Raul Fernandez: «Die Trainings-Routine hilft»

Von Nora Lantschner
Raul Fernandez beim Moto3-Auftakt 2020 in Katar: Es wird dauern, bis er das Rennleder wieder anziehen wird

Raul Fernandez beim Moto3-Auftakt 2020 in Katar: Es wird dauern, bis er das Rennleder wieder anziehen wird

KTM-Pilot Raul Fernandez spricht über die Corona-bedingte Zwangspause, die schwierige Situation in seiner Heimat Spanien und die Zusammenarbeit mit seinem neuen Moto3-Team Red Bull KTM Ajo.

Zur Eindämmung von Covid-19 ist in Spanien seit dem 15. März eine strikte Ausgangssperre in Kraft. Bisher wurden dort 219.764 Coronavirus-Fälle registriert, 22.524 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Red Bull-KTM-Ajo-Pilot Raul Fernandez (19) lebt mit seiner Familie in Madrid und hält sich seit mehr als einem Monat in den eigenen vier Wänden fit.

«Es ist ziemlich hart», beschreibt Fernandez die Situation. «Der Lockdown kam, kurz nachdem wir aus Katar zurückgekehrt waren. Da hatte ich gerade 15 Tage weit weg von zu Hause verbracht und nichts dagegen, mich auszuruhen und Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Aber jetzt sind mehrere Wochen vergangen, es wird schwieriger das Konzentrations- und Motivationslevel hoch zu halten. Aber wir müssen einfach den Unterschied machen und gleichzeitig unsere Sieger-Mentalität beibehalten. Eine tägliche Routine mit meinem Training zu haben, hilft mir dabei ungemein.»

Wie hältst du dich zu Hause fit?

Die Ernährung ist für mich am schwierigsten, weil der Plan sehr strikt ist. Wenn man so viele Tage zu Hause verbringt, dann wird es sehr schwierig, sich zu 100 Prozent daran zu halten. Das Training läuft aber gut. Auch wenn ich keinen Hometrainer habe, komme ich mit dem, was ich habe, gut zurecht. Ich teile das Training in drei Sessions auf und verbringe damit ungefähr zwei Stunden pro Tag. Das ist nicht schlecht, denn es sind nicht meine gewohnten Übungen.

Womit vertreibst du dir neben dem Training die Zeit?

Wie viele Leute spiele ich an der PlayStation. Das ist die einzige Möglichkeit, die wir gerade haben, um auf eine gewisse Weise «Motorrad zu fahren». Ich hatte die Konsole zwei oder drei Jahre nicht verwendet, aber jetzt fahre ich online Rennen mit meinem Bruder, das macht Spaß.

Bevor die Coronakrise kam, konntest du mit deinem neuen Team immerhin die Tests und den ersten richtigen Grand Prix der Saison bestreiten. Auf Startplatz 2 folgte Rang 10. Hat es bisher gut funktioniert?

Ich fühlte mich von Anfang an willkommen. Auch wenn der erste Test ziemlich hart war, ist es ein familiäres Team – und das ist mir sehr wichtig. Ich schätze mich glücklich, dass ich mit dieser Truppe in der Box arbeiten darf. Ich liebe es, wie sie arbeiten und wie sie mit schwierigen Momenten umgehen.

Im ersten Rennen in Katar entsprach das Ergebnis nicht dem, war wir erhofft hatten, aber was zählt, sind die Fortschritte, die wir das Wochenende über erzielt haben – und die waren unglaublich. Insgesamt bin ich sehr glücklich.

Stehst du auch jetzt in Kontakt mit dem Team?

Ich versuche, das Smartphone so wenig wie möglich in die Hand zu nehmen, weil ich finde, dass es nicht guttut. Aber wenn ich es verwende, dann spreche ich mit ihnen. Wir können es alle nicht erwarten, bis es mit der Motorrad-WM weitergeht. Ich mag, dass der Wille da ist, weiter Rennen zu fahren.

Was möchtest du den Leuten zum Abschluss noch mitgeben?

Vor allem möchte ich dem Ärzte- und Pflegepersonal und allen, die jeden Tag arbeiten, danken, weil es nicht einfach ist. Für die Leute, die ihre Häuser verlassen und sich Sorgen um ihre Verwandten machen, wenn sie heimkommen, ist es hart. Ich möchte mich auch an alle wenden, die zu Hause sind, vor allem an die Jüngeren: Wenn wir so weitermachen, werden wir in einer Weile auch wieder Rennen haben.

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