Jonas Folger hofft auf Wildcard-Einsätze in der WM

Von Esther Babel
IDM Superbike
Jonas Folger

Jonas Folger

Auch wenn Jonas Folger in den letzten Wochen gut klargekommen ist, wünscht sich auch der IDM-Superbike-Pilot vom Team Bonovo Action by MGM die Rückkehr ins Rennfahrerleben. Eher früher als später.

Normalerweise würde man den ehemaligen MotoGP-Piloten Jonas Folger (26) jetzt auf diversen Rennstrecken antreffen, wo er sich auf den Einsatz in der IDM Superbike und auf Wildcard-Rennen in der Superbike-Weltmeisterschaft vorbereiten würde. Wegen der Situation rund um Corona besteht sein Leben aktuell aber nicht mehr nur aus Motorrädern, Adrenalin und Rennen. Aber was macht ein Rennfahrer, wenn er seiner größten Leidenschaft nicht nachgehen kann?

Folger hat mit seinem Team Bonovo Action by MGM ein wenig per Stream geplaudert und erzählt, wie er die momentane Ausnahmesituation meistert, welche alten oder neuen Hobbies er für sich (wieder-) entdeckt hat und auch, was er Positives aus der Zwangspause mitnimmt.⠀⠀

Inzwischen konnte Folger gemeinsam mit Freund Marcel Schrötter in der vergangenen Woche auf dem Red Bull Ring ein paar Runden auf der Yamaha R1 drehen und sich somit wieder langsam aber sicher an den Rennmodus heranarbeiten.
Vorher berichtete er über seine Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Wochen.

Wie geht es dir?

Jonas Folger: «Mir geht es wie vielen anderen auch. Gut, noch. Soweit ist alles gut. Das ist natürlich mit der ganzen Corona-Geschichte bisschen zäh alles. Aber ich verbringe meine Zeit ganz gut. Wir haben zum Glück einen Garten zuhause. Da kann ich mich mit gut beschäftigen und verbringe meine Zeit mit Aufgaben, die ich sonst nicht in Angriff genommen hätte. Zwei, drei Wochen habe ich mich mit dem Garten beschäftigt. Das war ein größeres Projekt. Dann habe ich ein Piaggio Ape überarbeitet. Die habe ich von meinem ersten WM-Team geschenkt bekommen, zum Geburtstag glaub ich. Mit 16. Die habe ich jetzt bisschen restauriert.»

Wie gehst du mit der ganzen Situation um?

«Ich glaube, mit der Zeit fällt jedem ein bisschen die Decke auf den Kopf. Es sollte schon bald wieder losgehen. Man macht ja nicht wirklich viel. Man kann ja nicht viel unternehmen und durch die Ausgangsbeschränkungen war alles ziemlich limitiert. Irgendwie stresst es schon. Ich bin ja sonst 24/7 unterwegs und auf dem Motorrad und auf Rennstrecken. So um die 15 Jahre lang. Das geht mir schon langsam ab. Ich hoffe, dass sich die Situation schnell wieder normalisiert. Das wäre ja auch wichtig für die ganze Wirtschaft, für die Sponsoren und unseren Sport und auch für uns Fahrer, dass sich wieder was bewegt. Ich zähl die Tage.»

Wie hat sich dein Tagesablauf verändert?

«Nach wie vor bleibe ich am Training dran und meiner körperlichen Fitness. Das Wetter war ja jetzt eigentlich auch optimal. Ich fahr viel Rennrad und mache Ausdauersport. Also mein Tagesablauf schaut so aus, dass ich täglich, mindestens jeden zweiten Tag, Rennrad fahre und ich habe im Keller einen kleinen Fitnessraum, in dem ich mich beschäftigen und trainieren kann. Und dann erledigt man die täglichen Dinge, die man eben so zu tun hat.»

Kannst du dich in irgendeiner Form auf die Saison vorbereiten?

Als Vorbereitung auf die Rennen kann ich momentan nicht allzu viel machen. Ich hatte auch Veranstaltungen in Ampfing auf der Kartbahn geplant, die die nächsten Wochen anstehen würden. Ich hoffe, dass sich das noch ergibt, dass man auf der Kartbahn fahren kann. Das wäre ein tolles Training für mich persönlich. Mal wieder auf dem Motorrad sitzen. Eben nicht nur Fitness, Fahrrad fahren oder Gewichte in meinem Keller zu heben, sondern auch aktiv auf dem Motorrad zu sitzen. Sobald sich da was ändert, schau ich, dass ich so schnell wie möglich wieder auf dem Bike sitze.»

Was vermisst du gerade am meisten?

«Am meisten vermisse ich Motorradfahren an sich. Das Reisen zu den Rennstrecken. Und mal wieder unter die Leute zu kommen, die man sonst so trifft. Man ist überall mit allen befreundet, egal auf welcher Rennstrecke man ist. Man trifft immer jemand, den man kennt. Das Soziale vermiss ich schon.»

Wie gehst du mental mit der Situation um?

«Bisschen traurig find ich es, natürlich. Besonders weil man nicht weiß, wie es weitergeht. Man glaubt zu wissen, dass es jetzt leichter wird. Aber letztendlich weiß man es nicht. Es ändert sich ja wöchentlich. Jede Woche wird eine neue Regel freigegeben. Und Einschränkungen verschärft, oder auch nicht. Es ist sehr schwierig. Die Ungewissheit ist es, die uns wohl alle am meisten plagt momentan. Wann es weitergeht, wie es weitergeht. Es wäre schade, wenn man gar keine Rennen fahren würde. Das hoffe ich natürlich nicht. Ich wünsche mir, dass wir wenigstens ein Rennen fahren könne, das wäre besser als nix. Ich habe die Hoffnung auch nicht aufgegeben, dass man dieses Jahr bei den Läufen der Superbike-WM noch eine Wildcard bekommt. Aber es ist das Ungewisse, das zehrt und ja, auch nervt.»

Welche Tipps hast du, um positiv zu bleiben?

Für jeden ist es wichtig, dass man in erster Linie Aufgaben hat. Und nicht einfach dahinvegetiert zuhause und nichts tut. Jeder Mensch braucht Aufgaben. Ich habe mir einen Plan gemacht, was ich mir zuhause für die nächsten zwei Wochen vornehme. Aufgaben sind das Wichtigste und trotzdem den Kontakt halten zu Freunden und Familie. Natürlich ist für viele das entschleunigte Leben auch nicht verkehrt. Das Leben war in den letzten Jahren schon sehr schnelllebig. Mit den ganzen Medien, von überall prasseln Informationen auf einen ein. Auch das Internet und das Ganze. Viele Leuten, die mit sehr viel Stress gelebt haben, ist die Zeit vielleicht auch entgegengekommen. Dass man sich bisschen runterfahren kann und sich mal anderen Dingen widmet. Man muss sich einfach bei Laune halten und Aufgaben stellen, dann wird’s einem nicht langweilig.»

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