki war die Leistung gegenüber der Yamaha zu gering. Weil wir sehr seriennah fahren, besteht kein Riesenunterschied zwischen dem käuflichen Modell und der Rennmaschine. Man müsste schon das Konzept der SuperNaked-Klasse anpassen, um die Chancengleichheit zu erhöhen. Denn wir haben jetzt schon eine große Leistungsstreuung drin.

Welche Änderung stellst Du Dir konkret vor?

Wenn man beispielsweise von allen Herstellern die 1000er nimmt, sind die Motorräder direkt im gleichen Leistungssegment. Die Supersport 600er ist auf dem absteigenden Ast und die Industrie steht auch nicht mehr hundertprozentig dahinter. Bei uns im Laden fahren von 500 Kunden nur 15 eine rennmäßige 600er. Die Naked Bikes sind dagegen auf dem Vormarsch. Und die, die sich eines zulegen, kaufen meist die 1000er. Eine eigene Klasse mit 1000er Naked Bikes zu machen, wäre also auch für den Zuschauer interessant. Eine andere Möglichkeit wäre, die PS-Grenze anzuheben und auf einen einheitlichen Stand zu bringen. Dann kommt es nur auf den Fahrer an und wäre umso spannender. Wenn dann das Reglement noch rechtzeitig feststeht, kriegt man locker 15 bis 20 Fahrer für so eine Klasse zusammen, da bin ich mir sicher.

Für welche Fahrer ist die Klasse SuperNaked denn besonders geeignet?

Die Klasse passt für den Aufsteiger aus kleineren Klassen genauso gut wie für den Routinier aus der 600er oder ehemalige Größen des Motorradsports. Wenn das Starterfeld gut gefüllt ist, ist die Klasse für jedermann interessant. Dazu kommt, dass das Budget überschaubar und im Vergleich zu den Klassen Superbike oder Superstock 1000 bezahlbarer ist. Viele haben ja auch schon ihr Interesse bekundet – und große Namen haben sich positiv darüber geäußert.

Mit Ralf Waldmann ist auch ein großer Name mitgefahren. Wie hast Du seinen Gaststart erlebt?

Das hat schon richtig für Aufmerksamkeit gesorgt. Außerdem hat man gesehen, dass ein erfahrener WM-Pilot nicht eben mal so vorne mitfahren kann. Das fand ich schön. Denn viele Skeptiker, die die SuperNaked-Klasse belächelt hatten, wurden dadurch überzeugt. Dass wir im Regen in Zolder mit den 600ern mithalten konnten oder Waldi nicht auf Anhieb vorneweg gefahren ist, hat so einige Zweifler verstummen lassen.

Siehst du Potential in der Klasse?

Noch nie haben wir von Kunden so viel positives Feedback bekommen und so eine große Resonanz auf einen Start gehabt, wie in dieser Klasse. Man merkt, dass die Leute sich mit den Motorrädern identifizieren. Außerdem ist das Budget recht human, weil allein der Anschaffungspreis des Motorrads nicht so sehr ins Gewicht fällt. In Sachen Tuning ist nicht viel erlaubt. Sowohl was die Kosten- und Fahrerfrage als auch die Nachfrage der Fans angeht, sehe ich da großes Potential.

Wie geht es für Dich nächstes Jahr weiter?

Im Moment ist noch alles offen. Mich interessiert die Klasse Superstock 1000. Wir würden uns in ein Team einkaufen oder wieder in Eigenregie starten. Nur fehlt uns im Moment noch ein Sponsor dafür. Auch ein weiteres Jahr in der Klasse SuperNaked ist nicht ausgeschlossen. Eines der Rennmotorräder verkaufen wir jetzt. Das zweite behalten wir, für den Fall, dass ich im nächsten Jahr nochmals in der Klasse SuperNaked antrete. (Quelle:IDM)

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