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Triumph Street Triple 765: Neues Fahrwerk

Von Bernhard M. Höhne
Triumph arbeitet an der fünften Generation der Street Triple, die deutlich sportlicher ausfallen wird als das aktuelle Modell. Geplant ist zusätzlich eine Supersport-Variante mit Vollverkleidung.

Mittelklasse-Adventure-Bikes und Crosssover-Bikes mit Superbike-Motoren - das waren die Segmente, denen in jüngster Zeit von der Presse die meiste Aufmerksamkeit zuteil wurde. Doch was die Verkaufszahlen angeht sind für fast alle Hersteller die Mittelklasse-Naked-Bikes von viel grösserem Stellenwert. Egal ob Yamahas MT-09, BMWs F900 R, KTMs 990 Duke oder Ducatis aktuelle Monster: Nahezu jeder Hersteller hat in irgendeiner Form ein Angebot für seine Kundschaft in diesem Segment.

Seit Jahren eines der wichtigsten Modelle ist Triumphs Street Triple. Seit dem Jahreswechsel 2017/2018 ist ihre mittlerweile vierte Generation Generation auf dem Markt, die seither bereits zwei Mal mit Hilfe einer Modellpflege aufgefrischt wurde. Nach Jahren der sanften Evolution wird es nun Zeit für eine komplette Neuentwicklung, um der erstarkten Konkurrenz die Stirn zu bieten.

Fotos eines frühen Prototypen legen nun nahe, dass die Briten diesen Anlass nutzen, um nicht nur die Technik, sondern auch das Konzept des Bikes grundlegend umzukrempeln und fahraktiver auszulegen. Als leichter zugängliches Modell für Einsteiger und Wiedereinsteiger bleibt bei Triumph künftig die Trident 660 im Angebot, die sich mittlerweile erfolgreich am Markt etabliert hat.

Der Fokus der Street Triple scheint sich mit der nächsten Modellgeneartion dafür konsequenter in Richtung Sportlichkeit zu verlagern. Ein Weg, den die Briten bereits mit der aktuellen Street Triple RS und auch der limitierten Moto2-Edition eingeschlagen haben.

Viele Details des auf Testfahrten erwischten frühen Erprobungsbikes deuten darauf hin: So wird beispielsweise mit einer extremeren Sitzposition experimentiert. Auch die grundlegende Formgebung erscheint kompakter und radikaler. So sind zwar viele Details in diesem frühen Entwicklungsstadium noch Provisorien, wie die der Trident entnommene Frontlampe und der Tank der aktuellen Street Triple. Doch die grundlegende Entwicklungsrichtung lässt sich bereits gut erkennen.

So ist sichtbar, dass sich der Hauptrahmen der kommenden Street Triple offenbar am aktuellen Modell orientiert, aber an den Hauptelementen modifiziert wurde und sich zudem an Lenkkopf und Schwingenaufnahme sogar grundlegend vom Chassis des aktuellen Modells abhebt. Auch der Heckrahmen ist neu geformt, insgesamt kürzer und endet höher. Dies führt zum einen zu einer wesentlich bulligeren Silhouette und begünstigt die erwähnte sportlichere Sitzhaltung, auch wenn sich die finale Ergonomie offensichtlich noch im Experimentierstadium befindet.

Das optisch markanteste Merkmal jedoch ist die neue Schwinge. Sie sie ist massiv geformt und wird im Laufe des Entwicklungsprozesses sicherlich noch filigraner ausgearbeitet, doch die Grundform wird erhalten bleiben. Sie ergibt sich in Teilen aus dem ebenso neu geformten und äußerst voluminösen Auspuffsammler.

Bei der Gabel scheint es sich um ein Showa-Teil zu handeln, ähnlich dem der aktuellen Street Triple R - ein Hinweis, das hier wohl die Basisversion erprobt wird. Das Federbein hinten scheint von Öhlins zu stammen.

Der einzige Bereich, in dem an diesem Prototypen keine Änderungen zu sehen sind, ist der Motor. Hier ist nach wie vor der Dreizylinder-Reihenmotor mit 765 ccm Hubraum verbaut, der derzeit zwischen 114 und 130 PS leistet. Dies ist aber vermutlich dem Entwicklungsstand des Prototypen geschuldet. Triumph erprobt Motor und Chassis in frühen Stadien zunächst häufig getrennt. Klar ist, dass auch am Motor Weiterentwicklungen zu erwarten sind. Welcher Natur diese sind, ist derzeit noch Spekulation. Klar scheint zumindest, dass auch vor Triumph der Trend zu mehr Hubraum im Mittelklassesegment nicht halt machen wird.

Die sportlichere Auslegung der Street Triple dürfte für die Marke aus Hinckley auch Mittel zum Zweck sein. Man darf vermuten, dass Triumph künftig stärker Kapital aus seinem Moto2-Engagement schlagen will, bei dem eine abgewandelte Form des Dreizylinders der derzeitigen Street Triple zum Einsatz kommt. Möglich, dass später auch wieder eine neue Daytona mit dem Motor der Street Triple folgt.

Am von uns erwischten Prototypen sind Aufnahmen zu erkennen, an denen eine Verkleidung befestigt werden kann. Das würde Sinn machen, schließlich erlebt das Segment der Mittelklassesportler mit Aprilia RS660 und KTM RC990 auch im Bereich zwischen 120 und 140 PS ein Revival. Zudem wurde die günstigere Daytona 660 gerade positiv am Markt aufgenommen, das Modellangebot an dieser Stelle nach oben auszuweiten würde sich für die Briten also anbieten.

Aus gut unterrichteten Kreisen wissen wir, dass mit der komplett neuen Street Triple erst zur Saison 2026 zu rechnen ist. Es bleiben also noch zwei Jahre Zeit für Triumph, um den hier gezeigten Prototypen marktreif zu machen.

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