MotoGP-KTM: Käufliches Rennmotorrad für 200.000.-

Von Günther Wiesinger
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So sah die V4-KTM mit 990 ccm vor zehn Jahren aus

So sah die V4-KTM mit 990 ccm vor zehn Jahren aus

2017 kehrt KTM in die MotoGP-WM zurück. Firmenchef Stefan Pierer hat konkrete Vorstellungen und will die V4-Racer auch Hobby-Rennfahrern anbieten.

KTM steigt 2017 in die MotoGP-WM ein. Ing. Kurt Trieb entwickelt jetzt für diesen Zwecke eine neue 1000-ccm-V4-Maschine mit Pneumatik, Seamless-Getriebe und Gitterrohrstahlrahmen, das Motorrad wird KTM RC16 heissen – in Anlehnung an die bisherige Zweizylinder-RC8.

Das Erstaunliche am Konzept von KTM: Die RC16 soll für einen Preis von 150.000 bis 200.000 Euro auch an Racing-for-Fun-Piloten verkauft werden, aber sie wird im Gegensatz zur Honda RC213V-RS keine Strassenzulassung erhalten.

«Wir wollen dieses käufliche Rennmotorrad für die Rennstrecke zu einem extrem guten Preis anbieten», hat sich Stefan Pierer vorgenommen. «Das kann der Hobbyfahrer dann genau so fahren wie der MotoGP-Profi. Die Stückzahlen lassen sich vorläufig noch schwer einschätzen. In der Moto3 kommen im Jahr 70 bis 80 Stück zusammen. Diese Grössenordnung sollte auch in der MotoGP machbar sein; vielleicht schaffen wir auch 100. Es gibt so viele Freaks... Es kann auch sein, dass ein paar hundert Einheiten weggehen.»

«Besonders in Europa sind wir von Brüssel aus massiv unter Druck», sagt Pierer. «Es werden sogar Leistungsbeschränkungen diskutiert oder ob man die sogenannten Superbikes in der EU überhaupt verbieten sollte. Wir werden jetzt für unser angegrautes Modell RC8 bald einen Nachfolger präsentieren. Wir haben im Sommer 2014 gesagt: Ja, wir machen einen Nachfolger, er heisst RC16. Wir übernehmen als Hersteller die Verantwortung und sagen: So etwas gehört nicht mehr auf die Strasse. Alles was über 200 PS ist, hat nichts auf der Strasse verloren, wir machen ein Superbike für 'closed circuits', also nur für die Rennstrecke.»

«Das Pflichtenheft für die Konstrukteure ist relativ einfach, es entspricht dem MotoGP-Reglement», ergänzte Pierer. «Bis 2016 kommt in der WM die Einheits-Elektronik. Es wird dann eine faire Auseinandersetzung geben. Was die Themen Mechanik, Motor und Fahrwerk betrifft, können wir mithalten; das haben wir auch in der Moto3-WM bewiesen. Die MotoGP ist der logische nächste Schritt. Die neue RC16 wird für Jedermann käuflich sein. Damit ist das Serienprojekt schon gestartet. Wer werden also diese Motorräder auch dem normalen Konsumenten anbieten, der damit privat auf die Rennstrecke gehen kann.»

Der Zeitplan ist bekannt: Im Mai soll das V4-Triebwerk auf dem Prüfstand laufen, im Herbst 2015 sollen erste Roll-outs stattfinden, Die Saison 2016 ist für Testfahrten reserviert. «Vielleicht machen wir 2016 am Ende der Saison bereits einzelne Wildcard-Rennen, wie es üblich ist. Ende 2016 werden unsere Motorräder interessierten MotoGP-Teams zur Verfügung stehen», sagt Pierer. «Wir planen ein Semi-Werksteam, möchten also eine Kooperation mit einem existierenden Team eingehen – wie in der Moto3 mit Aki Ajo.»

Eine Teilnahme an der Superbike-WM steht für KTM und Stefan Pierer nicht zur Debatte. «Die Superbike-WM ist in ihrer jetzigen Form dem Tode geweiht. Das Thema bei den homologierten Superbikes mit Geschichten wie Euro 4 sind so kontraproduktiv fürs Rennfahren... Wenn du das demontierst, ist das Motorrad womöglich nach fünf Runden kaputt. Und es gibt bei den Superbikes keine Coverage, nichts. Es ist kein Platz für zwei weltweise Viertakt-Rennserien. Neben der Formel 1 existierte auch keine zweite namhafte Automobil-Weltmeisterschaft. Die MotoGP ist die beste Rennserie, sie hat das beste Reglement, hier muss ich mich mit den Mittbewerbern messen», ist sich Pierer bewusst.

Pierer könnte sich auch mit der Idee von Aprilia-Rennchef Romano Albesiano anfreunden, die Superbike-WM eines Tages am Samstag und Sonntag im Rahmen der MotoGP-WM auszutragen. «Warum nicht? Dann hat man zum Beispiel die besten Sicherheitsvorkehrungen an Ort und Stelle», meint der KTM-Firmenchef.

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