Gerold Gesslbauer: «Es wird 2020 wohl keine ÖM geben»

Von Helmut Ohner
IOEM
Ratezi-Yamaha-Pilot Gerold Gesslbauer

Ratezi-Yamaha-Pilot Gerold Gesslbauer

Als Dritter der Superbike-Meisterschaft 2019 hatte sich Gerold Gesslbauer für diese Saison den Meistertitel vorgenommen. Mittlerweile glaubt er nicht daran, dass es eine österreichische Meisterschaft geben wird.

Als zweifacher Staatsmeister der Klasse Superstock 600 wechselte Gerold Gesslbauer im Vorjahr in die Superbike-Klasse. Nach anfänglichen Umstellungsproblemen kam er im Laufe der Saison immer besser in Schwung. Letztendlich beendete der Yamaha-Pilot hinter Nico Thöni und Philipp Steinmayr die Meisterschaft an der dritten Stelle.

Dieses Jahr wollte der Motorradhändler aus dem steirischen Birkfeld alles daransetzen, sich auch in der Premiumklasse den Titel zu sichern. Auch in der Alpe Adria International Championship rechnete er sich gewisse Chancen aus, eine gute Figur gegen Gegner wie dem früheren Red Bull Rookies Cup-Gesamtsieger und jetzigen YART-Piloten Karel Hanika abzugeben.

Doch die Coronavirus-Pandemie machte alle Pläne des Fahrersprechers zunichte. Zwei Veranstaltungen mussten bereits abgesagt werden. «Wenn man die derzeitige Situation in den einzelnen Ländern betrachtet, glaube ich nicht daran, dass wir bei all den Reiseeinschränkungen dieses Jahr noch ein Titel vergeben wird. Für die Vergabe des ÖM-Titels müssen mindestens drei Rennen gefahren werden.»

«Keine Ahnung, wie die beiden Meisterschaften gerettet werden können. Man kann derzeit nicht realistisch einschätzen, ob man Ende Juni überhaupt nach Ungarn, wo auf dem Pannonia Ring zwei Läufe stattfinden sollen, einreisen darf, ohne in Quarantäne gehen zu müssen. Noch dazu kommt der Promotor der Veranstaltung aus dem schwer betroffenen Italien.»

«Im Augenblick bin ich auf der Suche, wie ich mir die rennfreie Zeit sinnvoll vertreiben kann. In unserem Geschäft ist nicht viel los und die Wohnung habe ich auch schon geputzt. Ich bin früher Moto-Cross-Rennen gefahren. Vielleicht lege ich mir wieder so ein Motorrad zu, um mich einerseits fit zu halten und andererseits auch wegen des Adrenalinkicks. Nur einen Kilometer von meiner Wohnung entfernt, gibt es eine Strecke, auf der man fahren kann.»

«Im Gegensatz zur MotoGP und der Superbike-Weltmeisterschaft sind wir finanziell vom Lockdown nicht so schwer betroffen. Meine Kollegen und ich verdienen ja nicht mit dem Rennsport. Ganz im Gegenteil, wir stecken das ganze Geld in unser Hobby. Sollte der schlimmste Fall eintreten und wir nicht fahren können, wird das Ersparte im nächsten Jahr ausgegeben.»

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