Cal Crutchlow (Honda/13.): Können Schmerzen ertragen

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Cal Crutchlow scheiterte trotz Verletzung nur knapp in Q1

Cal Crutchlow scheiterte trotz Verletzung nur knapp in Q1

Cal Crutchlow gehört zu den gebeutelten Fahrern. Wie Honda-Kollege Marc Márquez musste auch der Engländer operiert werden. Er will den Großen Preis von Andalusien aber in Angriff nehmen. Die Qualifikation macht Hoffnung.

Nur ein Pflaster am Handgelenk verrät, dass auch Cal Crutchlow zu den drei Piloten gehört, die den zweiten MotoGP-Grand-Prix 2020 angeschlagen in Angriff nehmen werden. Erst am Dienstag war der Engländer operiert worden, doch schon am Freitag saß er wieder auf seiner LCR-Honda. Allerdings litt er unter Schmerzen. In der Qualifikation schaffte er dennoch beinahe den Sprung in Q2. Letztendlich fehlten Crutchlow lediglich 0,132 sec auf Yamaha-Konkurrent Franco Morbidelli, der sich das letzte verbliebene Ticket sicherte.

Crutchlows Fazit: «Es ist nie gut, mit so einer Verletzung zu fahren. Aber ich glaube, es ist mehr mein physisches Befinden. Wir wurden erst vor vier Tagen operiert und dann hat es auch noch fünf Millionen Grad da draußen. Und weil man hier immer pushen muss, ist es nicht ganz so einfach, weil ich einfach nicht bei 100 Prozent bin.»

Trotzdem hat er in seiner aktuellen Verfassung das maximal mögliche Leistungsvermögen abgerufen. «Und wenn ich das tue, das war in meiner Karriere schon immer so, dann bin ich mit mir und meiner Leistung zufrieden. Dann ist es auch egal, ob ich auf dem 12., 13. oder 15. Platz stehe. Wichtig ist, dass ich alles gebe.»

Dennoch zeigte sich der 34-Jährige im Vergleich zum Freitag deutlich verbessert. Nach den ersten beiden Freien Trainings fehlten ihm noch 1,8 sec auf die Bestzeit. Doch schon nach dem Freitag hatte er gesagt, dass die Schmerzen im linken Handgelenk nicht allzu schlimm seien. «Ich fühle mich besser als am Freitag und deswegen hoffe ich, dass ich mich am Sonntag besser als heute fühle», meint Crutchlow.

25 Rennrunden sind aber noch einmal eine andere Hausnummer. Kann Crutchlow diese Distanz in seinem aktuellen Zustand wirklich absolvieren? Der Brite lacht und sagt: «Nein.» Er schiebt aber gleich eine Erklärung hinterher: «Das Motorrad bewegt sich um die Kurven und ich nutze im Moment mehr meinen rechten Arm als meinen linken. Ich fühle, dass ich die volle Kontrolle über das Motorrad habe. Aber am Scheitelpunkt der Kurven fühlt es sich so an, als hätte ich den Lenker nicht richtig in der Hand. Das liegt daran, dass ich eben die beiden Arme unterschiedlich stark beanspruche.» Er stellt fest, dass er trotzdem keinen Bremspunkt verpasst habe und trotzdem «wird es schwierig, 25 Runden zu absolvieren. Aber ich werde es versuchen», gibt sich Crutchlow kämpferisch.

Für ihn war es ein ungewohntes Wochenende: Im Gegensatz zu den anderen Freien Trainings ging es für Crutchlow nicht darum, Dinge am Motorrad auszurprobieren, sondern viel mehr darum, mit den Schmerzen umzugehen. «Ich konnte am Freitag nicht wirklich fahren. Es war unmöglich die Dinge zu testen, die sie von mir gefordert haben. Wir mussten in erster Linie schauen, dass ich eine gute Runde hinbekomme.»

Und warum kann Crutchlow starten und Weltmeister Marc Márquez nicht? «Ein Champion wird es immer versuchen und deswegen hat es Marc am Samstag probiert. Bei mir ist das Risiko nicht geringer, aber ich kann damit umgehen. Die Schwellung und Schmerzen sind bei ihm vielleicht ein größeres Problem als bei mir. Wir können alle mit Schmerz umgehen, aber ich fühle ihn aktuell nicht so gewaltig.»

Crutchlow wird sich aber gewaltig strecken müssen, um Punkte einzuheimsen. Von den frisch operierten Piloten macht Crutchlow dieser Tage den besten Eindruck. Er weiß aber auch: «Es wird schmerzhaft.» Auch wenn das mit Blick auf das mit einem Pflaster bedeckten Handgelenk nicht direkt ersichtlich ist, Crutchlow beißt auf die Zähne.

Andalusien-GP, MotoGP, Q2:

1. Quartararo, Yamaha, 1:37,007 min
2. Viñales, Yamaha, 1:37,102
3. Bagnaia, Ducati, 1:37,176
4. Rossi, Yamaha, 1:37,342
5. Oliveira, KTM, 1:37,344
6. Morbidelli, Yamaha, 1:37,412
7. Miller, Ducati, 1:37,423
8. Nakagami, Honda, 1:37,464
9. Binder, KTM, 1:37,596
10. Mir, Suzuki, 1:37,600
11. Petrucci, Ducati, 1:37,906
12. Pol Espargaró, KTM, 1:40,277

Die weitere Startaufstellung:
13. Crutchlow, Honda, 1:37,644
14. Dovizioso, Ducati, 1:37,656
15. Zarco, Ducati, 1:37,761
16. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:37,885
17. Lecuona, KTM, 1:38,206
18. Rabat, Ducati, 1:38,211
19. Smith, Aprilia, 1:38,310
20. Rins, Suzuki, 1:38,601
21. Alex Márquez, Honda, 1:38,648

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