Marco Simoncelli: Nicht nur am Geburtstag präsent

Von Nora Lantschner
MotoGP
Der charismatische Lockenkopf Marco Simoncelli ist unvergessen

Der charismatische Lockenkopf Marco Simoncelli ist unvergessen

Am heutigen 20. Januar wäre Marco Simoncelli 33 Jahre alt geworden. Die tragisch verunglückte MotoGP-Legende hat Spuren hinterlassen, darunter die SIC58 Squadra Corse seines Vaters Paolo.

Marco Simoncelli wurde am 20. Januar 1987 geboren. «SuperSic» feierte in seiner allzu kurzen Karriere in der Motorrad-WM 14 GP-Siege und 17 weitere Podestplätze, zwei davon in der MotoGP-Klasse. 2008 kürte er sich auf dem Sepang International Circuit (kurz SIC), auf dem er drei Jahre später verunglücken sollte, zum Weltmeister in der 250er-Klasse.

Marco wurde nur 24 Jahre alt. Mehr als acht Jahre sind seit dem verhängnisvollen Unfall am 23. Oktober 2011 in Sepang vergangen, der charismatische Lockenkopf aber bleibt unvergessen. So ist auch seine Startnummer 58, die von WM-Promoter Dorna 2016 zu seinen Ehren offiziell zurückgezogen und in der MotoGP-Klasse nicht mehr vergeben wird, im Fahrerlager noch immer allgegenwärtig. Dafür sorgt auch die SIC58 Squadra Corse, mit der Paolo Simoncelli im Namen seines Sohnes seit 2017 in der kleinsten Klasse der Motorrad-WM an den Start geht.

Der SIC58-Rennstall erlebte in der Moto3-WM 2019 gleich mehrere emotionale Höhepunkte: Ausgerechnet in Jerez de la Frontera gelang der erste GP-Sieg des Teams. Dort hatte einst am 30. April 2004 Marco Simoncelli seinen ersten Sieg in der Motorrad-WM gefeiert: Er gewann das Regenrennen der 125er-Klasse – vor seinem Rauch Bravo-Aprilia-Teamkollegen Steve Jenkner. 15 Jahre später bescherten Niccolò Antonelli und Tatsuki Suzuki Paolo Simoncelli einen Doppelsieg und eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Nicht weniger emotional war der erste Sieg von «Tatsu» auf dem «Misano World Circuit Marco Simoncelli» im September. Auch die Motegi-Pole von Antonelli am 19. Oktober wertete Paolo als Zeichen, denn am 19. Oktober 2008 hatte sein Sohn den 250er-WM-Titel fixiert.

«All diese Zufälle lassen dich an Dinge denken, die vielleicht nicht existieren. Aber die Zufälle sind da», erzählte Paolo sichtlich gerührt. «Ich hoffe, dass das alles wahr ist, dass jemand seine Finger im Spiel hat. Denn mein großer Traum und mein Wunsch ist, Marco auf irgendeine Weise wieder zu umarmen.»

Nicht nur dank der SIC58 Squadra Corse werden Marco und seine 58 den Motorrad-Fans auch weiterhin auf vielfältige Weise begegnen.

Die Stiftung «Fondazione Marco Simoncelli 58» ruft immer wieder Aktionen und Events ins Leben und eröffnete in der Heimatgemeinde der MotoGP-Legende vor einem Jahr die «Casa Marco Simoncelli», die Kindern mit Handicap und ihren Familien offensteht.

Die GP-Piste in Misano Adriatico heißt schon seit 2012 ganz offiziell «Misano World Circuit Marco Simoncelli», im Oktober des Vorjahres kam mit der «Via Marco Simoncelli» eine neue Straße zwischen dem Circuit und der Autobahn dazu.

In der Unglückskurve in Sepang steht eine SIC58-Gedenktafel, in seinem Heimatort Coriano ist ein sehenswertes Museum entstanden und dazu ein Kunstwerk mit Strahlkraft: Die Installation «Every Sunday» speit im Gedenken an Marco Simoncelli an jedem Sonntag genau 58 Sekunden lang Feuer.

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