Valentino Rossi (4.): Warum er jetzt wieder vorne ist

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Valentino Rossi: Jubel nach dem vierten Startplatz

Valentino Rossi: Jubel nach dem vierten Startplatz

Nach dem vierten Startplatz in Jerez erklärte Valentino Rossi im Detail und anschaulich, warum ihn seit einem Jahr nicht nur die Yamaha-Kollegen so oft besiegt haben.

Seit dem Texas-GP im April 2019 hat Valentino Rossi keinen Podestplatz mehr geschafft, seit 25. Juni 2017 (Assen-GP)  ist der 115-fache GP-Sieger und neunfache Weltmeister sieglos. Doch am Freitag und Samstag beim Grand Premio Red Bull de Andalucía zeigte sich der 41-jährige Yamaha-Star stark verbessert. Er donnert vom vierten Startplatz los, er hat nur 0,404 sec auf die Bestzeit verloren und peilt einen Podestplatz an, obwohl ihm die Hitze (bis zu 43 Grad wurden angekündigt) arg zu schaffen macht. «Es ist umso wichtiger, dass wir in der zweiten Startreihe losfahren können», betonte Rossi, der vor einer Woche am Grid nur auf Position 11 startete und seit  25 Jahren beim Jerez-GP antritt.

Wenn es um die Titelanwärter geht, spricht vorläufig niemand mehr von Rossi. Denn bei ihm steht die Vertragsverlängerung im Vordergrund, er wird 2021 bei Petronas-Yamaha als Werksfahrer antreten und den Platz mit Fabio Quartararo tauschen.

Rossi wundert sich nicht, dass nur über Quartararo, Viñales, Dovizioso und Márquez gesprochen wird, denn er fiel 2029 auf den siebten WM-Rang zurück. «Außerdem stehe ich momentan bei null Punkten», hält der 41-jährige Italiener fest. «Das ist schade, denn wenn du dir gleich beim ersten Rennen einen Rückstand einhandelst, ist es schwierig. Aber abgesehen vom technischen Problem. das beim ersten Rennen zum Ausfalle geführt hat, habe ich beim ersten Jerez-Event zu stark gelitten. Ich war in allen Sessions zu weit hinten. ich war zu langsam. Jetzt haben wir uns verbessert; es sieht besser aus.»

«Aber der Sonntag wird wieder hart für alle», ist Rossi überzeugt. «Und wir brauchen noch Zeit, um am Motorrad zu arbeiten und um unser Setting zu optimieren. Die Meisterschaft ist zwar kürzer als normal, aber sie dauert trotzdem noch bis November. Unser Ziel ist es nicht, an den Titel zu denken. Zuerst wollen wir einmal stärker und konkurrenzfähig werden. Daran werden wir arbeiten, sicher.»

Wie hat sich Rossi jetzt gegenüber der Vergangenheit verbessert?

«In den letzten Jahren hat sich der Fahrstil in der MotoGP sehr stark verändert. An vielen Stellen und in vielen Kurven musst du einfach das richtige tun, damit der Reifen optimal funktioniert. Es geht nicht mehr in erster Linie darum, einfach möglichst schnell zu fahren. Das ist nicht einfach. Ich habe eine Menge Erfahrung, aber manchmal ist meine Erfahrung von Nachteil, denn man muss mit frischen Gedanken und ohne Vorbelastung an dieses Problem herangehen. Nur dann kann man gewisse Dinge verändern. Wir haben jetzt das Setting des Bikes stark umgekrempelt und die Balance auf den Kopf gestellt. dadurch schaffen wir es, jetzt schneller in die Kurven reinzufahren, was immer meine Stärke war und meinem Fahrstil entspricht. Ich bemühe mich, mich so gut wie möglich an den modernen MotoGP-Fahrstil mit diesen Reifen zu gewöhnen. Gleichzeitig müssen wir das Bike für meine Bedürfnisse anpassen. Denn ich brauche etwas anderes als die Rivalen. Uns ist in dieser Woche ein guter Schritt gelungen. So müssen wir weitermachen.»

Andalusien-GP, MotoGP, Q2:

1. Quartararo, Yamaha, 1:37,007 min
2. Viñales, Yamaha, 1:37,102
3. Bagnaia, Ducati, 1:37,176
4. Rossi, Yamaha, 1:37,342
5. Oliveira, KTM, 1:37,344
6. Morbidelli, Yamaha, 1:37,412
7. Miller, Ducati, 1:37,423
8. Nakagami, Honda, 1:37,464
9. Binder, KTM, 1:37,596
10. Mir, Suzuki, 1:37,600
11. Petrucci, Ducati, 1:37,906
12. Pol Espargaró, KTM, 1:40,277

Die weitere Startaufstellung:
13. Crutchlow, Honda, 1:37,644
14. Dovizioso, Ducati, 1:37,656
15. Zarco, Ducati, 1:37,761
16. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:37,885
17. Lecuona, KTM, 1:38,206
18. Rabat, Ducati, 1:38,211
19. Smith, Aprilia, 1:38,310
20. Rins, Suzuki, 1:38,601
21. Alex Márquez, Honda, 1:38,648

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