Mick Doohan: «Neuer Schwung bei HRC durch Jorge»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der fünffache 500-ccm-Weltmeister Mick Doohan weiß, warum Repsol-Honda-Team so erfolgreich ist. «Repsol hat sich nie eingemischt. Honda durfte die Bikes bauen, die Fahrer durften Fahrer sein.»

Vier seiner fünf 500-ccm-Weltmeistertitel hat Mick Doohan, dessen Sohn Jack in der Formel 4 erfolgreich ist und der in die Formel 1 kommen will, für Repsol-Honda gewonnen – 1995, 1996, 1997 und 1998. Im Jahr 1894 trat er in HRC-Farben an, 1999 schnappte ihm Alex Crivillé den Titel weg, er war der erste spanische Weltmeister in der Königsklasse.

Mick Doohan sorgte also für die ersten Erfolge in der Partnership Repsol-Honda, die jetzt ins 25. Jahr geht. Bei der Teampräsentation heute in Madrid trat er in einem zu engen Repsol-Lederkombi auf die Bühne, das ihm fast den Atem raubte.

«Ja, ich bekomme kaum Luft», lachte der Australier. «In 25 Jahren werde ich nicht mehr hier aufkreuzen. Dann wird mir das Leder sicher nicht mehr passen…»

«Es war großartig für mich, als ich 1995 die erste Weltmeisterschaft für die neuen Partner Repsol und Honda gewonnen habe. Es war auch fantastisch für mich selbst, denn der zweite Titel war ein wichtiger Bonus für mich. Ich wollte unbedingt einen zweiten WM-Titel gewinnen», schilderte «Quick Mick».

«Repsol war immer ein vorbildlicher Sponsor. Sie haben sich nie wirklich ins Geschehen eingemischt. Sie haben respektiert, dass es die Aufgabe von Honda war, ein Sieger-Motorrad zu planen und zu  bauen. Und wir Rennfahrer hatten die Aufgabe, die erwünschten Siege heimzubringen. Das war und ist eine tadellose Partnership. Denn ich habe nach 1995 noch drei weitere Titel für Repsol-Honda gewonnen. Und das Vermächtnis ist seither von anderen Spitzenfahrern fortgeführt worden», ergänzte Mick.

Was ist beim Repsol-Honda-Team der Schlüssel zum Erfolg?

Doohan: «Das geht darauf zurück, was ich vorher erwähnt habe. Repsol und Honda haben in dieser Zusammenarbeit ihre eigenen Rollen wahrgenommen und einander respektiert. So haben sie eine wunderbare Basis für Siege geschaffen. Diese Partnerschaft hat alle anderen Teams und Werke überragt. Repsol-Honda war besser als alle anderen. Das lag in erster Linie daran, dass sich jeder auf das konzentriert hat, was er beherrscht. Repsol ist eine erfolgreiche Mineralölgesellschaft. Und Honda ist bekannt für seine Motorrad-Technologie, HRC ist eine erstklassige Engineering Company. Beide Firmen waren vom Wunsch nach Siegen beseelt, aber sie sind sich auf dem Weg dorthin nicht in die Quere gekommen. Repsol hat sich auch bei den Piloten nie wirklich eingemischt. Die Fahrer durften die Fahrer bleiben und sich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Und daran wird sich wohl nichts ändern. Mit Jorge als Neuzugang im Team erwarten wir eine großartige Saison. Die Zusammenarbeit von Repsol und Honda hat durch diese Formation neuen Schwung bekommen.»

Alex Crivillé legte 1999 als 500-ccm-World Champion den Grundstein für die heutige spanische Vorherrschaft im GP-Sport. Bis dahin galten die Spanier als Spezialisten für die kleinen Klassen – wie 50, 80, 125 und 250 ccm.

«Es ist unglaublich, welches Team Repsol für die Saison 2019 auf die Beine gestellt hat», seufzte Crivillé, der heute als TV-Kommentator bei den meisten Rennen dabei ist. «Schon was Mick Doohan in den 1990er-Jahren vollbracht hat, war unbeschreiblich.

Crivillé: «Die Rolle von Repsol im Motorradrennsport verlangt uns viel Respekt ab, sie haben so viele Erfolge verzeichnet! Das Repsol-Honda-Team ist seit Jahren die beste Adresse in der MotoGP-Klasse, jeder will in diesem Rennstall fahren. Als ich zu Repsol kam, erhielt ich einen klaren Auftrag. Im ersten Jahr sollte ich für Podestplätze sorgen, im zweiten Rennen gewinnen und im dritten um den WM-Titel fighten. Es ist mir gelungen, diesen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Selbst Jorge Lorenzo hat sich jetzt diesen Wunsch erfüllt. Wir müssen froh sein, dass Repsol so lange dabei geblieben ist. Die Liste der Sponsoren, die in dieser Zeit wieder verschwunden sind, ist sehr umfangreich.»

Die Erfolge von Repsol-Honda in der «premier class»:
14 Weltmeistertitel

5 Marc Márquez: 2013, 2014, 2016, 2017, 2018
4 Mick Doohan: 1995, 1996, 1997, 1998
2 Valentino Rossi: 2002, 2003
1 Casey Stoner: 2011
1 Nicky Hayden: 2006
1 Alex Crivillé: 1999

168 GP-Siege

Marc Márquez: 44
Mick Doohan: 35
Dani Pedrosa: 31
Valentino Rossi: 20
Casey Stoner: 15
Alex Crivillé: 14
Tadayuki Okada: 4
Nicky Hayden: 3
Andrea Dovizioso: 1
Tohru Ukawa: 1

427 Podestplätze

Dani Pedrosa: 112
Marc Márquez: 77
Mick Doohan: 48
Alex Crivillé: 44
Valentino Rossi: 31
Casey Stoner: 26
Nicky Hayden: 25
Tadayuki Okada: 21
Andrea Dovizioso: 15
Tohru Ukawa: 10
Sete Gibernau: 5
Max Biaggi: 4
Alex Barros: 4
Takuma Aoki: 3
Shinichi Itoh: 2

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Der tiefe Fall von Ferrari: Gründe für die Flaute

Mathias Brunner
​Das schmerzt jeden Ferrari-Fan in der Seele: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat als Saisonziel 2021 den dritten Schlussrang genannt. In Tat und Wahrheit müssen die Italiener froh sein, wenn sie den erreichen.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Do. 28.01., 15:05, Motorvision TV
    Formula Drift Championship
  • Do. 28.01., 15:30, Motorvision TV
    Monster Jam Championship Series
  • Do. 28.01., 16:15, Hamburg 1
    car port
  • Do. 28.01., 18:10, Motorvision TV
    Tuning - Tiefer geht's nicht!
  • Do. 28.01., 19:10, Motorvision TV
    MotorStories
  • Do. 28.01., 19:15, ServusTV Österreich
    Servus Sport aktuell
  • Do. 28.01., 19:30, Sport1
    SPORT1 News Live
  • Do. 28.01., 20:55, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Do. 28.01., 21:20, Motorvision TV
    Car History
  • Do. 28.01., 21:45, Motorvision TV
    Top Speed Classic
» zum TV-Programm
6DE