MotoGP

Geoff Duke und Surtees: Die Anfänge der Motorrad-WM

Von Simon Patterson - 05.01.2020 18:17

2019 feierte die Motorrad-WM ihr 70-jähriges Bestehen. In den ersten Jahren dominierte Großbritannien das Geschehen, aber auch Deutschland und Österreich stellten in den kleineren Klassen Weltmeister.

Als der GP-Sport 1949 zum organisierten Spektakel wurde, das sich in die moderne MotoGP-WM entwickeln sollte, dominierte vor allem ein Land: Ähnlich wie heute die Spanier waren es damals die britischen Fahrer, die es dank ihrer Fähigkeiten, Streckenkenntnisse und Maschinen zu schlagen galt.

Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Europäische Meisterschaft, die aus auf dem Kontinent verteilten Rennen bestand – aber die Tourist Trophy auf der Isle of Man nicht mit einschloss, weil man dort darauf bedacht war, das Rennen für den Zweiradsport zu sein. Als Europa sich nach dem Krieg wieder aufrichtete, entschied die FICM («Fédération Internationale des Clubs Motocyclistes», ein Vorläufer der heutigen FIM), dass die Zeit gekommen war, eine globale Serie ins Leben zu rufen – und die Motorrad-WM war geboren.

In den ersten Jahren bestimmte Großbritannien das Geschehen, vor allem in den größeren Klassen. So beendeten sechs Briten und zwei Iren die erste 500-ccm-WM-Saison in den Top-14. Der Londoner Harold Daniell gewann das erste Rennen auf der Isle of Man und Leslie Graham, ein erfahrener Rennfahrer und dekorierter Held der Royal Air Force, kürte sich zum ersten Weltmeister in der Geschichte der «premier class».

In den kleineren Klassen lagen zu Beginn vor allem die Italiener an der Spitze – allen voran Carlo Ubbiali. Aber auch Deutschland und Österreich stellten im ersten Jahrzehnt der Motorrad-WM Weltmeister – allesamt auf NSU: Werner Haas kürte sich 1953 und 1954 zum dreifachen Weltmeister (125 ccm und zweimal 250 ccm), Hermann Paul Müller triumphierte 1955 in der Viertelliterklasse. Der Österreicher Rupert Hollaus kürte sich 1954 zum 125er-Champion, im selben Jahr verunglückte er aber tödlich.

Zwei Fahrer überstrahlten in diesen frühen Jahren mit ihren Erfolgen alles: Geoff Duke und John Surtees. Duke, im Krieg noch Meldefahrer der «Royal Corps of Signals», wurde zur ersten legendären Figur des GP-Sports, als er 1951 für Norton die Titel in den Klassen 350 und 500 ccm holte. In den folgenden vier Jahren legte er vier weitere Titel nach, drei in der «premier class» und einen in den 350er-Klasse.

An der Spitze der Königsklasse wurde Duke 1956 von einem weiteren jungen Briten abgelöst – und John Surtees wurde auf MV Agusta zum großen Dominator der Motorrad-WM. Als er nach sechs Titeln in drei Jahren (1958 bis 1960) in die Formel 1 wechselte, war der siebenfache Motorrad-Weltmeister bereits eine Legende des Motorsports, was nur noch deutlicher wurde, als er 1964 auch die F1-Krone eroberte. Das blieb einzigartig.

Die Ära der Briten sollte in der Motorrad-WM aber zu Ende gehen. Denn die Achsenmächte Japan, Italien und Deutschland, die im Krieg schwer getroffen worden waren, erlebten einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung, was dazu führte, dass eine neue Generation von schnellen Motorrädern und schnellen Fahrer nachrückte.

Die Meilensteine von 1949 bis 1958

1949: Harold Daniell gewinnt auf der Isle of Man den ersten 500er-Grand Prix überhaupt
1951: Carlo Ubbiali holt den ersten seiner neun WM-Titel
1951: Geoff Duke gewinnt den ersten seiner vier 500er-Titel
1956: John Surtees holt den ersten seiner sieben WM-Titel
1957: Gilera, Mondial und Moto Guzzi ziehen sich zurück
1958: MV Agusta gewinnt die Konstrukteurs- und Fahrer-WM in allen vier Klassen

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