Niklas Ajo: «Ich hatte einen Durchbruch»

Von Sharleena Wirsing
Moto3
Obwohl Niklas Ajo 2013 auf einer Werks-KTM nur den 14. WM-Rang erreichte, erhält er von seinem Vater Aki Ajo eine weitere Chance in der Moto3-WM. Der 19-Jährige setzt im Ajo-Team eine Husqvarna ein.

Die Saison 2013 war zwar bisher das erfolgreichste der drei WM-Jahre von Niklas Ajo, doch Gesamtrang 14 bietet keinen Grund für Freudensprünge. Sein bestes Ergebnis war Rang 6 in Jerez. Dennoch hat der Finne einen festen Startplatz für das nächste Jahr. Der 19-Jähirge wird im Team seines Vaters Aki Ajo eine Husqvarna pilotieren. Im Interview sprach Niklas Ajo über die Saison 2013, seinen Wandel vom Unruhestifter zum professionellen Rennfahrer und seine Pläne für den Winter.

Niklas, in Valencia hast du deine bisher beste Saison abgeschlossen. Wie würdest du diese 17 Rennen zusammenfassen?

«Ich persönlich denke, dass die Saison ziemlich gut war. Obwohl ich die Vorsaison verletzt beginnen musste, habe ich mich seit Beginn des Jahres verbessert. Die Resultate waren jedoch mal besser und mal schlechter, deshalb kann ich nicht völlig zufrieden sein. In den letzten Rennen hatte ich einen Durchbruch und ich will dieses Wissen mit in die nächste Saison nehmen.»

Hast du deine Erwartungen, die du im März hattest, erfüllt?

«Ja, ich denke schon, denn ich bin zufrieden. Es ist aber schon wahr, dass ich etwas mehr erwartet habe, aber ich habe nicht gedacht, dass die Saison so hart und knapp wird. Das hat mich überrascht. Das Niveau ist im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gestiegen und die Leistungen der Fahrer liegen viel näher beisammen.»

In dieser Saison stachen drei Fahrer aus dem ohnehin sehr konkurrenzfähigen Feld hervor. Denkst du, dass Luis Salom, Maverick Viñales und Alex Rins auf einem anderen Level fuhren?

«Ja, Luis, Maverick und Alex waren deutlich schneller als der Rest. Es war unmöglich, mit ihnen mitzuhalten. Nur Fahrer wie Márquez und Folger konnten sie in manchen Rennen herausfordern. Wir anderen fuhren eine eigene Weltmeisterschaft, die ebenfalls sehr hart war. Im nächsten Jahr steigen einige Fahrer auf, also wird es noch interessanter.»

Im letzten Jahr sahen wir einen anderen Niklas Ajo. Was hat sich verändert? Was hast du gelernt?

«Ich habe bereits in den ersten Monaten dieses Jahres viel gelernt. Leider musste ich die Vorsaison, anders als in den vergangenen Jahren, langsamer beginnen, weil ich eine Knieverletzung erlitten hatte. Ich musste sehr sorgsam und vorsichtig sein. Das hat mir aber für den Rest der Saison geholfen. In diesem Jahr war ich ruhiger und das hat mir geholfen, mein Verhalten mehr zu reflektieren. Ich denke, dass dies ein sehr wichtiger Schritt für mich war.»

Was hättest du in dieser Saison gerne geändert?

«Ohne Zweifel die Qualifyings. Ich habe keine guten Resultate erreicht und das wird im nächsten Jahr sehr wichtig sein. Das ist alles eine Frage von harter Arbeit und das werde ich tun.»

Musst du dich noch in anderen Bereichen verbessern?

«Ich muss konstanter werden, wenn ich alleine fahre und keinem anderen Piloten folge. Das hat sich in den letzten Rennen etwas verbessert, aber ich habe noch Arbeit vor mir. Das wird mir auch helfen, um meine Platzierungen im Qualifying zu verbessern.»

Denkst du, dass du ein Spezialist in Bezug auf Comebacks im Rennen geworden bist?

«Vielleicht, denn das Qualifying ist mein Schwachpunkt und im Rennen schaffe ich dann eine Art Comeback. Wenn ich mich in den Trainingssitzungen am Samstag verbessern kann und mir in den Rennen weiterhin eine Steigerung gelingt, dann werde ich im nächsten Jahr sicher noch besser sein.»

Welches Rennen war das beste in diesem Jahr?

«Valencia, denn ich habe über das Bike und meinen Fahrstil viel gelernt. Ich denke es war das beste Rennen, obwohl das Ergebnis natürlich nicht gut war. Für meine Zukunft war es aber sicher das wertvollste Rennen. Wir müssen auf diese Weise weitermachen.»

Welches Rennen war das schlimmste?

«Für mich war es definitiv Brünn. Ich fühlte mich ab dem ersten Tag auf der Strecke nicht wohl und ich konnte kein gutes Gefühl entwickeln, um schnell zu sein. Beim nächsten Brünn-GP müssen wir die Sache völlig anders angehen.»

Welchen Moment in dieser Saison wirst du nie vergessen?

«Die ersten Kurven in Indianapolis waren unglaublich. Ich fuhr in nur drei Kurven vom 24. Platz auf die achte Position. Das war spektakulär. Ich weiß nicht, wie mir das gelungen ist, aber ich habe den nötigen Platz gefunden. Das werde ich nie vergessen, denn ich musste unter dem Helm lachen, als ich es machte.»

Nun ist die Saison vorbei. Was machst du in den Wintermonaten?

«Ich werde weiterhin hart für die nächste Saison trainieren, denn damit darf man nicht aufhören. Zudem werde ich einige Tage Zuhause in Finnland verbringen und versuchen, ein paar Kilo zu verlieren. Ich werde auch Dirt Track und Supermoto fahren, aber ich werde in diesem Jahr vorsichtiger sein.»


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