Erwan Nigon: Start-Abbruch verdirbt Rennstrategie

Von Esther Babel
IDM Superbike
Der Franzose vom Team Kawasaki Weber Motos war in Assen beim Auftakt der IDM Superbike zwar schnell, in den Ergebnislisten schlug sich das aber noch nicht sichtbar nieder. GP-Unterstützung aus dem Home Office.

Lange hatte es gedauert. Elf Monate mussten sich Fans und Fahrer der IDM gedulden, bis sie am vergangenen Wochenende im niederländischen Assen, unter Befolgung eines strengen Hygiene-Konzepts, wieder Rennluft schnuppern durften. Am Start in den Klassen Superbike wieder das eingespielte Kawasaki-Team um den Schweizer Chef Emil Weber. Dieser hatte sich schon lange vor der Corona-Krise wieder die Dienste des französischen Langstrecken-Weltmeisters Erwan Nigon gesichert.

Zuschauer durften keine dabei sein, die Wettervorhersage erzählt etwas von Gewitter und vor allem am Sonntag war es heiß und schwül und der Asphalt auf dem TT Circuit war flammneu und sollte sich beim IDM-Auftakt noch als unbekannte Größe erweisen. Doch alle Beteiligten waren froh, wenn auch mit Mund-Nasen-Schutz, wieder am Start zu stehen. «Und das Ergebnis war besser als es auf dem Papier ausschaut», überschreibt Weber seinen Ausflug in die Niederlande. «Die Konkurrenz ist stark, nicht nur der ehemalige MotoGP-Pilot Jonas Folger. Es sind gute Teams und schnelle Fahrer dabei.»

Im ersten Rennen der IDM Superbike kam Erwan Nigon, der von Platz 8 aus loslegte, der Startabbruch und die Verkürzung der Distanz in die Quere. Die Reifen-Taktik und die mit Techniker Kurt Stückle angedachte Strategie löste sich auf dem Gummimordenden Asphalt in Luft auf. «Daher konnte Erwan seinen sechsten Platz nicht halten», erläutert Weber, nachdem sein Schützling als Neunter im Ziel angekommen war. «Aber unser Paket funktioniert soweit und unser Fahrer ist super drauf.» Durch den Abbruch und den Reifenwechsel in der Startaufstellung wurde einer der acht Reifen-Stickern verjubelt, der in Rennen 2 dann fehlte.

Dort hatte Nigon wieder einen seiner Knallerstarts gezeigt, bekam dann aber eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt, die er auch brav absolvierte. Doch Punkte waren anschließend nicht mehr in Sicht, der Vorderreifen schlecht beieinander und so beschloss Nigon in die Box zu rollen. «Er entschuldigte sich auch gleich für einen Frühstart bei uns», erzählt Weber. Doch so heldenhaft hätte Nigon gar nicht sein müssen. Denn es war im Umkehrschluss eine Entschuldigung des Teams bei seinem Fahrer fällig. «Wir haben die Reifenwärmer zu spät runtergemacht», gesteht Weber, «das geht auf unsere Kappe. Erwan hat es sportlich genommen. Aber wir wissen, Top-Fünf ist möglich. Man muss allerdings den Zug zur Gruppe hinter Folger und Mikhalchik kriegen. Dafür müssen wir es aber perfekt hinkriegen.»

Ein Dank sendet Weber auch zu Patrick Unger an den Sachsenring. Dieser hatte beim Test in Oschersleben Sandro Cortese mit einer Weber-Kawasaki als Data-Recording-Mann begleitet. In Assen knöpfte sich Unger dann von zuhause die Daten von Nigon vor, und hat sie laut Weber perfekt analysiert.

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