Marcel Schrötter: Viel Poker vor eSports-Premiere

Von Johannes Orasche
Moto2
 Marcel Schrötter

Marcel Schrötter

Der deutsche Moto2-Pilot Marcel Schrötter gewährt Einblicke in die Vorbereitung auf das eSport-Rennen von Jerez am Sonntag.
 «Ich habe etwa acht Jahre kaum mehr auf der PlayStation gespielt», beteuert er.

Liqui Moly IntactGP-Fahrer Marcel Schrötter war bei der Premiere des eSport-Rennen in der Moto2-Kategorie dabei. Der 27-Jährige aus Pflugdorf überholte im Sprint zur Ziellinie noch Aron Canet und holte sich auf dem virtuellen Jerez-Rundkurs P6. Die Motorrad-Stars waren die ersten, die das brandneue MotoGP20-Spiel ausprobieren dürften. Daher waren die Racer in den Trainings in den Tagen vor dem Rennen auch unter sich.


Schrötter gibt Einblicke in seine Vorbereitung: «Es war interessant, wir haben ja alle Zeiten gesehen, weil es eine Online-Liste gibt. Da habe ich immer gesehen, was zum Beispiel Martin und Canet machen. Wenn ich mal ein, zwei Stunden gespielt habe, war ich sofort vorne dabei. Wenn ich dann ein, zwei Tage später reingeschaut habe, war ich schon nur noch Achter oder Neunter.»


Es wurde in der Vorbereitung aber auch viel taktiert: «Von Luca Marini habe ich nie eine Quali-Zeit gesehen, er hat wohl offline mit einem anderen Fahrer gespielt, da sind die Rundenzeiten dann nicht für andere zu sehen.» Sieger Lorenzo Baldassarri hatte ebenfalls erklärt, dass er kaum geübt hatte. Schrötter kann das bestätigen. 


Schrötter verrät aber auch: «Ich spiele manchmal auch vernetzt mit Fabio Quartararo das F1-Spiel, er wählt immer Lewis Hamilton aus.» Kurz vor dem Renntag wurde Schrötter vom Briten Jake Dixon (Team Petronas) kontaktiert. «Er meinte, wir sollten mal im Rennmodus üben, da es völlig anders sei. Das habe ich dann auch gemerkt. Das Bike lässt sich einfach irgendwie anders fahren als im Quali-Modus, es lenkt anders. Es war gut, dass wir so noch geübt haben.»

«Ich habe etwa acht Jahre kaum mehr auf der PlayStation gespielt. Früher hatte ich auf der PlayStation fast nur Sport-Spiele. In meiner Eishockey-Zeit habe ich nachmittags dann oft mit den Jungs Call of Duty gespielt.» Zuletzt spielte Schrötter wieder mit den Kumpels Jonas Folger und Jesko Raffin vernetzt inklusive Chat das bekannte Game. Schrötter will aber auch wieder virtuelle Rennen bestreiten: «Ich hoffe, dass es noch ein zweites Rennen geben wird.»

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