Andrea Dovizioso: «Werde tun, was mir Spaß macht»

Von Nora Lantschner
Andrea Dovizioso sieht der Zeit nach seiner MotoGP-Karriere gelassen entgegen

Andrea Dovizioso sieht der Zeit nach seiner MotoGP-Karriere gelassen entgegen

Das Kapitel MotoGP wird Andrea Dovizioso nach der Saison 2022 endgültig schließen, die Superbike-WM zog er nie in Betracht. Interessanter findet der 36-jährige Italiener den Motocross-Sport.

In einem zu Beginn dieser Woche auf MotoGP.com veröffentlichten Interview sprach Andrea Dovizioso offen aus, was sich seit Monaten angekündigt hatte: «Ich werde 2023 sicherlich nicht MotoGP fahren, dafür gibt es keinen Grund», machte der WM-22. mit Verweis auf die mageren Ergebnisse auf der diesjährigen M1 deutlich.

Der 125er-Weltmeister von 2004 und 15-fache MotoGP-Laufsieger wird sich stattdessen wieder vermehrt seiner großen Motocross-Leidenschaft widmen. «Absolut, ja», bestätigte der Italiener, der bereits während seiner MotoGP-Auszeit 2021 MX-Rennen auf regionaler Ebene bestritt. «Es mag nicht jeder sehr interessant finden, aber für mich ist es überaus interessant, was ich im Vorjahr gemacht habe und was ich in den nächsten Jahren wieder machen werde – mit einem Projekt, das ich im Kopf habe und an dem ich arbeite. Ich habe aber noch nichts Konkretes in der Hand», hielt sich «Dovi» bedeckt.

In Italien hält sich aber das hartnäckige Gerücht, dass im Mittelpunkt dieses Projekts die Cross-Strecke Monte Coralli von Faenza stehen soll, die Dovizioso gerne übernehmen möchte.

Obwohl der 36-Jährige Mitte Juni in Misano das Superbike-WM-Meeting (und seinen guten Kumpel Michael Rinaldi) besuchte, war die seriennahe Weltmeisterschaft für ihn dagegen nie eine Option. «Nein, nein», winkte er entschieden ab. «Und das nicht, weil es irgendwelche negativen Gründe geben würde. Es ist keine Situation, die mich interessieren könnte. Es geht aber nicht darum, dass mich die Meisterschaft an sich nicht interessiert. Ich bin einfach in einer Situation, in der mich nichts interessiert, wenn ich nicht konkurrenzfähig bin», zuckte Dovi mit den Schultern und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. «Also mache ich etwas anderes, woran ich Spaß habe, auf einem niedrigeren Level.»

Glaubt der dreifache MotoGP-Vizeweltmeister denn nicht, dass er auf einem Superbike konkurrenzfähig sein könnte? «Ich könnte es sein, aber – in meinem Alter und mit meiner Karriere, mit der ich recht zufrieden bin – bin ich nicht auf der Suche, ich muss nichts beweisen. Es ist nicht so, dass ich irgendwo fahren müsste, um zu zeigen, dass ich in anderen Situationen vorne dabei sein könnte… Das ist im Moment nicht von Interesse für mich. So simpel ist das», erklärte Andrea Dovizioso.

Die MotoGP-Karriere von Andrea Dovizioso

2008: WM-5. auf SCOT-Honda, 174 Punkte
2009: WM-6. auf Repsol-Honda, 160 Punkte, 1 GP-Sieg
2010: WM-5. auf Repsol-Honda, 206 Punkte
2011: WM-3. auf Repsol-Honda, 228 Punkte
2012: WM-4. auf Tech3-Yamaha, 218 Punkte
2013: WM-8. auf Ducati, 140 Punkte
2014: WM-5. auf Ducati, 187 Punkte
2015: WM-7. auf Ducati, 162 Punkte
2016: WM-5. auf Ducati, 171 Punkte, 1 GP-Sieg
2017: WM-2. auf Ducati, 261 Punkte, 6 GP-Siege
2018: WM-2. auf Ducati, 245 Punkte, 4 GP-Siege
2019: WM-2. auf Ducati, 269 Punkte, 2 GP-Siege
2020: WM-4. auf Ducati, 135 Punkte, 1 GP-Sieg
2021 (mit nur 5 von 18 Rennen): WM-24. auf Yamaha, 12 Punkte
2022 (nach 11 von 20 Rennen): WM-22. auf Yamaha, 10 Punkte

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