Danilo Petrucci (KTM): Ich weine, wenn ich happy bin

Von Johannes Orasche
Der italienische Publikumsliebling Danilo Petrucci verabschiedete sich in Valencia mit P18 aus der MotoGP, aber darüber sprach danach keiner. Es ging viel mehr um die Emotionen eines herzerfrischenden Protagonisten.te

Danilo Petrucci wird 2022 für KTM die Dakar-Rallye bestreiten. Nach zehn Jahren im beinharten MotoGP-Asphalt-Business war für den 31-jährigen Italiener am Sonntag in Valencia vorerst Schluss in der Königsklasse. Im kleinen Kreis sprach Petrucci am Sonntag sehr emotional über das letzte Rennen auf der MotoGP-Rakete und kämpfte dabei mehrfach mit den Tränen.

«Ich kann sagen, dass ich immer mein Bestes gegeben habe», bekennt Petrux. «Ich denke, die MotoGP hat noch nie einen Fahrer mit meine Maßen gesehen. Ich bin 1,83 Meter groß und zwischen 78 und 83 kg schwer. Es sind bei mir samt Ausrüstung mehr als 90 kg auf dem Bike. Wenn man das den Ingenieuren sagt, schnappen sie eigentlich nur noch nach Luft. Es war wirklich eine Herausforderung.»

Zum Sonntag sagte Danilo: «Es war wirklich nett. Als ich das Bike vor dem Start auf dem Grid abgestellt habe, wollte ich unbedingt vermeiden zu weinen. Dann kamen alle Leute zu mir, mit denen ich gemeinsam gearbeitet habe. Es wurde fast ein Problem. Alle haben applaudiert in den Boxen, die Leute von Ducati und KTM. Ich habe viele Freunde, ich habe tausende Nachrichten empfangen in den letzten Tagen vor Valencia.»

Petrucci gesteht: «Ich habe ein wenig davon erwartet, aber dann ist es doch viel mehr gewesen, was die Emotionen und Glückwünsche betrifft. In Mugello habe ich geweint, als ich erstmals Dritter im MotoGP-Rennen war und auch, als ich erstmals gewonnen habe. Ich weine also immer, wenn ich glücklich bin.»

Auch mit Rossi wechselte er ein paar Worte vor dem Rennen. «Vale hat mich gefragt, ob ich denn mit meiner Krawatte auch das Rennen fahren wollte. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich nicht mehr aufhören könne zu weinen und dass ich daher wohl sehr schlecht starten würde.»

Und Petrucci reflektiert dann auch sehr objektiv: «Im Jahr 2012 war ich mit meinem privaten CRT-Bike von Aprilia oft Letzter in allen Sessions eines Wochenendes und auch dann mehrere Jahre immer hinten; bis 2014 ging das so. Ich denke, ich war der einzige, der daran geglaubt hat. Eines Tages wurde der Wunsch Wahrheit. In Mugello war ich 2019 einen Tag der Held und ich habe auch in Le Mans 2020 gezeigt, dass ich noch Rennen gewinnen kann. Ich hatte seit 2020 nicht mehr die richtige Freude, um all das zu genießen. Ich habe mich gefragt, was ich will und mir war schnell klar, dass ich Motorrad fahren will. Ich bin happy, wenn ich auf dem Motorrad schnell bin.»

Petrucci musste auch mit den Tränen kämpfen, als ihm nach der Pressekonferenz einzelne italienische Pressevertreter und langjährige Wegbegleiter alles Gute für die Zukunft wünschten.

Es waren ehrliche Gesten und emotionale Momente in einer sonst sehr harten Szenerie.

MotoGP-Ergebnis, Valencia (14. November):

1. Bagnaia, Ducati, 27 Runden in 41:15,481 min
2. Martin, Ducati, + 0,489 sec
3. Miller, Ducati, + 0,823
4. Mir, Suzuki, + 5,214
5. Quartararo, Yamaha, + 5,439
6. Zarco, Ducati, + 6,993
7. Binder, KTM, + 8,437
8. Bastianini, Ducati, + 10,933
9. Aleix Espargaró, Aprilia, + 12,651
10. Rossi, Yamaha, + 13,468
11. Morbidelli, Yamaha, + 14,085
12. Dovizioso, Yamaha, + 16,534
13. Alex Márquez, Honda, + 17,059
14. Oliveira, KTM, + 18,221
15. Lecuona, KTM, + 19,233
16. Viñales, Aprilia, + 19,815
17. Marini, Ducati, + 28,860
18. Petrucci, KTM, + 32,169
– Rins, Suzuki, 17 Runden zurück
– Nakagami, Honda, 23 Runden zurück

MotoGP Endstand Fahrer-WM (nach 18 Rennen):

1.Quartararo, 278 Punkte. 2. Bagnaia 252. 3. Mir 208. 4. Miller 181. 5. Zarco 173. 6. Binder 151. 7. Marc Márquez 142. 8. Aleix Espargaró 120. 9. Martin 111. 10. Viñales 106. 11.Bastianini 102. 12. Pol Espargaró 100. 13. Rins 99. 14. Oliveira 94. 15. Nakagami 76. 16. Alex Márquez 70. 17. Morbidelli 47. 18. Rossi 44. 19. Marini 41. 20. Lecuona 39. 21. Petrucci 37. 22. Bradl 14. 23. Pirro 12. 24. Dovizioso 12. 25. Pedrosa 6. 26. Savadori 4. 27. Rabat 1.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati 357 Punkte. 2. Yamaha 309. 3. Suzuki 240. 4. Honda 214. 5. KTM 205. 6. Aprilia 121.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo 433 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 380. 3. Suzuki Ecstar 307. 4. Pramac Racing 288. 5. Repsol Honda 250. 6. Red Bull KTM Factory Racing 245. 7. LCR Honda 146. 8. Esponsorama Racing 143. 9. Aprilia Racing Team Gresini 135. 10. Petronas Yamaha SRT 96. 11. Tech3 KTM Factory Racing 76.


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