Marcel Schrötter: «MotoGP wäre mein größter Traum»

Von Johannes Orasche
Moto2
Marcel Schrötter (27)

Marcel Schrötter (27)

Das deutsche Moto2-Ass Marcel Schrötter spricht offen über seinen großen Lebenstraum MotoGP und die Voraussetzungen dafür. Zunächst hat der Intact-GP-Kalex-Pilot aber auch in der Moto2 noch etwas vor.

Kalex-Fahrer Marcel Schrötter aus dem Liqui Moly Intact GP Team nahm zuletzt am erstem eSport-Event der Geschichte in der Moto2-Kategorie teil und fuhr nach bescheidenem Beginn immerhin noch auf Rang 6. Der 27-jährige Pflugdorfer startete 2019 phänomenal in die Moto2-Saison und holte in Doha und Austin gleich Podiumsplätze. Neben seinen drei Poles preschte Schrötter auch auf dem Sachsenring auf das Podium. Den Moto2-Auftakt 2020 beendete er auf Rang 7.

Schrötter bekam in seiner Karriere hautnah mit, wie Kumpel Jonas Folger 2017 als MotoGP-Rookie auf der Tech3-Yamaha für Aufsehen sorgte. Schrötter selbst kommt ebenfalls sehr gut mit 1000er-Bikes zurecht. Eines seiner Schlüsselerlebnisse war ein Track-Day in Misano 2019. «Ich bin über die Jahre immer wieder die 1000er gefahren und damit gut zurecht gekommen. Damals in Misano war ich mit Jonas auf je einer Yamaha R1 unterwegs und auch Jack Miller war mit einer ganz neuen Ducati Panigale da», erinnert er sich.

Schrötter hat alles genau im Kopf: «Wir hatten alle Moto2-Reifen drauf. Ich konnte gut mithalten, war teilweise sogar schneller. Auch im Winter in Cartagena war ich nahe an Jonas dran.»

«Klar frag ich immer wieder bei Jonas und den Jungs nach, wie die Traktionskontrolle etc. zu handeln ist. Damit habe ich ja keine Erfahrung. Aber es hat unglaublich Spaß gemacht. Die 1000er sind eigentlich leichter zu fahren als die Moto2-Bikes, obwohl eigentlich nichts Spezielles dran ist. Aber bei den Moto2-Motorrädern kommen die enorme Steifigkeit und die speziellen Reifen dazu. Die Moto2-Klasse ist einfach abartig. Es gibt auch keine langsamen Fahrer mehr.»

Desahlb ist Schrötter überzeugt: «Jeder, der in der Moto2-Klasse in die Top-6 fahren kann, ist auch gut genug für die MotoGP. Das was Iker [Lecuona] kann, schaff ich sicher. Ich will aber da nichts von Ikers Leistung schmälern. Und Alex [Márquez] fährt auch nicht auf Anhieb in die Top-10. Klar: Jeder will wie Fabio sein, da nehm ich auch nichts weg von ihm.»

Der Bayer grübelt und stellt klar: «Ich würde jetzt auch bei Aprilia nicht Nein sagen, sie haben das Bike verbessert. Und Espargaró ist ja auch kein Überflieger. KTM wäre definitiv toll und ein hervorragendes Umfeld. Ich habe das auch mit meinem Team besprochen und gesagt, dass ich diesen Wunschtraum noch habe, die Jungs wissen es. Die MotoGP wäre einfach... mein größter Traum und ich traue es mir auch zu.»

Schrötter weiß: «Klar bin ich kein Überflieger der Moto2, dafür ist zu viel Zeit vergangen. Ich hoffe aber auch, dass es mir helfen könnte, dass ich im Moment der einzige deutsche Fahrer in diesem Bereich bin und das alles für Dorna ein Faktor sein könnte. Ich habe auch Hoffnung, dass mir Pit [Beirer] vielleicht helfen kann und an mich glauben könnte. Vielleicht bekomme ich mal eine Chance.»

Vorerst gibt es aber andere Prioritäten: «Jetzt will ich mich aber mal voll auf die Moto2 konzentrieren, mich beweisen und vielleicht auch mal mein erstes Rennen gewinnen. Ich habe für die Moto2 das bestmögliche Team um mich. Das Intact GP Team war in der Moto2 immer mein Traum, es sind tolle Jungs, die mir immer helfen können», so Schrötter.

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